Bei Heilmitteln sind jetzt auch Zahnärzte gefordert

19.07.2017 |

Bei entsprechender Indikation können Patienten ab sofort zur Verordnung von Heilmitteln wie z.B. Logopädie an den Zahnarzt verwiesen werden. Möglich macht dies eine eigene Heilmittel-Richtlinie für Zahnärzte, die zum 1. Juli 2017 bundesweit in Kraft getreten ist.

Bei krankheitsbedingten strukturellen oder funktionellen Schädigungen des Mund-, Kiefer- oder Gesichtsbereichs dürfen Zahnärzte bestimmte Maßnahmen der Physiotherapie, der Physikalischen Therapie oder der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie verordnen.

Nach einer Pressemitteilung des Gemeinsamen Bundesausschusses können zahnärztliche Verordnungen notwendig sein, wenn es im Mund-, Kiefer- oder Gesichtsbereich zu Heilungs- oder Funktionsstörungen kommt. Solche Einsatzgebiete sind z.B. Lymphdrainagen zur Ableitung gestauter Gewebeflüssigkeit, Physiotherapie bei Bewegungsstörungen (und auch bei neurologischen Erkrankungen, die Auswirkungen auf den MKG-Bereich haben), manuelle Therapie bei Gelenkblockaden und Sprech- oder Sprachtherapie bei Lautbildungsstörungen nach operativen zahnmedizinischen Eingriffen.

Falls dies erforderlich ist, können mit zahnärztlich verordneten Heilmittel nicht nur der Mund- und Kieferbereich selbst, sondern auch die anatomisch direkt angrenzenden oder funktionell unmittelbar mit der Kau- und Kiefermuskulatur im Zusammenhang stehenden Strukturen (Craniomandibuläres System) mitbehandelt werden.