Bereiten Sie jetzt den Anschluss an die Telematik-Infrastruktur vor

07.03.2018 |

Die KV Bremen empfiehlt ihren Mitgliedern, sich noch in diesem Halbjahr an die Telematik-Infrastruktur anzuschließen. Die heiße Phase beginnt. Komponenten kommen auf den Markt. Softwareanbieter legen Angebote vor. Fördersummen werden von Quartal zu Quartal geringer…

Mit der Zulassung der ersten Komponenten nimmt der Rollout der Telematik-Infrastruktur (TI) Fahrt auf. Während die KV Bremen ihren Mitglieder bisher ein „aufmerksames Beobachten“ empfohlen hat, ist nun ein Strategiewechsel angesagt. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung geht davon aus, dass in Kürze ein weiterer Hersteller von Konnektoren auf den Markt kommt, außerdem ein weiterer Anbieter für Praxisausweise. Vertreiber von diversen Praxisverwaltungssystemen bereiten derzeit Starterangebote vor. Bisher konnte nur der Branchenriese Compu-Group die Anwender seiner Praxisverwaltungssysteme an die TI anschließen, weil das Unternehmen über einen zertifizierten Konnektor verfügt. Kurzum: In den nächsten Wochen und Monaten wird sich einiges tun.

Bisher hat die Telematik-Infrastruktur einen echten Fehlstart hingelegt: Ursprünglich sollten bereits heute sämtliche Praxen in Deutschland an die TI angeschlossen sein - doch die Technik war lange nicht verfügbar. Der erste Konnektor wurde erst im November vergangenen Jahres zugelassen! Damit gerieten Ärzte und Psychotherapeuten zunehmend in die Bredouille: Von Quartal zu Quartal sanken die Erstattungssummen für die TI-Installation, doch über Geräte, mögliche Preise und Lieferzeiten herrschte völlige Ungewissheit. In dieser Situation empfahl die KV Bremen ihren Mitgliedern abzuwarten, wie sich der Markt entwickeln würde.

Trotz der Verzögerungen bleibt es bei der gestaffelten Förderung. Das heißt, die Fördersumme für die Erstausstattung sinkt von Quartal zu Quartal, bis sie im dritten Quartal 2018 ihr Minimum erreicht: So wird der Konnektor dann nur noch mit 720 Euro bezuschusst. Im zweiten Quartal 2018 sind es immerhin noch rund 1910 Euro. Daher empfiehlt die KV Bremen ihren Mitgliedern bei Vertragsabschlüssen darauf zu achten, dass sie nur den Preis für die Geräte bezahlen, der in dem Quartal des ersten Versichertenstammdatenabgleichs auch erstattet wird. Denn es ist durchaus denkbar, dass Hersteller Verträge vorlegen, die nicht die Refinanzierung aus dem laufenden Quartal garantieren. Um dieses Problem zu umgehen bzw. kleinzuhalten, sollten Praxen darauf abzielen, dass die TI-Installation und der erste Versichertenstammdatenabgleich noch in diesem Halbjahr vollzogen werden. Dazu Dr. Jörg Hermann, Vorstand der KV Bremen: „Die Förderung gibt es beim ersten Versichertenstammdatenabgleich. Deshalb sollten Praxen mit ihrem Anbieter oder Systemhaus vereinbaren, dass sie erst nach dem ersten erfolgreichen Versichertenstammdatenabgleich zahlen.“

Dies gilt umso mehr, weil der Gesetzgeber den Praxen eine Frist für den TI-Anschluss bis Ende des Jahres gesetzt hat. Es ist durchaus denkbar, dass es in der zweiten Jahreshälfte zu Lieferengpässen kommt und Hersteller Wartelisten abarbeiten. Ab dem 1. Januar 2019 drohen Ärzten und Psychotherapeuten, die nicht angeschlossen sind, Honorarkürzungen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung macht sich zwar für eine erneute Verschiebung dieser Frist stark. Darauf zu setzen, wäre riskant.

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