Coronavirus: Aktuelle Nachrichten

10.08.2020 | Coronaabstriche für Patienten vor ambulanter OP und für Kontaktpersonen geregelt

Die KV Bremen und das Land Bremen haben eine Rahmenvereinbarung geschlossen, die bei einigen Konstellationen im Zusammenhang mit Coronatests für mehr Klarheit sorgt. Es geht insbesondere um PCR-Abstriche für Patienten vor einer ambulanten OP sowie für Kontaktpersonen.

Grundsätzlich gilt nach wie vor, dass niedergelassene Ärzte einen PCR-Abstrich zum Ausschluss einer Infektion mit dem Coronavirus nur bei symptomatischen Patienten veranlassen können. Die Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums zur Ausweitung von Coronatests sieht allerdings vor, dass der öffentliche Gesundheitsdienst Dritte beauftragen kann, Tests beispielsweise im Zusammenhang mit Kontaktpersonen und zur Ausbruchsbekämpfung zu übernehmen. Dazu sind entsprechende Vereinbarungen zu treffen. Die KV Bremen hat nun mit dem Land Bremen eine Vereinbarung verhandelt, die Verfahren und Vergütung regelt.

In der Vereinbarung ist für drei Konstellationen eine Allgemeinklausel vereinbart, die es Praxen ermöglicht, Abstriche auch bei asymptomatischen Patienten vorzunehmen. Konkret geht es um Personen,  

  1. die mit einem SARS-CoV-2 Infizierten in einem Haushalt leben (gem. §2 (2) RVO), sofern ein schriftlicher Befund über den positiv getesteten Mitbewohner vorliegt;
  2. die einen SARS-CoV-2 Infizierten behandelt oder gepflegt haben (gem. §2 (3) RVO), sofern ein schriftlicher Befund über den positiv getesteten Gepflegten vorliegt;
  3. bei denen in den Folgetagen eine ambulante Operation durchzuführen ist, wenn der Termin hierfür vereinbart ist, nach Maßgabe des Operateurs.

Für diese drei Konstellationen bedarf es keines Auftrages durch das Gesundheitsamt. Die in der Rechtsverordnung vorgesehene Weisung durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst gilt als erteilt.

Abrechnung und Kodierung:

Ein Fall nach den oben beschriebenen drei Konstellationen ist im Ersatzverfahren anzulegen. Der Abrechnungsschein wird manuell angelegt und muss vom Patienten unterschrieben werden. Als Kostenträger wird nicht die Krankenkasse des Patienten, sondern

  • für Bremen: Gesundheitsamt Bremen; VKNR 03880
  • für Bremerhaven: Gesundheitsamt Bremerhaven; VKNR 03881

Für den PCR-Abstrich kann der Vertragsarzt die GOP 99786 (14 Euro) und für den zusätzlichen Aufwand die 99789 ( € 4,70) abrechnen. Daneben sind andere Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung, z.B. die Versichertenpauschale abrechenbar.

Das Labor ist über das eigens für den Öffentlichen Gesundheitsdienst entwickelte Formular ÖGD zu beauftragen, ersatzweise über das Muster 10 C mit einer entsprechenden Notiz (§2, 2 RVO, § 2, 3 RVO oder ambulante OP). Die KV Bremen wird demnächst auch ÖGD-Formulare im Auftrag des Öffentlichen Gesundheitsdienstes in den Umlauf bringen.
Für asymptomatische Patienten ist die (Haupt-)Diagnose U99.0 G anzusetzen. Das Ergebnis des Tests wird mit U07.2 G (negativ) bzw. U07.1 G (positiv) dokumentiert.

Die Rahmenvereinbarung zwischen der KV Bremen und dem Land Bremen ermöglicht es den Gesundheitsämtern, Praxen bei der Abstrichentnahme in anderen Fällen der RVO zu beteiligen. Dafür bedarf es aber einer gesonderten Beauftragung durch das Amt. Die Vergütung ist in der Vereinbarung festgeschrieben.

Vereinbarung über die ärztliche Leistung, Testung auf SARS-CoV-2 (pdf - 386 kB)

Ablaufdiagramm wird derzeit überarbeitet

 

 

03.08.2020 | Alle Reiserückkehrer können ab sofort getestet werden

Die Rechtsverordnung zur Testung auf das Coronavirus ist erweitert worden. Danach können sich seit dem 1. August alle Rückkehrer aus dem Ausland beim Gesundheitsamt, an Teststationen an Flughäfen und Bahnhöfen oder in einer Arztpraxis testen lassen.

Für Reiserückkehrer, die sich an eine Praxis in Bremen oder Bremerhaven wenden, gilt konkret diese Regelung:

  • Symptomatische Patienten können an die von der KV betriebenen Coronaambulanzen überwiesen werden. Auf die Überweisung ist zusätzlich der Vermerk „Rückkehrer“ zu notieren.
  • Asymptomatische Patienten können direkt in der Praxis getestet werden. Vertragsärzte erhalten danach für alle mit dem Abstrich verbundenen Leistungen pauschal 15 Euro. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat den Auftrag, bis zum 8. August Näheres zum Abrechnungsverfahren festzulegen.

Nach der Verordnung haben nicht nur gesunde Rückkehrer aus Risikogebieten Anspruch auf einen Test, sondern alle Personen, die nach Deutschland einreisen. Voraussetzung ist lediglich, dass der Test innerhalb von 72 Stunden nach der Einreise erfolgt. Eine einmalige Wiederholungstestung ist möglich.

Die Beauftragung des Labors erfolgt unter Nutzung des Formulars OEGD. Bis die überarbeitete Fassung bereitsteht, verwenden Ärzte das Formular 10C. Unter der Zeile „Test nach Meldung erhöhtes Risiko nach Meldung durch Corona-Warn-App“ tragen sie das Wort „Rückkehrer“ ein.  Das Feld „Test nach Meldung“ oder „Diagnostische Abklärung“ ist nicht zu markieren.  Sollte das neue Formular 10C nicht verfügbar sein, erfolgt die Veranlassung des Tests auf dem Formular 10 mit entsprechendem Hinweis auf den Testanlass.

Nach Auskunft des Bundesgesundheitsministeriums muss der Einreisende, der getestet werden will, versichern, dass ein entsprechender Auslandsaufenthalt stattgefunden hat. Dies könne zum Beispiel durch einen Boarding-Pass, ein Ticket, eine Hotelrechnung oder einen sonstigen Nachweis geschehen, schreibt das BMG auf seiner Internetseite.

Schaubild Corona-Konstellationen (pdf - 559 kB)

 

29.07.2020 | Patienteninfo für Überweisung an Coronaambulanz Bremen-Stadt

Für Praxen, die an die Coronaambulanz Bremen-Stadt überweisen, hat die KV Bremen einen Handzettel verfasst, der eine Wegbeschreibung enthält und Patienten das Verfahren erklärt.
Der Handzettel kann mit einem Praxisstempel individualisiert werden.

Patienteninfo: PCR-Abstrich in der Coronaambulanz Bremen-Stadt (pdf - 825 kB)

 

22.07.2020 | Formular 10C für Coronatests ist da

Das neue Formular 10C, mit dem Coronatests veranlasst werden, kann ab sofort in der KV Bremen bzw. der Geschäftsstelle in Bremerhaven in einer kleinen Startermenge abgeholt werden.

Vertragsärzte verwenden für die Beauftragung eines Labortests zum Ausschluss des Coronavirus künftig nur noch Muster 10C (statt Muster 10). Das gilt für Tests zur diagnostischen Abklärung ebenso wie für Tests nach einer Meldung „erhöhtes Risiko“ durch die Corona-Warn-App, wenn sich die Person direkt an den Arzt wendet.

Weil die Kassenärztlichen Vereinigungen entsprechend der Größe und in einigen Lieferchargen ausgestattet werden, kann die KV Bremen ihren Mitgliedern zunächst nur eine kleine Menge zur Verfügung stellen, die für wenige Wochen reichen sollte. Bitte haben Sie dafür Verständnis.

Bitte beachten Sie, dass auf dem neuen Formular ein einzigartiger QR-Code abgedruckt ist. Somit können die Formulare nicht vervielfältigt werden.
siehe: 25.06.2020 | Neues Laborformular für Corona-Tests mit QR-Code

 

22.07.2020 | Praxen für PCR-Abstriche von Selbstzahlern gesucht

Für die Vermittlung von Patienten, die einen Test auf das Coronavirus wünschen, sucht die KV Bremen Praxen, die PCR-Abstriche als Selbstzahlerleistung (IGeL) anbieten.

In einer Reihe von Konstellationen haben Patienten keinen Anspruch auf einen PCR-Test zum Ausschluss des Coronavirus im Rahmen der Gesetzlichen Krankenversicherung bzw. auf Grundlage der Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums. Dazu zählen unter anderem Personen, die eine Reise antreten bzw. Urlaubsrückkehrer aus einem Land, das nicht als Risikogebiet deklariert ist. Tests, die von Arbeitgebern verlangt werden, sind ebenfalls als Wunschleistung zu betrachten: Schaubild Corona-Konstellationen (pdf - 559 kB)

Niedergelassene Ärzte können in ihren Praxen Abstriche entnehmen und die Leistung privat liquidieren (IGeL), entsprechende Absprachen mit einem Labor vorausgesetzt. Die KV Bremen erstellt eine Liste der Praxen, die ein solches Angebot unterbreiten wollen. Interessierte Praxen können sich in dem Formular "PCR-Abstrich für Selbstzahler" eintragen.

Die Liste wird nicht veröffentlicht, sondern dient den Mitarbeitern in den Coronaambulanzen, den Bereitschaftsdiensten und der KV-Verwaltung als Hilfe, um Patienten weiterzuvermitteln.

 

15.07.2020 | Korrektur: Tests nur für Rückkehrer aus RKI-Risikogebieten

Anders als zunächst von der Behörde angekündigt, sind Corona-Tests doch nicht für alle Urlauber vorgesehen, sondern lediglich für Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Das hat das Gesundheitsressort richtiggestellt. Diese Urlauber können direkt die Ambulanz in den Messehallen aufsuchen.

Das Gesundheitsressort hatte diesen Test zuvor für alle Heimkehrer aus dem Ausland angekündigt, unabhängig vom Urlaubsziel. Entsprechend hatte die KV Bremen ihre Mitglieder in der Meldung vom 14. Juli informiert.

Damit sind alle anderen Konstellationen im Zusammenhang mit Reisenden weiterhin als Selnbstzahlerleistungen zu betrachten. Praxen können ihren Patienten ein entsprechendes Angebot machen.

Die KV Bremen hat den Corona-Ablaufplan um die neue Regelung für Reiserückkehrer aktualisiert: Schaubild Corona-Konstellationen (pdf - 559 kB)

Änderungschronik Schaubild
Korrektur vom 15.07.: Klarstellung, dass nur Reiserückkehrer aus RKI-Risikogebieten in den Messehallen getestet werden.
Korrektur vom 14.07.: Ergänzt um Regelung für Reiserückkehrer.
Korrektur vom 26.06.: Ergänzt um Hinweis, dass Praxen eine AU ausstellen können, um die Zeit zum Testergebnis aus der Coronaambulanz zu überbrücken. Meldung von Verdachtsfällen nach dem Schema des RKI konkretisiert.
Korrektur vom 25.06.: Formular 10c ersetzt 10
Korrektur vom 22.06.: Praxen informieren ihre Patienten über die Quarantäneregelung, wonach sie sich nach einem positiven Abstrich unverzüglich selbst in Quarantäne begeben.

 

14.07.2020 | Abstriche von Reiserückkehrern laufen über die „115“ / Corona-Ablaufplan aktualisiert

Für Reiserückkehrer mit Wohnsitz Bremen bzw. Bremerhaven hat das Land nun konkrete Regeln geschaffen. Sie können sich an das Bürgertelefon 115 wenden, das einen PCR-Test in der Coronaambulanz Messehallen veranlasst.

Diese Regelung gilt sowohl für Urlauber, die aus vom Robert-Koch-Institut definierten Risikogebieten einreisen, als auch für alle anderen Reiserückkehrer. Das Land Bremen bietet den PCR-Test nur für Bürger mit Wohnsitz in Bremen und Bremerhaven an. Praxen sollten ihre Patienten, die aus einem Urlaub zurückkehren und einen Test wünschen, auf das Bürgertelefon 115 verweisen, von dort wird der Test in der Coronaambulanz Messehallen veranlasst. Patienten, die nicht im Land Bremen wohnen, müssen sich an das zuständige Gesundheitsamt wenden. Ein Abstrich in einer Bremer oder Bremerhavener Praxis ist nicht möglich.

Für Bürger, die eine Reise antreten wollen, gilt nach wie vor, dass ein Abstrich als Selbstzahlerleistung in der Praxis vorgenommen werden kann. Eine Überweisung an die KV-Coronaambulanzen bzw. ein Hinweis auf die Ambulanz in den Messehallen ist nach aktuellem Stand nicht angebracht.

Die KV Bremen hat den Corona-Ablaufplan um die neue Regelung für Reiserückkehrer aktualisiert: Schaubild Corona-Konstellationen (pdf - 559 kB)

Änderungschronik Schaubild
Korrektur vom 14.07.: Ergänzt um Regelung für Reiserückkehrer.
Korrektur vom 26.06.: Ergänzt um Hinweis, dass Praxen eine AU ausstellen können, um die Zeit zum Testergebnis aus der Coronaambulanz zu überbrücken. Meldung von Verdachtsfällen nach dem Schema des RKI konkretisiert.
Korrektur vom 25.06.: Formular 10c ersetzt 10
Korrektur vom 22.06.: Praxen informieren ihre Patienten über die Quarantäneregelung, wonach sie sich nach einem positiven Abstrich unverzüglich selbst in Quarantäne begeben.
 

 

13.07.2020 | Keine Faxe mehr an die Messehallen-Ambulanz

Seit dem 13. Juli nimmt die Coronaambulanz in den Messehallen keine Überweisungen aus dem vertragsärztlichen Bereich mehr an. Bremer Praxen sind angehalten, ihre Patienten an die Coronaambulanzen Bremen-Stadt bzw. Bremen-Nord zu überweisen.

  1. Bei begründeten Verdachtsfällen stellt der Arzt eine Überweisung aus und faxt diese an 0421/3404-440; alternativ per E-Mail corona@kvhb.de. Bitte tragen Sie unbedingt die Handynummer des Patienten auf dem Überweisungsschein ein (ersatzweise Festnetznummer).
  2. Die Coronaambulanz Bremen-Stadt nimmt am selben oder am Folgetag Kontakt zum Patienten auf und spricht einen Termin ab.
  3. Die Coronaambulanz Bremen-Stadt teilt der überweisenden Praxis per E-Mail (auf Wunsch auch per Fax) das Laborergebnis mit.
  4. Der Patient wird per SMS informiert

Coronaambulanz Bremen-Stadt (nähe Galopprennbahn)
Vahrer Straße 228, 28329 Bremen
Fax: 0421/3404-440, Mail: corona@kvhb.de

Patienten aus dem Raum Bremen-Nord, dem Bremer Westen und Umgebung können nach wie vor auch an die Ambulanz in Bremen-Nord in der Kaffeestr. 2, 28779 Bremen, Fax 0421 6007139, überwiesen werden. Es gelten dieselben Kriterien: ausschließlich Überweisung von symtomatischen Patienten, Rufnummer auf der Überweisung zwecks Terminabsprache notieren.

Schaubild Corona-Konstellationen (pdf - 559 kB)

 

13.07.2020 | Testzentren in Niedersachsen schließen

Diverse Coronatestzentren und Coronaambulanzen im niedersächsischen Umland haben geschlossen bzw. werden in den kommenden Tagen schließen. Eine Schließung der Ambulanzen mit Beteiligung der KV Bremen ist bisher nicht geplant.

Die KV Bremen weist darauf hin, dass Patienten mit Wohnsitz in Niedersachsen, die in einer Bremer oder Bremerhavener Praxis betreut werden, natürlich weiterhin dort versorgt werden können, was auch den PCR-Test zum Ausschluss des Coronavirus einschließt. Außerdem können Praxen nach wie vor ihre niedersächsischen Patienten in eine Coronaambulanz der KV Bremen überweisen, sofern sie nicht in der Lage sind, den Abstrich selbst abzunehmen.
 

30.06.2020 | Neues Corona-Meldeformular für die Stadt Bremen

Das Gesundheitsamt hat das Meldeformular für Bremer Praxen und Coronaambulanzen aktualisiert und auf eine Seite eingekürzt:
Meldeformular Gesundheitsamt Bremen (pdf)

Nach Auskunft des Gesundheitsamtes Bremen ist das Ankreuzfeld „Routine“ für asymtomatische Patienten gedacht, die einen „Wunschtest“ durchführen lassen wollen. Es kann aber auch genutzt werden, um differentialdiagnostische Abstriche zu dokumentieren. Die differentialdiagnostischen Abstriche müssen gemäß Robert-Koch-Institut nicht gemeldet werden. Sie werden erst bei einem positiven Befund meldepflichtig.

 

30.06.2020 | Fast alle Sonderregelungen für veranlasste Leistungen enden

Am 30. Juni laufen fast alle Sonderregelungen zur Verordnung von Leistungen wie Heil- und Hilfsmitteln, häuslicher Krankenpflege oder der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung aus.

Bestehen bleibt eine Ausnahme, dass die Heilmitteltherapie erst innerhalb von 28 Tagen beginnen muss, regulär sind es 14 Tage. Auch können Krankentransporte zur ambulanten Behandlung im Zusammenhang mit COVID-19 bis 30. September weiterhin ohne Genehmigung der Krankenkassen verordnet werden.

Dass ein Großteil der Sonderregelungen, die seit 9. März gelten, nicht verlängert wird, hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) mit dem Rückgang der Zahl der Neuinfektionen begründet. Ein vertragsärztlicher „Regelbetrieb“ werde wieder als möglich erachtet, hieß es.

Diese Sonderregelungen gelten bis 30. September:

  • Heilmittelverordnungen können innerhalb von 28 Tagen begonnen werden (regulär 14 Tage) Sofern aus ärztlicher Sicht ein früherer Behandlungsbeginn notwendig ist, kann dies auf dem Verordnungsvordruck durch Angabe im Feld „spätester Behandlungsbeginn“ kenntlich gemacht werden.
  • Krankentransporte zur ambulanten Behandlung bedürfen weiterhin keiner Genehmigung der Krankenkasse, sofern es sich um Krankentransporte zu nicht aufschiebbaren und zwingend notwendigen ambulanten Behandlungen von nachweislich an COVID-19-Erkrankten handelt oder von Versicherten, die aufgrund einer behördlichen Anordnung unter Quarantäne stehen. Dies ist auf der Verordnung entsprechend zu kennzeichnen.

Diese Sonderregelungen enden, hier gelten ab 1. Juli wieder die regulären Fristen und Vorgaben:

  • Folgeverordnungen von Heil- und Hilfsmitteln, Krankenfahrten und häuslicher Krankenpflege dürfen nicht mehr nach telefonischer Anamnese ausgestellt werden – es gilt somit wieder regulär, dass der Patient in die Praxen kommt.
  • Keine rückwirkende Folgeverordnung häuslicher Krankenpflege für bis zu 14 Tage mehr – es gilt wieder regulär, dass rückwirkende Verordnungen nicht zulässig sind und im Ausnahmefall begründet werden müssen.
  • Hilfsmittelversorgung darf nicht mehr später als 28 Tage nach Verordnung aufgenommen werden – es gilt wieder regulär die Frist von 14 Tagen.
  • Für Versicherte: Genehmigungsfrist bei der Krankenkasse ist nicht mehr auf 10 Tage erweitert – es gilt wieder regulär, dass Verordnungen von Soziotherapie, häuslicher Krankenpflege und spezialisierter ambulanter Palliativversorgung wieder innerhalb von 3 Tagen der Krankenkasse vorliegen müssen.

Weitere Sonderregelungen:

  • Entlassmanagement: Hier gelten die Sonderregelungen weiter, solange die epidemische Lage besteht, zum Beispiel, dass Krankenhäuser zum Übergang in die ambulante Versorgung für bis zu 14 Tage Leistungen veranlassen beziehungsweise Bescheinigungen ausstellen dürfen.

 

26.06.2020 | Alle Corona-Konstellationen in einem Schaubild

Welche Regeln gelten in der Coronakrise? Wer bekommt einen Test und wie? Die KV Bremen hat für Praxen in einem Schaubild ein Ablaufplan für verschiedene Konstellationen zusammengetragen.

In dem Diagramm sind die „Wege“ für folgende Konstellationen beschrieben:

  • Patient mit Symptomen & Verdacht
  • Patient mit Warnmeldung durch Corona-App
  • Patient ohne Symptome (Umgebungsuntersuchungen)
  • Patient vor einer OP
  • Patient mit „Wunschtest“

Wichtiger Hinweis: Das Schaubild gibt das aktuell gültige Verfahren wider. Durch eine neue Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums sollen Testungen im Rahmen der Gesetzlichen Krankenversicherung deutlich ausgeweitet werden. Diese Tests sind allerdings durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst zu veranlassen. Die Gesundheitsämter im Land Bremen haben auf Nachfrage der KV Bremen noch kein entsprechendes Verfahren mitgeteilt. Sobald es Konkretisierungen gibt, wird die KV Bremen informieren und das Schaubild aktualisieren.

Korrektur vom 22.06.: Praxen informieren ihre Patienten über die Quarantäneregelung, wonach sie sich nach einem positiven Abstrich unverzüglich selbst in Quarantäne begeben.
Korrektur vom 25.06.: Formular 10c ersetzt 10
Korrektur vom 26.06.: Ergänzt um Hinweis, dass Praxen eine AU ausstellen können, um die Zeit zum Testergebnis aus der Coronaambulanz zu überbrücken. Meldung von Verdachtsfällen nach dem Schema des RKI konkretisiert.

Schaubild Corona-Konstellationen (pdf - 559 kB)

 

25.06.2020 | Neues Laborformular für Corona-Tests mit QR-Code

Das neue Formular zur Veranlassung von Corona-Tests ist fertig und kann demnächst genutzt werden. Vertragsärzte verwenden für die Beauftragung künftig nur noch Muster 10C (statt Muster 10). Das gilt für Tests zur diagnostischen Abklärung ebenso wie für Tests nach einer Meldung „erhöhtes Risiko“ durch die Corona-Warn-App, wenn sich die Person direkt an den Arzt wendet.

Das neue Formular 10C soll im Juli bereitstehen. Über den Bezug gedruckter Exemplare wird die KV Bremen ihrer Mitglieder rechtzeitig informieren. Das Formular wird dann auch in der Praxissoftware hinterlegt sein, sodass es online ausgefüllt werden kann. Bis das Muster 10C in den Praxen zur Verfügung steht, ist das Muster 10 wie bisher zu verwenden.

Das neue Formular enthält einen QR-Code, mit dem getestete Personen ihr Ergebnis online einsehen und bei einer bestätigten Infektion in der Corona-Warn-App freischalten können. Damit soll es möglich sein, dass Versicherte schneller ihr Testergebnis erhalten und bei einer Infektion mit dem Virus möglichst viele Kontaktpersonen über die Corona-App informieren können, dass sich ihr Risikostatus verändert hat.

Der Auftragsschein gliedert sich in zwei Teile: Der obere Teil mit Informationen zur Beauftragung des Tests geht an das Labor. Den unteren Teil bekommt der Versicherte. Auf beiden Teilen ist ein identischer QR-Code aufgedruckt. Mit Hilfe dieses Codes ist es möglich, dass jeder Bürger, der positiv getestet wurde, sein Ergebnis in die App eingeben und damit andere auf eine Gefährdung hinweisen kann. Denn einen QR-Code erhalten demnächst alle Personen, die sich testen lassen.
Musterformular: Auftrag für SARS-CoV-2 Testung (pdf - 982 kB)

Die KV Bremen hat das Schaubild Corona-Ablaufplan aktualisiert:
Schaubild Corona-Konstellationen (pdf - 559 kB)

Das neue Formular gibt es noch in einer weiteren Ausführung als Muster OEGD für den Öffentlichen Gesundheitsdienst. Für die Veranlassung von Tests, die im Auftrag des Öffentlichen Gesundheitsdienstes nach der neuen Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums erfolgen, wird das Formular OEGD verwendet. Nach dieser Rechtsverordnung darf ausschließlich der Öffentliche Gesundheitsdienst die Testung von asymptomatischen Patienten, zum Beispiel in Pflegeheimen oder Schulen, veranlassen. Dazu gehört auch die Testung von Personen ohne Krankheitszeichen, die mit positiv Getesteten einen mindestens 15-minütigen persönlichen Kontakt hatten oder in demselben Haushalt leben.
Der Öffentliche Gesundheitsdienst kann mit der Testung Praxen oder andere medizinische Einrichtungen vertraglich beauftragen. Dazu sind regionale Vereinbarungen zu treffen. Die KV Bremen hat bereits vor zwei Wochen dazu ein Gesprächsangebot unterbreitet. Sobald es dazu nähere Informationen gibt, wird die KV Bremen umgehend informieren.

 

25.06.2020 | Corona-Warn-App: Neue EBM-Leistung auch bei Gespräch berechnungsfähig

Nach der Meldung „erhöhtes Risiko“ in der Corona-Warn-App kann die GOP 02402 auch abgerechnet werden, wenn nur ein Gespräch und kein Abstrich erfolgt. 

Nach der Klarstellung kann die GOP 02402 für den Abstrich und/oder das Gespräch abgerechnet werden. Die Leistung ist mit 10 Euro bewertet und wird extrabudgetär, zuzüglich zur Versicherten- beziehungsweise Grundpauschale, vergütet.

Die GOP 02402 ist einmal am Behandlungstag berechnungsfähig und zwar ausschließlich bei Versicherten, die sich infolge eines Warnhinweises der App testen lassen. Kurative Abstriche bei Versicherten mit Symptomen sind weiterhin Teil der Versicherten- beziehungsweise Grundpauschale.

 

23.06.2020 | Nur mit Termin in die KV-Coronaambulanzen

Patienten erhalten in den Coronaambulanzen Bremen-Stadt und Bremen-Nord nur nach vorheriger Terminabsprache durch die Ambulanz einen Abstrich. Die KV Bremen bittet Praxen darum, ihre Patienten nicht aufs Geratewohl in die Ambulanzen zu schicken.

Durch die telefonische Terminabsprache werden Wartezeiten und Kontaktmöglichkeiten in den Ambulanzen reduziert. Spontane Besuche von Patienten gefährden das Hygienekonzept.

Verfahren für die Coronaambulanz Bremen Stadt:

  1. Bei begründeten Verdachtsfällen stellt der Arzt eine Überweisung aus und faxt diese an 0421/3404-440; alternativ per E-Mail corona@kvhb.de. Bitte tragen Sie unbedingt die Handynummer des Patienten auf dem Überweisungsschein ein (ersatzweise Festnetznummer).
  2. Die Coronaambulanz Bremen-Stadt nimmt am selben oder am Folgetag Kontakt zum Patienten auf und spricht einen Termin ab.
  3. Die Coronaambulanz Bremen-Stadt teilt der überweisenden Praxis per E-Mail oder per Fax das Laborergebnis mit.
  4. Der Patient wird per SMS informiert

 

23.06.2020 | Neuer ICD-10-Code für symptomfreie Corona-Tests

Zur Verschlüsselung von nicht kurativen Corona-Tests bei symptomfreien Personen gibt es seit 1. Juni 2020 einen neuen ICD-Code: U99.0! Mit der U99.0! sollen die Fälle erfasst und spezifisch gekennzeichnet werden, bei denen keine Symptome einer Infektion mit SARS-CoV-2 bestehen, jedoch ein entsprechender Labortest durchgeführt wurde und dessen Ergebnis negativ ausfällt.

Bei dem neuen Code U99.0! handelt es sich um eine Sekundärschlüsselnummer (Ausrufezeichenschlüsselnummer). Er ist zusammen mit dem ICD- Code Z11 Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf infektiöse und parasitäre Krankheiten anzugeben.

Eine rückwirkende Verschlüsselung von Fällen vor dem 1. Juni ist nicht erforderlich.

 

 

19.06.2020 | Sonderregelungen zur Videosprechstunde verlängert

Mehrere Sonderregelungen im Zuge der Coronakrise werden bis zum 30. September verlängert. Dazu zählen insbesondere die Regelungen zur Videosprechstunde. Nicht verlängert wird die Sonderregelung zur Telefonkonsultation. Auch die Erstattung der Portokosten für Folgeverordnungen und Überweisungsscheine entfällt. Die Details stellen wir Ihnen im Folgenden vor.
 
Weiterhin bis zum 30. September 2020 gilt: 

  • 20-Prozent-Obergrenzen bleiben ausgesetzt: betrifft behandlungsfall- und leistungsbezogene Begrenzungen bei der Durchführung der Videosprechstunde durch Ärzte und Psychotherapeuten
  • Psychotherapeutische Sprechstunden, probatorische Sitzungen sowie probatorische Sitzungen in der Neuropsychologie per Video in Ausnahmefällen möglich: Ausnahmefälle sind zum Beispiel, wenn ein Aufsuchen der Praxis dem Patienten nicht zumutbar ist
  • Gruppentherapie kann unbürokratisch in Einzeltherapie umgewandelt werden: für je eine bewilligte Gruppensitzung (100 Min.) darf je eine Einzelsitzung durchgeführt werden (50 Min.), formlose Anzeige bei der Krankenkasse ist ausreichend
  • Sozialpsychiatrie: Videogestützte Maßnahmen einer funktionellen Entwicklungstherapie dürfen durch qualifizierte Mitarbeiter durchgeführt werden

Nicht über den 30. Juni hinaus verlängert werden: 

  • Vergütungsregelung für mehr Telefonkonsultationen
  • Regelungen zur Erstattung von Portokosten für Folgeverordnungen und Überweisungen

 

Aktualisierug 23.06.2020 I Ergänzung zur Substitutionsbehandlung: Ärzte können weiterhin bis zu achtmal im Quartal mit opiatabhängigen Patienten eine Videosprechstunde durchführen. Nicht mehr berechnungsfähig ist dagegen der „Zuschlag Therapiegespräch“ (GOP 01952) bei ausschließlich telefonischem Arzt-Patienten-Kontakt ab dem 1. Juli

 

19.06.2020 | Meldung von Corona-Verdacht durch die Arztpraxis

Praxen müssen Corona-Verdachtsfälle an das zuständige Gesundheitsamt melden. Darauf haben die Gesundheitsbehörde und die Rechtsaufsicht die KV Bremen unter Berufung auf das Infektionsschutzgesetz hingewiesen. Bisherige Absprachen, wonach die Erstmeldung über eine Ambulanz erfolgen kann, sind damit ab sofort hinfällig.

Für niedergelassene Vertragsärzte bedeutet dies konkret: Sobald sie bei Patienten nach den RKI-Kriterien einen Verdacht auf eine Infektion auf das Coronavirus feststellen, müssen sie unverzüglich eine offizielle Meldung an das zuständige Gesundheitsamt machen. Dies gilt auch dann, wenn in der Praxis kein PCR-Abstrich vorgenommen wird und der Patient an eine Coronaambulanz überwiesen wird. Eine Überweisung an die Ambulanz setzt also die Meldung an das Gesundheitsamt voraus.

Die Erfassungsbögen (PDF) der jeweiligen Gesundheitsämter sind online abrufbar:

Bremen: www.gesundheitsamt.bremen.de
Bremerhaven: www.bremerhaven.de

Die KV Bremen hat darauf hingewiesen, dass insbesondere der Erfassungsbogen des Bremer Gesundheitsamtes (2. Seite) Angaben verlangt, die über die Anforderungen aus dem Infektionsschutzgesetz hinausgehen und die schiere Menge der abgefragten Informationen die Arbeitsabläufe in der Praxis stören. Eine Überarbeitung hat die Gesundheitsbehörde nicht in Aussicht gestellt.

 

19.06.2020 | Fortbildungspunktzahl sinkt auf 200 Punkte

Die erforderliche Punktzahl für den Nachweis der Fortbildungsverpflichtung wird von 250 auf 200 Punkte herabgesenkt. Das hat die Vertreterversammlung der KBV vor dem Hintergrund beschlossen, dass es Vertragsärzten und Vertragspsychotherapeuten durch die Covid-19-Pandemie nicht möglich ist, Präsenzfortbildungen zu besuchen und damit Fortbildungsnachweise zu erhalten. Die Änderung tritt rückwirkend zum 1. April in Kraft und gilt zunächst bis zum 30. September. Ärzte und Psychotherapeuten, die in diesem Zeitraum nachweisen müssen, dass sie sich ausreichend fortgebildet haben, brauchen demnach hierfür nur 200 Punkte.

Im April war bereits aufgrund der Coronavirus-Pandemie die Frist für den Nachweis der fachlichen Fortbildung für Ärzte und Psychotherapeuten um ein Quartal verlängert worden. Diese Verlängerung der Nachweispflicht zur fachlichen Fortbildung nach Paragraf 95d SGB V gilt auch für Ärzte und Psychotherapeuten, die bereits mit Honorarkürzungen und Auflagen zum Nachholen der Fortbildungen innerhalb von zwei Jahren belegt wurden.

Zum Hintergrund: Vertragsärzte und -psychotherapeuten sind gesetzlich verpflichtet, innerhalb von fünf Jahren bei ihrer jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung nachzuweisen, dass sie ihrer Fortbildungspflicht nachgekommen sind. Den Umfang der Fortbildungspflicht bestimmt die KBV im Einvernehmen mit der Bundesärztekammer und Bundespsychotherapeutenkammer. Wird der Fortbildungsnachweis nicht erbracht, drohen gesetzlich vorgesehene Sanktionen, beispielsweise Honorarkürzungen.

 

18.06.2020 | Geringere Vergütung für SARS-CoV-2-Tests

Die Vergütung für PCR-Tests zum Nachweis von SARS-CoV-2 wird zum 1. Juli von bislang 59,00 Euro auf 39,40 Euro pro Test abgesenkt und die Abrechnung der Untersuchung auf fünf Mal im Behandlungsfall beschränkt.

Einen entsprechenden Beschluss hat der Erweiterte Bewertungsausschuss am 10. Juni 2020 gegen die Stimmen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) gefasst.

Der Labortest auf SARS-CoV-2 kann von Fachärzten für Laboratoriumsmedizin oder für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie durchgeführt und berechnet werden (GOP 32816). Kosten für das Versandmaterial und den Transport können wie bei anderen Auftragsleistungen des Speziallabors zusätzlich berechnet werden.

 

17.06.2020 |  Neue EBM-Ziffer für Tests nach Alarm in Corona-Warn-App

Zum Start der Corona-Warn-App wurden neue Leistungen in den EBM aufgenommen, um den Abstrich und die Laboruntersuchung zu vergüten. Ärzte können sie ab sofort bei Versicherten abrechnen, die nach einem Warnhinweis der App für einen Test in die Praxis kommen. 

Patienten, die eine entsprechende Warnmeldung über die App erhalten, werden aufgefordert sich entweder an eine Arztpraxis oder ein Gesundheitsamt zu wenden bzw. die 116117 anzurufen.

Zu dem beschlossenen Leistungspaket gehören insgesamt die folgenden GOP:

Für Haus- und Fachärzte:

GOP 02402: Abstrichentnahme aus den oberen Atemwegen (Oropharynx und/oder Nasopharynx-Abstrich, -Spülung oder -Aspirat) für die Untersuchung nach GOP 32811: 91 Punkte. Voraussetzung für die GOP ist, dass Patienten über die Warn-App vermittelt wurden! Bei allen anderen Patienten ist die GOP 02402 nicht abrechnungsfähig.

Für den Laborauftrag ist ein neues Formular (Muster 10c) zu verwenden. Bis dieses veröffentlicht ist, können Ärzte das Muster 10 verwenden und im Auftragsfeld die GOP 32811 notieren.

Die Ausnahmekennnummer 32006 ist anzugeben, damit die Leistung nicht in die Berechnung des Wirtschaftlichkeitsbonus einfließt.

Für Labore:

GOP 32811: Nukleinsäurenachweis des Coronavirus SARS-CoV-2 aufgrund einer Warnung durch die Corona-Warn-App, 39,40 Euro. Die Bewertung ist ebenso hoch wie die der analogen GOP 32816, deren Bewertung erst in der vergangenen Woche um nahezu 20 Euro zurückgenommen worden war.

GOP 12221: Statt der Labor-Grundpauschale erhalten Laborärzte den ebenso hohen Zuschlag zur Gebührenordnungsposition 32811 (14 Punkte, 1,54 Euro). Die GOP 12221 wird von der KV Bremen automatisch zugesetzt.

GOP 40101: Zuschlag zur GOP 32811 bei Probeneinsendung für Versandmaterial, Versandgefäße usw. sowie für die Versendung bzw. den Transport von Untersuchungsmaterial, gegebenenfalls auch von infektiösem Untersuchungsmaterial, einschließlich der Kosten für die Übermittlung von Untersuchungsergebnissen, 2,60 Euro.

Allgemeine Abrechnungshinweise:

Die Leistungen sind allesamt einmal am Behandlungstag abrechenbar.

Bei Fällen, die wegen der Corona-Warn-App zustande kommen, dürfen Vertragsärzte nicht die Pseudo-GOP 88240 dokumentieren.

Die Leistungen werden extrabudgetär vergütet. Sie sollen zum 30. September erstmals überprüft werden und sind zunächst bis Ende März 2021 befristet.

Coronaambulanz:

Ausnahmsweise können Praxen, die nicht in der Lage sind, einen PCR-Abstrich vorzunehmen, Patienten an die Coronaambulanzen der KV Bremen überweisen. Auf der Überweisung ist im Freitext unbedingt dieser Text anzugeben: „GOP 32811“

Weitere Informationen:

Das Robert-Koch-Institut hat für Vertragsärzte eine Information zu der Corona-Warn-App zusammengetragen, die unter anderem die Funktionen der App beschreibt und Handlungsempfehlungen beinhaltet. www.kbv.de

 

16.06.2020 | Restzahlung für 1/2020 verspätet: Weitere Abschlagszahlungen

Die Restzahlung für das Quartal 1/2020 wird nicht zum vorgesehenen Termin am 27. Juli überwiesen. Stattdessen zahlt die KV Bremen an diesem Tag eine weitere, vierte Abschlagszahlung an die Praxen aus. Die Höhe dieser Zahlung  entspricht zirka zwei Drittel des dritten Abschlags.

Grund für die Verzögerung sind die Coronakrise und die aufwendigen Berechnungen zum Schutzschirm. Der Honorarbescheid für das Quartal 1/2020 wird im Anschluss erstellt und die spitz abgerechnete Restzahlung dann voraussichtlich im August überwiesen.

 

15.06.2020 | Ausweitung von Coronatests bedeutet zunächst keine Änderung für Praxen

Mit einer neuen Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums sollen die Test auf das Coronavirus deutlich ausgeweitet werden. Wie dies konkret in Bremen und Bremerhaven vonstattengeht, ist noch nicht geklärt. Für Praxen ändert sich zunächst nichts.

Mit der Rechtsverordnung will das Ministerium regeln, dass in klar definierten Fällen auch die Tests auf das Coronavirus für Personen von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt werden, die keine Symptome aufweisen. Angeordnet werden müssen die Tests durch den öffentlichen Gesundheitsdienst, das heißt durch die Gesundheitsämter. Besonders Patienten, Bewohner und Angestellte in Pflegeheimen und Krankenhäusern sollen so besser geschützt werden. Getestet werden können auch Kontaktpersonen von Infizierten oder alle Personen in gastronomischen Einrichtungen sowie Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas und Schulen, wenn dort Fälle mit COVID-19 aufgetreten sind.

Nicht darunter fallen vorsorgliche Testungen von Patienten, die zur voll- oder teilstationären Krankenhausbehandlung aufgenommen werden. Die Kosten dafür werden den Krankenhäusern über ein Zusatzentgelt erstattet.

Wie die Rechtsverordnung in Bremen und Bremerhaven konkret umgesetzt werden soll, ist noch nicht geklärt. Die zuständigen Stellen haben sich dazu bisher noch nicht geäußert. Die KV Bremen hat deshalb Kontakt zu den Gesundheitsämtern aufgenommen, um etwaige Absprachen zu treffen bzw. Vereinbarungen abzuschließen. Bis es soweit ist, bleiben die bisherigen Regeln bestehen.

  1. Symptomatische Patienten an die KV-Ambulanzen überweisen (bzw. Abstrich selbst abnehmen)
  2. Asymptomatische Patienten im Rahmen von Kontaktverfolgung und Ausbruchsmanagement an das Gesundheitsamt verweisen
  3. Asymptomatische Patienten im Rahmen einer "Wunschleistung" können als Igel-Leistung liquidiert werden (Abstrich selbst abnehmen)

 

15.06.2020 | Verordnungen für häusliche Krankenpflege und Krankenfahrten teilweise wieder begrenzt

Die Erstverordnung häuslicher Krankenpflege (Muster 12) soll ab sofort wieder 14 Tage nicht mehr überschreiten.

Krankenfahrten zu vor- oder nachstationärer Behandlung können nicht mehr innerhalb von 28 Tagen vor oder nach Krankenhausaufenthalt verordnet werden. Es gilt wieder die 5-Tage-Regel (vorstationär) bzw. 14-Tage-Regel (nachstationär).

Die übrigen Corona-Sonderregelungen hierzu gelten aber bis 30.06.2020 weiter.

 

11.06.2020 | Coronaambulanz Bremen-Stadt öffnet jetzt an sechs Tagen

Aufgrund der großen Nachfrage weitet die Coronaambulanz Bremen-Stadt ihre Öffnungszeiten aus. Patienten werden jetzt an sechs Tagen in der Woche von Montag bis Samstag versorgt.
 

Öffnungszeiten der Coronaambulanz Bremen-Stadt
Montag bis Samstag 10 bis 16 Uhr

Hinweis: Praxen erreichen die Mitarbeiter der Ambulanz für eine telefonische Auskunft nur zu den oben genannten Zeiten über die mitgeteilte „Ärztehotline“.

 

11.06.2020 | Präsenzpflicht für Diabetes-DMP-Schulungen entfällt bis Ende der Corona-Pandemie

Diabetes-Patienten in Disease-Management-Programmen (DMP) sind während der Corona-Pandemie nicht zur Teilnahme an DMP-Präsenzschulungen verpflichtet und werden deshalb auch nicht automatisch von der Krankenkasse ausgeschrieben, wenn keine Schulung erfolgt ist. In der DMP-Dokumentation muss dafür im Feld „Empfohlene Schulung(en) wahrgenommen“ die Angabe „war aktuell nicht möglich“ eingetragen werden. Bei den DMP-Diabetes-Typen Diabetes mellitus Typ 1 und Diabetes mellitus Typ 2 sind darüber hinaus DMP-Schulungen im Ausnahmefall per Videokonferenz zulässig. Diese Ausnahmeregelung ist bis zum 30. Juni 2020 befristet.  Zur Durchführung einer Videokonferenz sind folgende Regelungen zu beachten:

  • Die Schulung ist für den Patienten zwingend medizinisch erforderlich und duldet, nach Einschätzung des Arztes, keinen Aufschub .
  • Es sind ausschließlich die von der KBV zertifizierten Video-Systeme zu nutzen. Eine Liste entsprechender Anbieter findet sich unter https://www.kbv.de/media/sp/Liste_zertifizierte_Videodienstanbieter.pdf
  • Von den vertraglich vereinbarten Mindestgruppengrößen kann abgewichen werden.
  • Mit der vereinbarten DMP-Vergütung je Unterrichtseinheit sind alle Kosten abgegolten.
  • Die technischen Anforderungen für die Praxis - insbesondere zur technischen Sicherheit und zum Datenschutz - gemäß Anlage 31b zum Bundesmantelvertrag-Ärzte sind einzuhalten.
  • Eine Schulung per Telefon ist nicht möglich.
  • Die DMP-Schulungsziffern sind nicht neben den EBM GOP 01435, 01444, 01450, 01451 abrechnungsfähig. Dies bedeutet, es können nur die DMP-Schulungsziffern abgerechnet werden, wenn die Schulung auf digitalem Wege durchgeführt wird
  • Kommt es durch die Dringlichkeit der DMP-Einzelschulung per Videokonferenz nur zu einzelnen Unterrichtseinheiten, können die restlichen Unterrichtseinheiten in einer späteren Gruppenschulung für diesen Patienten nachgeholt werden.

 

08.06.2020 | Unbedingt ergänzende Quartalserklärung zum Corona-Rettungsschirm ausfüllen

Um Anspruch auf Ausgleichzahlungen aus dem Covid19-Rettungsschirm zu haben, müssen niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten Angaben auf einer ergänzenden Erklärung zur Quartalsabrechnung machen. Weitergehende Informationen

 

02.06.2020 | Wie der Corona-Schutzschirm funktioniert und für wen

Welche finanziellen Folgen hat die Coronakrise für die Praxen? Die KV wird Ausgleichzahlungen leisten, so dass der Verlust für niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten deutlich gemindert wird. Wichtig ist, dass Praxen nachweisen können, dass sie während der Krise nicht grundlos „vom Netz“ gegangen sind. Weitergehende Informationen

 

29.05.2020 | KV eröffnet Coronaambulanz für Bremen-Stadt / Überweisungen ab sofort

Die KV Bremen eröffnet am 2. Juni 2020 eine Coronaambulanz für das Stadtgebiet Bremen. Praxen können ab sofort symptomatische Patienten mit Verdacht auf eine Covid-19-Infektion an diese Einrichtung für einen PCR-Test überweisen.

Wichtig: Sogenannte Umgebungstestungen von symptomlosen Kontaktpersonen von Infizierten oder von Bewohnern aus Pflegeheimen und sonstigen Einrichtungen sind derzeit keine Kassenleistung und werden in der Coronaambulanz der KV Bremen nicht vorgenommen! Für diese Gruppe sind der öffentliche Gesundheitsdienst bzw. die Ambulanz in den Messehallen zuständig. Überweisungen von Vertragsärzten werden dort ab dem 2. Juni nicht mehr angenommen.

Corona Ambulanz Bremen-Stadt (nahe Galopprennbahn)
Die niedergelassenen Ärzte in Bremen-Stadt sind über Verfahren und Ansprechpartner informiert.

 

Verfahren:

  1. Bei begründeten Verdachtsfällen stellt der Arzt eine Überweisung aus und faxt diese an 0421/3404-440; alternativ per E-Mail corona@kvhb.de. Bitte tragen Sie unbedingt die Handynummer des Patienten auf dem Überweisungsschein ein (ersatzweise Festnetznummer).
  2. Die Coronaambulanz Bremen-Stadt nimmt am selben oder am Folgetag Kontakt zum Patienten auf und spricht einen Termin ab.
  3. Die Coronaambulanz Bremen-Stadt teilt der überweisenden Praxis per E-Mail (auf Wunsch auch per Fax) das Laborergebnis mit.
  4. Der Patient wird per SMS informiert

Patienten aus dem Raum Bremen-Nord und der Umgebung können nach wie vor auch an die Ambulanz in Bremen-Nord überwiesen werden. Es gelten dieselben Kriterien: ausschließlich Überweisung von symtomatischen Patienten, Rufnummer auf der Überweisung zwecks Terminabsprache notieren. Fax (0421 6007139).

Die KV Bremen weist darauf hin, dass Vertragsärzte selbstverständlich auch in der eigenen Praxis Abstriche nehmen können. Der Abstrich ist mit einem trockenen Stäbchen durchzuführen. Sie veranlassen den Labortest wie gewohnt mit einer Laborüberweisung (Muster 10) bei ihrem Labor. Fälle, bei denen ein klinischer Verdacht vorliegt oder eine Infektion nachgewiesen wurden, sind mit der GOP 88240 und der Ausnahmekennziffer 32006 zu kennzeichnen. Damit mindert die Untersuchung nicht den Wirtschaftlichkeitsbonus.

 

26.05.2020 | Abstriche bei gesunden Kindern sind nicht Aufgabe von Kinder- und Hausärzten

Es ist nicht Aufgabe von niedergelassenen Kinder- bzw. Hausärzten, einen Abstrich bei einem Schulkind vorzunehmen, wenn in der Klasse ein anderer Schüler positiv auf Covid-19 getestet wurde und das Kind ansonsten symptomfrei ist. Darauf weist die KV Bremen hin.

Die Schulbehörde hatte in den vergangenen Wochen Eltern und Lehrkräfte dahingehend informiert, dass Schulkinder zirka am siebten Tag nach einem Kontakt mit einem Infizierten bei einem Kinder- bzw. Hausarzt getestet werden sollen. Auf Nachfrage durch die KV Bremen stellt die senatorische Behörde klar, dass es sich bei dieser Information lediglich um eine Empfehlung handele und sie somit „keine behördliche Weisung“ darstelle.

PCR-Tests bei symptomfreien Patienten sind aktuell noch keine Kassenleistung.
 

26.05.2020 | Kostenübernahme für PCR-Test durch die BG bei Corona-Infektion als Berufskrankheit

Abstriche auf eine Corona-Infektion bei Praxismitarbeitern können über die Gesetzliche Unfallversicherung abgerechnet werden.

Die DGUV (Deutsche gesetzliche Unfallversicherung) gibt in Bezug auf die Infektion mit dem Coronavirus als Berufskrankheit und die Abrechnungsfähigkeit des PCR-Test (und Abstrich) über die BG folgende Informationen bekannt:
„Bei Versicherten, die im Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege oder in einem Laboratorium tätig oder durch eine andere Tätigkeit der Infektionsgefahr in ähnlichem Maße besonders ausgesetzt sind, kann eine Erkrankung infolge einer Infektion mit dem Coronavirus eine Berufskrankheit nach Nummer 3101 der Anlage 1 zur Berufskrankheitenverordnung darstellen. Hatte eine versicherte Person im Rahmen ihrer versicherten Tätigkeit in einem der genannten Tätigkeitsbereiche direkten Kontakt mit einer Person, die wahrscheinlich oder bestätigt mit COVID-19 infiziert war, und sind nach dem direkten Kontakt Krankheitssymptome aufgetreten, übernimmt der zuständige Gesetzliche Unfallversicherungsträger in diesem Fall die Kosten für einen PCR-Test. Ein direkter Kontakt liegt insbesondere vor bei einer pflegerischen Tätigkeit an der Indexperson, bei einer körperlichen Untersuchung der Indexperson oder bei direktem Kontakt mit Atemwegssekret oder anderen Körperflüssigkeiten. Bei schwierigen Entscheidungen empfehlen wir die Kontaktaufnahme mit dem zuständigen gesetzlichen Unfallversicherungsträger. Keine Kosten kann die Gesetzliche Unfallversicherung hingegen für etwaige Screenings, Reihenuntersuchungen oder Testungen übernehmen, die aus Gründen des Patienten – oder Mitarbeiterschutzes bzw. der allgemeinen Gefahrenabwehr durchgeführt werden“

Weitere Informationen zu dem Umgang mit dem Coronavirus im Zusammenhang mit der gesetzlichen Unfallversicherung finden Sie unter: www.dguv.de. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die zuständige Berufsgenossenschaft.

 

20.05.2020 | Änderung der Legende labordiagnostische Abklärung

Rückwirkend zum 1. Februar wurde die Abrechnungsvoraussetzung für die Gebührenordnungsposition 32816 (Nukleinsäurenachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2) geändert. Aufgrund der unbeeinflussbaren weltweiten Knappheit bei Reagenzien und Verbrauchsmaterial wurde die Befundmitteilung innerhalb von 24 Stunden als Soll-Regelung umformuliert und in die Anmerkungen aufgenommen.

Ab dem 1. Mai sind auch andere Nukleinsäure-Amplifikationsverfahren über die GOP 32816 berechnungsfähig. Daher wurde die Anmerkung „mittels RT-PCR“ aus der Leistungslegende gestrichen. Die Untersuchung darf ab dem 1. Mai nicht mehr nur von Fachärzten für Laboratoriumsmedizin oder für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, sondern auch von Fachärzten für Virologie durchgeführt und berechnet werden. Es wird ab dem 1. Mai zur Berechnung eine Teilnahme an Maßnahmen der externen Qualitätssicherung vorausgesetzt.

Beschluss des Bewertungsausschusses (pdf)

 

19.05.2020 | Neue Leistung für die funktionelle Entwicklungstherapie per Video - zeitlich befristet

Zur Erleichterung der sozialpsychiatrischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen während der Corona-Krise haben KBV und GKV-Spitzenverband eine Sonderregelung vereinbart. Danach kann die funktionelle Entwicklungstherapie vorerst auch per Video erfolgen.

Die Abrechnung erfolgt über die neue Gebührenordnungsposition (GOP) 14223. Die Regelung gilt seit 15. Mai und ist vorerst bis Ende Juni befristet.

Die funktionelle Entwicklungstherapie (GOP 14310) ist eine zentrale Komponente in der sozialpsychiatrischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen, die jedoch bei videogestützter Durchführung nicht berechnungsfähig ist. Grund dafür ist, dass diese Leistung aus fachlicher Sicht nicht im vollen Umfang per Video durchführbar ist. Deshalb wurde zeitlich befristet die neue GOP 14223 (102 Punkte / 11,21 Euro) in den EBM aufgenommen.

Die neue Leistung beinhaltet videogestützte Maßnahmen einer funktionellen Entwicklungstherapie durch qualifizierte nichtärztliche Mitarbeiter gemäß der Sozialpsychiatrie-Vereinbarung (SPV-Mitarbeiter). Sie findet als Einzelbehandlung statt und ist je vollendete 15 Minuten berechnungsfähig. Für die Behandlung per Video müssen die SPV-Mitarbeiter den Patienten kennen. Das heißt: Der Patient war in den letzten vier Quartalen (einschließlich des aktuellen Quartals) mindestens einmal in der Praxis.

Bei der Abrechnung der neuen GOP 14223 erhalten Ärzte auch den Technikzuschlag für Videosprechstunden (GOP 01450). 

Mit der Sonderregelung können Kinder und Jugendliche, die aufgrund der Corona-Pandemie teilweise nicht in die sozialpsychiatrische Praxis kommen, leichter erreicht werden. Die Vertragspartner werden rechtzeitig über eine mögliche Verlängerung der Regelung beraten.

 

18.05.2020 | Frist für die Aktualisierung der Fachkunde Strahlenschutz ausgesetzt

Um Engpässe in der radiologischen Versorgung vorzubeugen, hat die Bremer Aufsichtsbehörde nach Maßgabe des BMG festgelegt, dass alle im Zeitraum 1. März bis 30. Juni 2020 ablaufenden Aktualisierungsfristen ohne weitere Prüfung als eingehalten gelten, wenn die Kursteilnahme danach zum nächstmöglichen beim Kursveranstalter verfügbaren Termin erfolgt. Normalerweise muss die Fachkunde für Strahlenschutz alle fünf Jahre durch die erfolgreiche Teilnahme an einem hierfür anerkannten Kurs aktualisiert werden. Wegen der Pandemie sind Fortbildungen ausgefallen und der Nachweis konnte nicht fristgerecht erbracht werden.
 

14.05.2020 | Telefonische AU-Bescheinigung noch bis 31. Mai

Noch bis Ende Mai können Ärzte Patienten mit einer leichten Erkrankung der oberen Atemwege per Telefon krankschreiben. Danach endet die Ausnahmeregelung und Patienten müssen sich ab 1. Juni wieder persönlich in der Praxis vorstellen. Der G-BA hat heute beschlossen, dass die Ausnahmeregelung erneut verlängert wird und dann ausläuft.

Seit Anfang März dürfen Ärzte Patienten mit leichten Symptomen der oberen Atemwege krankschreiben, ohne dass diese in die Praxis kommen müssen. Damit soll vor allem das Risiko für eine Ausbreitung von Infektionskrankheiten der oberen Atemwege über die Wartezimmer der Arztpraxen reduziert werden.

Aktuell können Ärzte eine AU-Bescheinigung nach telefonischer Anamnese für bis zu sieben Tage ausstellen. Sollte der Patienten nach einer Woche noch nicht gesund sein, ist eine Verlängerung per Telefon für bis zu sieben weitere Tage möglich.

Die Regelung gilt auch für die Ausstellung einer „Ärztlichen Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei der Erkrankung eines Kindes“ (Muster 21). Auch diese endet am 31. Mai.

 

13.05.2020 | Montagsmeldung entfällt, ab sofort nur noch Abwesenheitsmeldung

Nur noch bei Praxisschließungen wegen Urlaub, Krankheit, Quarantäne oder anderen Gründen muss eine Meldung an die KV Bremen erfolgen. Die bisherige „Montagsmeldung“ zum wöchentlichen Status der Arzt- und Psychotherapeutenpraxen wird ab sofort eingestellt.

Abwesenheitsmeldung

 

12.05.2020 | Eingeschränkte Formular-Abholung und Entsorgungs-Stopp noch bis Ende August

Noch bis Ende August wird es aufgrund der Covid 19-Pandemie nur eine kontaktlose Formular-Abholung und keine Möglichkeit zum Entsorgen von Datenmüll in der KV Bremen geben.

Um das Infektionsrisiko niedrig zu halten, gibt es noch bis zum 31.08.2020 ein besonderes Verfahren zur Bestellung und Abholung von Formularen in der KV Bremen.

Bremen: Mitglieder bestellen Formulare per E-Mail in der Abteilung Zentrale Dienste unter zd@kvhb.de. Die Formulare stehen dann drei Werktage später im Eingang des Empfangs der KV Bremen fertig gepackt und beschriftet zur Abholung bereit.
Bremerhaven: Bremerhavener Ärzte und Psychotherapeuten können Formulare per E-Mail bei Frau Schreuder m.schreuder@kvhb.de bestellen. Die Formulare können eine Woche später mittwochs abgeholt werden.

Datenmüll kann derzeit nicht in der KV Bremen entsorgt werden. Ebenso können Sie weiterhin keine Gebühren am Empfang der KV Bremen per Kartenzahlung durchführen, sondern nur per Überweisung. Diese Regelungen gelten ebenfalls noch bis Ende August.

 

11.05.2020 + 12.05.2020 | SARS-CoV-2: Indirekter Erregernachweis mittels Antikörpertestung

Update 12.05.: Aufgrund einiger Nachfragen zur Antikörpertestung auf SARS-CoV-2 weisen wir daraufhin, dass zu der Antikörpertestung auf SARS-CoV-2 kein Beschluss des Bewertungsausschusses gefasst wurde. Vor dem Hintergrund, dass eine Serokonversion / Titerzunahme als indirekter Erregernachweis , soweit diese auf eine akute Infektion hinweist, ebenfalls der gesetzlichen Meldepflicht unterliegt, handelt es sich hierbei um eine kurative Fragestellung. Es besteht somit die Möglichkeit, einerseits Antikörpernachweise und –bestimmungen grundsätzlich als „Ähnliche Untersuchung“ nach der GOP 32641 in dieser Indikation unter Angabe der Kennziffer 88240 abzurechnen.  Wir weisen ausdrücklich daraufhin, solange kein Beschluss zur Aufnahme einer spezifischen SARS-CoV-2 Antikörperbestimmung und einer Ausnahmeziffer in den EBM vereinbart werden kann, belastet die Antikörpertestung das Laborbudget. Primäres Ziel ist weiterhin, bei Patienten möglichst frühzeitig einen direkten Erregernachweis nach der GOP 32816 durchzuführen. Diese Leistung belastet den Wirtschaftlichkeitsbonus nicht.

Antikörpertests können bei COVID-19-typischer Symptomatik in bestimmten Fällen sinnvoll sein. Antikörpernachweise sind jetzt Kassenleistung.

Insbesondere bei milden Verläufen ist ab der zweiten Woche nach Symptomeintritt der direkte Erregernachweis mit einem PCR-Test nicht immer möglich. Eine SARS-CoV-2-Infektion kann dann indirekt durch serologische Verfahren nachgewiesen werden. Mittlerweile stehen sehr sensitive und für den indirekten Erregernachweis bei Patienten mit COVID-19-Symptomen ausreichend spezifische Antikörpernachweise zur Verfügung. Eine Untersuchung auf SARS-CoV-2-Antikörper zur Bestimmung des Titeranstiegs oder zum Nachweis einer Serokonversion kann eine Woche nach Symptombeginn zweckmäßig sein.

Hierzu sind zwei Blutproben im Abstand von 7 bis 14 Tagen erforderlich. Die zweite Probe sollte nicht vor der dritten Woche nach Symptomeintritt entnommen werden und muss in demselben Labor untersucht werden.
Das Blut wird auf Gesamt- oder spezifisch auf IgG-Antikörper untersucht. IgA- und IgM-Antikörper-Bestimmungen weisen eine deutlich niedrigere Spezifität auf und sollten deswegen nicht durchgeführt werden.
Ein positiver Befund der serologischen Testung gilt als indirekter Erregernachweis. Der veranlassende Arzt und auch der Laborarzt müssen die Infektion – wie bei einem PCR-Test – namentlich dem Gesundheitsamt melden.
Eine Testung ohne direkten zeitlichen Bezug zu einer klinischen COVID-19-Symptomatik beispielsweise zur Prüfung einer Immunität sollte nicht durchgeführt werden. Die Spezifität der Verfahren ist bei der niedrigen Prävalenz von SARS-CoV-2-Infektionen nicht ausreichend. Derzeit handelt es sich hierbei nicht um eine vertragsärztliche Leistung.

Der veranlassende Arzt und der Laborarzt kennzeichnen ihre Abrechnung am Behandlungstag mit der Ziffer 88240; so werden alle Leistungen extrabudgetär honoriert. Der Antikörpertest selbst ist als ähnliche Untersuchung mit der Gebührenordnungsposition 32641 berechnungsfähig. Schnellteste können nicht abgerechnet werden.

 

08.05.2020 | Ausreichende Vorbestellung der Grippeimpfstoffe prüfen

In der Saison 2020/2021 ist mit einer erheblich gesteigerten Nachfrage nach Grippeimpfstoffen zu rechnen. Wir empfehlen daher, die vorbestellten Mengen kritisch zu prüfen. Bitte setzen Sie sich bei einer Aufstockung der Bestellmenge möglichst umgehend mit Ihrer Apotheke bzw. dem Lieferanten in Verbindung.

Voraussichtlich ab Ende des Jahres muss neben SARS-CoV-2 mit den jährlich zirkulierenden Influenzaviren gerechnet werden. Um die zusätzliche Belastung unseres Gesundheitssystems dann möglichst gering zu halten, ist es wichtig, dass sich ab Oktober möglichst viele Menschen der empfohlenen Populationen gegen Influenza impfen lassen (Menschen über 60 Jahre und alle Menschen mit Vorerkrankungen). Diese Risikogruppen sind identisch mit denen, die besonders vor SARS-CoV-2 geschützt werden sollen. Die Grippeimpfung ist dann wichtig, um Doppelinfektionen zu vermeiden, aber insbesondere auch um die Inanspruchnahme von Ressourcen unseres Gesundheitssystems für impfpräventable Erkrankungen auf ein Minimum zu reduzieren.

 

06.05.2020 | Krankenhäuser sind für präoperative Covid-Tests zuständig

Ein präventiver Abstrich und Test auf Covid-19 ohne Symptome ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Einige Krankenhäuser verweisen Patienten derzeit vor Operationen zur vorherigen Covid-19-Testung an den Hausarzt, obwohl der Patient symptomfrei ist. In solchen Fällen handelt es sich um eine „Wunschleistung“, die privat zu liquidieren ist. Die Testungen vor stationären Eingriffen sind vom Krankenhaus selber sicherzustellen. Das Krankenhaus muss auch die entstehenden Kosten tragen.

Die Abrechnung des Testes über die KV Bremen bzw. eine Überweisung an eine Corona-Ambulanz durch die niedergelassene Praxis ist in diesen Fällen ausgeschlossen. Dieser Ausschluss gilt auch für Testungen, die vor einer ambulanten Operation vom Krankenhaus veranlasst werden.

 

05.05.2020 | Gruppentherapien sind unter Einhaltung des Infektionsschutzes möglich

Psychotherapeutische Gruppentherapien sind seit dem 4. Mai in Bremen wieder zulässig, wenn dabei Vorgaben zum Infektionsschutz eingehalten werden. Dies geht aus einer Neufassung der Corona-Verordnung des Ordnungsamtes Bremen hervor.

Grundsätzlich sollen Warteschlangen und sonstige Ansammlungen von Menschen vor oder in den Praxisräumen vermieden werden. Dabei muss, wenn es die Räumlichkeiten zulassen, der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Personen eingehalten werden. Zur Steuerung des Zutritts können Patienten einzeln und mit Abstand in die Praxen kommen. Zur Sicherstellung der gesteigerten hygienischen Anforderungen sollen von den Therapeuten Maßnahmen wie Händewaschen und das Lüften des Therapieraums gewährleistet werden. Das Ordnungsamt weist ausdrücklich darauf hin, dass sich die Patienten ausschließlich zu medizinischen Zwecken innerhalb der Praxen aufhalten dürfen und es keine zusätzliche Verweildauer, zum Beispiel durch Smalltalk, vor Beginn oder im Anschluss der Sitzung gibt. Die Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sollen außerdem prüfen, ob sie Gruppengrößen und Dauer der Behandlungen reduzieren können, um die Vorgaben einzuhalten.

 

04.05.2020 | Abstriche jetzt auch nur bei Krankheitssymptomen

Jeder Patient mit Symptomen einer COVID-19-Erkrankung sollte getestet werden. Das sehen die aktuellen Kriterien des Robert Koch-Instituts vor. Bislang wurden Patienten mit akuten respiratorischen Symptomen vor allem dann getestet, wenn sie Kontakt zu einer infizierten Person hatten oder einer Risikogruppe angehörten.

Die neueren Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) sehen diese Einschränkungen nicht mehr vor, sodass auch bei leichten COVID-19-relevanten Symptomen ein Test durchgeführt werden kann. Die Entscheidung, wer auf SARS-CoV-2 untersucht wird, trifft der Arzt auf Basis der RKI-Kriterien. Danach sollte eine Testung bei Vorliegen von akuten Krankheitssymptomen wie Geruchs- oder Geschmacksstörungen, Temperaturerhöhung, Husten oder Halsschmerzen erfolgen. Die Kassen übernehmen die Kosten, wenn der Arzt den Test für medizinisch notwendig erachtet.

 

29.04.2020 | Tele-AU bis 18. Mai verlängert

Die Ausnahmeregelung zum Ausstellen einer AU-Bescheinigung nach telefonischer Anamnese ist um zwei Wochen bis 18. Mai verlängert worden. Somit können Ärzte Patienten mit einer leichten Erkrankung der oberen Atemwege zunächst weiter per Telefon krankschreiben.

Nach der Sonderregelung dürfen Ärzte Patienten mit leichten Symptomen der oberen Atemwege für bis sieben Kalendertage krankschreiben, ohne dass diese in die Praxis kommen müssen. Sollte der Patienten nach einer Woche noch nicht gesund sein, ist eine Verlängerung per Telefon um weitere sieben Tage möglich. Die Regelung gilt auch für die Ausstellung einer „Ärztlichen Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei der Erkrankung eines Kindes“ (Muster 21). Die KBV hat dazu eine separate Vereinbarung mit den Krankenkassen getroffen.

 

29.04.2020 | Attest zur Befreiung von der Maskenpflicht nur bei medizinischer Indikation

Niedergelassene Ärzte können Patienten nur dann ein Attest ausstellen, das sie von der Maskenpflicht befreit, wenn dies medizinisch indiziert ist. Eine solche Bescheinigung ist allerdings keine GKV-Leistung und muss daher als IGEL-Leistung abgerechnet werden.

Seit dem 27. April 2020 ist bei der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs sowie beim Einkauf das Tragen einer (nicht-medizinischen) Alltagsmaske Pflicht. Eine entsprechende Rechtsverordnung des Landes Bremen ist in Kraft getreten. Ausgenommen von der Maskenpflicht sind Kinder unter sieben Jahren und Personen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder Behinderung keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen können. Die medizinische Beurteilung obliegt dem behandelnden Haus- bzw. Facharzt. Auf einer offiziellen Seite der Landesregierung wird Betroffenen empfohlen, ein solches ärztliches Attest bei sich zu führen.

Die KV Bremen stellt klar: Wenn der Arzt  ein Attest ausstellt, muss dies auch medizinisch begründet sein. Der Arzt muss anhand seiner medizinischen Dokumentation bescheinigen können, dass bei seinem Patienten eine gesundheitliche Beeinträchtigung vorliegt. Die Ausstellung eines Attests ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung und kann daher nur privat in Rechnung gestellt werden.

 

28.04.2020 | Kein Kurzarbeitergeld für Vertragsarztpraxen

Praxen erhalten nach einer internen Weisung der Bundesagentur für Arbeit grundsätzlich kein Kurzarbeitergeld. Grund seien die im März durch den Bundestag beschlossenen Ausgleichszahlungen für Vertragsärzte und -psychotherapeuten. Die Ausgleichzahlungen wirkten wie eine Betriebsausfallversicherung, sodass die erforderlichen wirtschaftlichen Gründe für den Anspruch auf Kurzarbeitergeld fehlten, heißt es in der internen Anweisung. Raum für eine Zahlung von Kurzarbeitergeld bestehe folglich nicht. Sollte eine Praxis aufgrund von ausbleibenden Patienten mit einer privaten Krankenversicherung existenzbedrohende Umsatzeinbußen erleiden, kommt Kurzarbeitergeld grundsätzlich in Betracht. Die Einnahmeausfälle aus der privaten Krankenversicherung werden nicht durch den GKV-Schutzschirm kompensiert. Der Arzt, der Kurzarbeitergeld aus diesem Grund für seine Mitarbeiter beantragen möchte, hat dies gegenüber dem Arbeitsamt deutlich zu machen. Ob eine Zahlung erfolgt, liegt in der Entscheidung der Behörde.
 

28.04.2020 | Lockerungen für substituierende Ärzte

Um Substitutionsbehandlungen während der Corona-Pandemie sicherzustellen, haben substituierende Ärzte die Möglichkeit, bei der Behandlung von Opioidabhängigen von den Vorgaben der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) abzuweichen. So ermöglicht die seit Mittwoch gültige SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung höhere Patientenzahlen und eine Ausweitung der Vertretungsregelung auf nicht suchtmedizinisch qualifizierte Ärzte. Zur Vermeidung von Kontakten ist die Abgabe durch Apotheken-Personal und eine erweiterte Take Home-Regelung möglich. Abweichend von den bisherigen Vorgaben dürfen Ärzte jetzt:

  • gleichzeitig mehr als zehn Patienten mit Substitutionsmitteln behandeln,
  • über die genannten Zeiträume hinaus von einem suchtmedizinisch nicht qualifizierten Arzt vertreten werden,
  • Substitutionsmittel in einer Menge verschreiben, die für bis zu sieben aufeinander folgende Tage benötigt wird,
  • innerhalb einer Kalenderwoche dem Patienten bis zu vier Verschreibungen aushändigen – jedoch nicht mehr als eine Verschreibung an einem Tag,
  • die Verschreibung auch ohne persönliche Konsultation an den Patienten aushändigen,
  • auch anderes als das in der BtMVV bezeichnete Personal zum Überlassen von Substitutionsmitteln zum unmittelbaren Verbrauch einsetzen, wenn das bezeichnete Personal hierfür nicht zur Verfügung steht: In Fällen, in denen der substituierende Arzt feststellt, dass das Überlassen von Substitutionsmitteln zum unmittelbaren Verbrauch außerhalb der Praxis nicht angemessen gewährleistet werden kann, dürfen auch solche volljährigen Personen zum Überlassen von Substitutionsmitteln zum unmittelbaren Verbrauch eingesetzt werden, die von einer Apotheke mit Botendiensten beauftragt sind.

Macht der substituierende Arzt von den genannten Ausnahmen Gebrauch, ist er verpflichtet, hierzu Vereinbarungen gemäß § 5 Absatz 10 Satz 1 Nummer 3 oder Satz 2 Nummer 1 Buchstabe b oder Nummer 2 bis 4 der BtMVV zu treffen. Außerdem darf der substituierende Arzt in Notfällen die Menge Substitutionsmittel, die zur Behebung des Notfalls erforderlich ist, auf einer Notfall‐Verschreibung verschreiben. Um die Versorgung mit Betäubungsmitteln sicherzustellen, dürfen darüber hinaus Betäubungsmittelrezepte (BtM‐Rezepte) vorübergehend auch außerhalb von Vertretungsfällen – etwa in einer Praxisgemeinschaft – übertragen und von anderen Ärzten verwendet werden. Die Änderungen treten wieder außer Kraft, wenn die Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite aufgehoben wird, ansonsten spätestens mit Ablauf des 31.März 2021.
 

27.04.2020 | Apotheken bekommen mehr Möglichkeiten zum Austausch von Medikamenten

Apotheker haben während der Corona-Pandemie mehr Möglichkeiten zum Austausch von Arzneimitteln. Im Zuge der neuen Verordnung müssen Ärzte mit vermehrten Anrufen von Apotheken rechnen.

Die seit vergangenem Mittwoch geltende SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung soll verhindern, dass Patienten nur deshalb mehrmals eine Apotheke oder einen Arzt aufsuchen müssen, weil das verordnete Präparat nicht vorrätig ist. So sind sieht unter anderem Änderungen bei der Arzneimittelabgabe in den Apotheken vorgesehen: Der Apotheker darf, wenn das entsprechend der gesetzlichen oder vertraglichen Vorgaben abzugebende Arzneimittel in der Apotheke nicht vorrätig ist, ein anderes vorrätiges, wirkstoffgleiches Arzneimittel abgeben. Ist kein wirkstoffgleiches Arzneimittel in der Apotheke vorhanden und das ansonsten abzugebende Arzneimittel auch nicht lieferbar, darf er ein anderes lieferbares, wirkstoffgleiches Arzneimittel abgeben.

Nach Rücksprache mit dem verordnenden Arzt ist auch die Abgabe eines pharmakologisch‐therapeutisch vergleichbaren Arzneimittels möglich, wenn weder das eigentlich abzugebende noch ein entsprechendes wirkstoffgleiches Arzneimittel vorrätig oder lieferbar ist. Dies gilt auch, wenn der verordnende Arzt den Austausch des Arzneimittels mit dem aut‐idem‐Kreuz ausgeschlossen hat. Der Apotheker muss dies jeweils auf dem Arzneiverordnungsblatt dokumentieren, der Arzt muss also kein neues Rezept ausstellen.

Außerdem dürfen Apotheken ohne Rücksprache mit dem verordnenden Arzt bei der Packungsgröße, der Packungsanzahl, der Entnahme von Teilmengen aus Fertigarzneimittelpackungen und der Wirkstärke von der ärztlichen Verordnung abweichen, sofern dadurch die verordnete Gesamtmenge des Wirkstoffs nicht überschritten wird.

Weitere Regelungen betreffen unter anderem Substitutionstherapie, das Entlassmanagement der Krankenhäuser, die Widerspruchsfrist des Gemeinsamen Bundesausschusses bei klinischen Studien mit außerhalb der Zulassung eingesetzten Arzneimitteln, Ergänzungen der Arzneimittelpreisverordnungen sowie das Apothekengesetz und die Apothekenbetriebsordnung.

Die Änderungen treten wieder außer Kraft, wenn die Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite aufgehoben wird, ansonsten spätestens mit Ablauf des 31.März 2021.
 

27.04.2020 | Einlesen von zugeschickten Versichertenkarten nicht zulässig

Das Zusenden von elektronischen Gesundheitskarten (eGK) bekannter Patienten ohne direkten Arzt-Patienten-Kontakt kann von Praxen nicht zwingend verlangt werden. Darauf weist die KV Bremen anlässlich aktueller Beschwerden ausdrücklich hin.

Die Vorlage der eGK ist seit 1. April für die telefonische Konsultation, für Folgerezepte nach telefonischer Anamnese, Überweisungen, Folgeverordnungen und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen nicht notwendig und entfällt, wenn der Patient in den zurückliegenden sechs Quartalen (1. Oktober 2018 bis 31. März 2020) mindestens einmal in der Praxis war. In diesen Fällen muss die Praxis die Versichertendaten aus der Patientenakte entnehmen. Das Einlesen und Zusenden der eGK per Post oder Bote ist nicht zulässig und darf in diesen Fällen von Ärzten nicht verlangt werden. Weiterhin besteht die Möglichkeit, dass Ärzte wie gewohnt ein Folgerezept, eine Überweisung oder AU erst nach persönlicher Untersuchung ausstellen.

 

23.04.2020 | Gruppentherapien an einem Ort bleiben formal untersagt

Psychotherapeutische Gruppentherapien bleiben in Bremen bis zum 3. Mai verboten. Dies hat  das Gesundheitsamt der KV Bremen mitgeteilt.
Demnach fallen Gruppentherapien unter das Versammlungsverbot, wie es in der am 17. April veröffentlichten Verordnung zum Schutz vor Neuinfektionen mit dem Coronavirus der Freien Hansestadt Bremen formuliert ist. In begründeten Einzelfällen können Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten jedoch einen Antrag zur Durchführung einer Gruppentherapie an das Ordnungsamt Bremen stellen unter der E-Mail Adresse infektionsschutz@ordnungsamt.bremen.de. Die ursprünglich bis zum 20. April geltende Regelung ist bis zum 3. Mai verlängert worden. Sobald Informationen über die anschließenden Regelungen vorliegen, wird die KV Bremen zeitnah darüber unterrichten.
Im Gegensatz zur Bremer Regelung hält die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) Gruppentherapien für zulässig, da es sich dabei um medizinisch notwendige Maßnahmen handelt.

 

20.04.2020 | Videosprechstunde geht auch zu Hause – keine Genehmigung notwendig

Bis auf Weiteres können Ärzte und Psychotherapeuten Videosprechstunden auch außerhalb der zugelassenen und der KV gemeldeten Praxen und Büros abhalten. Das hat der Vorstand der KVHB mit sofortiger Wirkung beschlossen. Damit können Videosprechstunden zum Beispiel auch im „Home Office“ stattfinden.

Voraussetzung dafür ist, dass die bestehenden Anforderungen an die Videosprechstunde eingehalten werden: So muss die Videosprechstunde in Räumen stattfinden, die Privatsphäre bieten. Außerdem müssen die eingesetzte Technik und die elektronische Datenübertragung eine angemessene Kommunikation gewährleisten. Niedergelassene müssen keine Genehmigung beantragen, damit Sie die Videosprechstunde beispielweise auch von zu Hause erbringen dürfen. Sie werden befristet bis zur Aufhebung der vom Bundestag am 25. März festgestellten „epidemischen Lage nationaler Tragweite“ oder bis zu einer anderweitigen Bekanntgabe des KVHB-Vorstandes so aufgestellt, als hätten Sie für die Ausführung der Videosprechstunde ausgelagerte Praxisräume angezeigt.

Mit diesem Beschluss ist die eigentliche Regelung vorübergehend ausgesetzt, dass ein niedergelassener Vertragsarzt oder -psychotherapeut seine vertragsärztlichen oder vertragspsychotherapeutischen Leistungen am Ort der Zulassung, also dem Vertragsarzt- bzw. Vertragspsychotherapeutensitz, oder an einem sogenannten weiteren Tätigkeitsort, zum Beispiel einer zulässigerweise ausgewiesen Nebenbetriebsstätte, erbringen muss.

Bitte beachten Sie: Diese Festlegung bezieht sich lediglich auf den Ort der Leistungserbringung. Damit Sie Leistungen der Videosprechstunde überhaupt erst ausführen und abrechnen dürfen, ist weiterhin die grundsätzliche Anzeige und das Einholen einer Bestätigung durch die KVHB notwendig.
 

20.04.2020 | Rückzieher vom Rückzieher: AU-Bescheinigung per Telefon vorerst weiterhin möglich

Ärzte können Patienten mit einer leichten Erkrankung der oberen Atemwege vorerst weiterhin per Telefon krankschreiben. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss am 20. April  bekanntgegeben. Das Ausstellen einer AU nach telefonischer Anamnese ist danach für bis zu sieben Tage möglich, bei Bedarf kann diese um weitere sieben Tage verlängert werden.
Die Ausnahmeregelung gilt vorerst bis 4. Mai. Über eine erneute Verlängerung soll rechtzeitig vor Auslaufen der Regelung entschieden werden.
Der Gemeinsame Bundesausschuss  hatte am 17. April gegen die Stimmen der Ärzteschaft beschlossen, die Sonderregelung zur telefonischen Arbeitsunfähigkeitsbescheidung nicht zu verlängern. Die Regelung war am Sonntag ausgelaufen. Sie sah eine Krankschreibungsmöglichkeit von bis zu 14 Kalendertagen vor.
Nach der neuen Sonderregelung dürfen Ärzte Patienten mit leichten Symptomen der oberen Atemwege für bis sieben Kalendertage krankschreiben, ohne dass diese in die Praxis kommen müssen. Sollte der Patienten nach einer Woche noch nicht gesund sein, ist eine Verlängerung per Telefon um weitere sieben Tage möglich. Die telefonische AU läuft ansonsten weiter wie bisher. So können alle Patienten mit leichten Beschwerden der oberen Atemwege nach telefonischer Anamnese krankgeschrieben werden, also auch Patienten, die in den letzten sechs Quartalen nicht in der Praxis waren. Die Kosten für den Versand werden wie gehabt von den Krankenkassen übernommen (90 Cent für das Porto, GOP 40122).
Der G-BA muss die Sonderregelung jetzt noch offiziell beschließen. Ärzte können jedoch im Vorgriff auf diesen Beschluss bereits so verfahren und Patienten bei Bedarf telefonisch krankschreiben. Der Beschluss soll rückwirkend zum 20. April gelten.
 

17.04.2020 | AU-Bescheinigung ab 20. April nicht mehr per Telefon möglich

Patienten mit einer leichten Erkrankung der oberen Atemwege müssen wegen einer Krankschreibung ab Montag, 20. April, wieder in die Arztpraxis kommen. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat gegen die Stimmen der Ärzteschaft die Ausnahmeregelung zur telefonischen Feststellung einer Arbeitsunfähigkeit in der AU-Richtlinie nicht verlängert. Damit endet die Sonderregelung am 19. April. "Der abrupte Stopp ist für Praxisteams und Patienten höchst problematisch", kritisierte der Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Andreas Gassen, die Entscheidung „Wir hatten uns im G-BA für eine Verlängerung bis 3. Mai eingesetzt. Dies wäre deckungsgleich gewesen mit der von der Bundesregierung ausgesprochenen Fortführung der Kontaktsperre“, sagte Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender KBV-Vorstandsvorsitzender. Die KBV wurde im Gremium überstimmt.
 

17.04.2020 | Offener Brief zur Standortkritik an der Coronaambulanz Bremen Nord

Dr. Uwe Schwichtenberg, Betreiber der Coronaambulanz in Bremen Nord, fordert in einem offenen Brief von Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard Unterstützung für den Standort ein.

"Offener Brief an
Claudia Bernhard
Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz
Contrescarpe 72
28195 Bremen

Thema: Beschwerde über den Standort der Coronatestabnahmeambulanz in Bremen-Nord

Mit großer Freude haben wir die unterstützenden Leserbriefe in der „Norddeutschen“ gelesen. Alle Schreiber formulierten Worte der Anerkennung und des Dankes für mein Team. Verständnis für die Beschwerdeführerin, die aus irrationaler Angst die Ambulanz nicht in ihrer Nähe haben möchte, konnte niemand aufbringen. Irritierend war für uns, die Stellungnahme der Senatorin zu lesen, deren ausdrücklicher Wunsch der Aufbau einer Coronatesteinheit in Bremen-Nord gewesen ist. Wir haben hierfür unsere gesamte Praxisstruktur umgestellt und Hunderte von Patiententerminen entweder auf spätere Zeitpunkte oder in unsere Filialpraxis verlegt. Wir wurden für diese Aufgabe ausgewählt, weil wir über ein Team der erforderlichen Größe verfügen, das bereit und fähig war, diese Aufgabe zu übernehmen. In unserem Praxisgebäude befinden sich keine weiteren Praxen oder Einrichtungen, wir verfügen über Parkplätze in ausreichender Zahl auf unserem eigenen Grundstück. Die Ambulanz ist so organisiert, dass sich die Abstrichpatienten nicht gegenseitig begegnen. Ziehen Sie wirklich die Einstellung dieses Serviceangebotes für Nord-Bremer Bürger in Erwägung, weil EIN Mensch EIN Paar Handschuhe in eine Ecke UNSERES Parkplatzes geworfen hat oder weil sich ein laminiertes DIN A4 Hinweisschild im Sturm selbständig gemacht hat? Wir persönlich haben „in absehbarer Zeit keinen anderen Standort anvisiert“ und sehen bei sachlich nüchterner Betrachtung dafür auch nicht den geringsten Anlass. Der Standort in Blumenthal weist im Gegensatz zur Stellungnahme der Gesundheitsbehörde „keine Schwächen“ auf, die irgendeine Belastung für die Anwohner darstellen und das über die Presse vermittelte „Drängen auf eine ideale Lösung“ empfinden wir weder als hilfreich noch als fair.

Langer Rede kurzer Sinn: Unterstützung, Dank und Anerkennung für diejenigen, die mit großem Aufwand unter Risiko für die eigene Gesundheit dieser Gesellschaft einen Dienst erweisen, sieht anders aus.

Dr. Uwe Schwichtenberg"
 

17.04.2020 | Ausnahmeregelungen DMP

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat Ausnahmeregelungen für Schulungen und Dokumentationen in den Disease-Management-Programmen (DMP) beschlossen.

Auch die DMP-Dokumentationspflicht und die Verpflichtung der Versicherten zur Teilnahme an empfohlenen Schulungen wird für das erste bis dritte Quartal 2020 ausgesetzt. Damit soll vermieden werden, dass in DMP eingeschriebene Patientinnen und Patienten, die zu den besonderen Risikogruppen zählen, zur Teilnahme an Präsenzschulungen und persönlichen Untersuchungen verpflichtet werden.

Wie der G-BA in den tragenden Gründen zum Beschluss erläutert, können und sollen nach individueller Abwägung weiterhin Dokumentationen und Schulungen erfolgen, wenn die Kontrolluntersuchung oder die Schulung notwendig ist und durchgeführt werden soll. Die Ausnahmeregelung des G-BA ermöglicht es nicht, dass bereits erstellte aber unvollständige Dokumentationen, z.B. bei fehlenden Laborwerten, vergütet werden können. Die Plausibilisierungskriterien, auf deren Grundlage die Dokumentationen auf ihre Vergütungsfähigkeit geprüft werden, wurden nicht außer Kraft gesetzt. 

 

16.04.2020 |  Fachliche Fortbildung: Verlängerung der Nachweispflicht

Die Frist für den Nachweis der fachlichen Fortbildung wird für Ärzte und Psychotherapeuten aufgrund der Coronavirus-Pandemie um ein Quartal verlängert. Das Bundesministerium für Gesundheit hat einer entsprechenden Anfrage der KBV zugestimmt. Die Verlängerung der Nachweispflicht zur fachlichen Fortbildung nach Paragraf 95d SGB V gilt auch für Ärzte und Psychotherapeuten, die bereits mit Honorarkürzungen und Auflagen zum Nachholen der Fortbildungen innerhalb von zwei Jahren belegt wurden.
 

15.04.2020 | Aussetzungen von QS-Anforderungen bei sQS

Bis zum 31. Oktober 2020 werden alle Stellungnahmeverfahren in der sektorübergreifenden Qualitätssicherung (sQs) ausgesetzt. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss beschlossen. Als neue Frist für die Durchführung der Stellungnahmen nach § 17 Absatz der DeQS-RL ist zunächst der 31. März 2021 vereinbart. Im Detail betrifft die befristete Aussetzung des Stellungnahmeverfahrens folgende Verfahren:

  • Ergebnisse des QS-Verfahrens PCI und Koronarangiographie für das gesamte Erfassungsjahr 2019
  • Ergebnisse der Einrichtungsbefragung (QS WI) zum Erfassungsjahr 2019

Zudem wurde für Vertragsärztinnen und -ärzte der Verfahren Perkutane Koronarintervention/-angiografie QS PCI sowie Nierenersatztherapie (QS NET) die Verpflichtung zur unterjährigen, quartalsweisen Datenlieferung für das Erfassungsjahr 2020 ausgesetzt. Betroffen sind die Lieferungen zum 15. Mai, 15. August und 15. November.

 

14.04.2020 | Nur noch bestimmte Notfälle ins Links der Weser einweisen

Aufgrund des Coronaausbruchs im Krankenhaus Links der Weser gilt dort bis auf weiteres ein Aufnahmestopp. Niedergelassene Ärzte sollten dorthin nur noch Notfälle in den Bereichen Kardiologie, Kardiochirurgie, Kinderklinik mit Level 1 sowie Geburtshilfe einweisen. In allen anderen Fällen sind andere Krankenhäuser auszuwählen.

 

14.04.2020 | Aussetzen von QS-Maßnahmen

Aufgrund der Corona-Pandemie wird es den KVen ermöglicht, viele Qualitätssicherungsmaßnehmen vorübergehend auszusetzen oder von den Bundesvorgaben abzuweichen. Darauf hat sich die KBV mit dem GKV-Spitzenverband verständigt. Dies betrifft neben Dokumentationsprüfungen durch Stichproben und die Einhaltung von Mindestmengen beispielsweise auch Fallsammlungs-, Präparate- oder Geräteprüfungen. Ausgesetzt werden

  • Hygieneprüfungen in der Koloskopie
  • Konstanzprüfungen in der Ultraschalldiagnostik
  • Messtechnische Kontrollen in der Hörgeräteversorgung

Auch Fortbildungsmaßnahmen für Vertragsärzte und Praxismitarbeiter, die für bestimmte Leistungen vorgeschrieben sind, werden ausgesetzt (z.B. Akupunktur, HIV/Aids, ambulante spezialisierte Geriatrie, Schmerztherapie).

Anderes gilt für die Onkologievereinbarung. Nach aktueller Rückmeldung der KBV ist eine entsprechende Regelung zur Anpassung der jährlich bis zum 31.03. des Folgejahres nachzuweisenden Voraussetzungen zur Aufrechterhaltung der Teilnahme (Fortbildungen, Mindestpatientenzahl) derzeit noch nicht vorgesehen. Die weitere Entwicklung wird abgewartet und im weiteren Jahresverlauf entschieden, ob bzw inwieweit die Regelungen für das Jahr 2020 anzupassen sind. Dies gilt auch für die Palliativversorgung oder die Delegationsvereinbarung (NÄPA). 
 

08.04.2020 | In welchen Fällen das Einlesen der eGK ab 1. April entfällt

  • Bekannte - unbekannte Patienten: Ein „bekannter“ Patient ist jemand, der in den vergangenen sechs Quartalen (01.10.2018 bis 31.03.2020) mindestens einmal in der Praxis war. In diesem Fall übernimmt die Praxis die Versichertendaten aus der Patientenakte. Bei einem „unbekannten“ Patienten ist dies nicht möglich, die Praxis erfasst die Versichertendaten, die der Patient telefonisch oder per Video übermittelt.
  • Telefonische Konsultation: Bei ausschließlich telefonischer Konsultation nach den GOP 01433, 01434 ist das Einlesen der eGK nicht notwendig. Dies ist nur bei bekannten Patienten möglich.
  • Videosprechstunde: Wenn der Patient nicht persönlich in die Praxis kommt und Videosprechstunden abgehalten werden, ist das Einlesen der eGK nicht notwendig. Dies ist bei bekannten und unbekannten Patienten möglich.
  • Bei der Videosprechstunde mit unbekannten Patienten hält der Versicherte seine elektronische Gesundheitskarte in die Kamera, damit das Praxispersonal die Identität prüfen und die notwendigen Daten (inklusive Versichertennummer) erheben kann. Zusätzlich bestätigt der Patient mündlich das Bestehen des Versicherungsschutzes.
  • Folgerezepte, Folgeverordnungen, Überweisungen: Für den Zeitraum der Corona-Pandemie dürfen nicht nur Folgerezepte, sondern auch Überweisungen und Folgeverordnungen sowie Verordnungen von Krankenfahrten und Krankentransporten per Post versandt werden. Ein Einlesen der eGK ist hier nicht notwendig, da dies nur bei bekannten Patienten möglich ist.
  • AU-Bescheinigung per Telefon: Wenn es sich um eine leichte Erkrankung der oberen Atemwege handelt, darf der Vertragsarzt den Patienten bis zu 14 Tage krankschreiben. Die telefonische Krankschreibung ist auch möglich, wenn der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus besteht. Ebenso darf eine ärztliche Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei der Erkrankung eines Kindes ausgestellt werden. In diesen Fällen ist das Einlesen der eGK weder bei bekannten noch unbekannten Patienten  notwendig.
  • Beim Ausstellen einer AU-Bescheinigung für unbekannte Patienten werden folgende Versichertendaten erfragt:
    • Name des Versicherten
    • Wohnort des Versicherten (PLZ)
    • Geburtsdatum des Versicherten
    • Krankenkasse
    • Versichertenart (Mitglied, Familienversichert, Rentner); Versichertennummer ist nicht erforderlich

 

06.04.2020 | Antikörpernachweis ist keine GKV-Leistung

Die KV Bremen erreichten einige Anfrage, ob der Antikörpernachweis SARS-CoV-2 nach GOP 32641 EBM veranlasst bzw. abgerechnet werden darf. Aus Sicht des RKI spielt der Antikörpernachweis für die Akutdiagnostik, d.h. den Nachweis/Ausschluss der meldepflichtigen Erkrankung, keine Rolle. Aufgrund der Einschätzung des RKI ist der Nachweis von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 derzeit als nicht wirtschaftlich und nicht notwendig zu bewerten. Deswegen sieht die KV Bremen derzeit keine Leistungspflicht der GKV. Bei Veranlassung oder Abrechnung genannter Fälle kann es zu Plausibilitätsprüfungen oder Rückforderungen kommen.

 

06.04.2020 | Mehr Konsultationen ab 1. April auch per Telefon möglich

Während der Corona-Pandemie werden für alle Fachgruppen die Möglichkeiten zur ärztlichen und psychotherapeutischen Konsultation per Telefon erweitert, dafür sind ab 1.April bis zum 30. Juni 2020 häufigere und längere Telefonate berechnungsfähig.

Voraussetzung ist, dass der Patient dem Arzt bzw. Psychotherapeuten bekannt sein muss und in den letzten sechs Quartalen (4. Quartal 2018 bis 1. Quartal 2020) mindestens einmal in der Praxis gewesen sein muss.

Eine Vorlage der Versichertenkarte (eGK) ist nicht notwendig, solange ausschließlich telefonische Konsultationen stattfinden. In diesem Fall dürfen die Versichertendaten für die Abrechnung aus der Patientenakte übernommen werden.

Für die Abrechnung der Telefonate wurden zwei neue Leistungen im EBM aufgenommen:

  • Für Psychologische Psychotherapeuten, Nervenärzte, Neurologen, Psychiater, Kinder- und Jugendpsychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendpsychiater wurde die GOP 01433 (154 Punkte / 16,92 Euro) aufgenommen.
  • Für Hausärzte, Kinder- und Jugendmediziner, Schmerztherapeuten und Fachärzte wurde  die GOP  01434 (65 Punkte / 7,14 Euro) aufgenommen.

Abrechnung nach Fachgruppen

  • Psychologische Psychotherapeuten, Nervenärzte, Neurologen, Psychiater, Kinder- und Jugendpsychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendpsychiater können pro Patient bis zu 20 Telefongespräche von je mindestens zehn Minuten über die neue GOP 01433 als Zuschlag im Zusammenhang mit  der GOP 01435 oder der Grundpauschale abrechnen. Die GOP 01435 (Haus-/Fachärztliche Bereitschaftspauschale) ist wie bisher einmal im Arztfall berechnungsfähig, sofern keine Versicherten-/ Grundpauschale abgerechnet wurde.  Die neue GOP 01433 kann auch bei telefonischen Kontakten mit der Bezugsperson abgerechnet werden. Die GOP 01433 ist im organisierten Not(-fall)dienst nicht berechnungsfähig. Die GOP 01433 ist – mit Ausnahme der GOP 01435 und 40122 - nicht neben anderen GOP am Behandlungstag berechnungsfähig.
  • Hausärzte, Kinder- und Jugendärzte sowie Schmerztherapeuten können pro Patient sechs Telefongespräche von fünf Minuten über die neue GOP 01434 als Zuschlag zur GOP 01435 oder als Zuschlag zur Versichertenpauschale 03000/04000 oder Grundpauschale 30700 abrechnen. Die GOP 01435 ist wie bisher einmal im Arztfall berechnungsfähig, sofern keine Versicherten- /Grund- oder Konsiliarpauschale abgerechnet wurde.  Im Falle der Kombination von Versichertenpauschale und Telefongespräch nach GOP 01434 im Arztfall, fließt die GOP 01434 bei Haus- sowie Kinder- und Jugendärzten in das Budget für die Gesprächsleistungen (GOP 03230, 04230, 04231) ein.  Bei ausschließlichem telefonischem Kontakt im Arztfall wird das Budget nicht belastet. Die GOP 01434 kann auch bei telefonischen Kontakten mit der Bezugsperson abgerechnet werden und ist im organisierten Not(-fall)dienst nicht berechnungsfähig. Die GOP 01434 ist für Gespräche im Zusammenhang mit Leistungen der Abschnitte 1.7.1 bis 1.7.5 nicht berechnungsfähig. Die GOP 01434 ist – mit Ausnahme der GOP 01435 und 40122 - nicht neben anderen GOP am Behandlungstag berechnungsfähig.
  • Gynäkologen, HNO-Ärzte, Dermatologen, alle fachärztlich tätigen Internisten, Orthopäden, Fachärzte für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen sowie Urologen können pro Patient fünf Telefongespräche über die GOP 01434 als Zuschlag zur GOP 01435 (Haus-/Fachärztliche Bereitschaftspauschale) abrechnen. Die GOP 01435 ist wie bisher einmal im Arztfall berechnungsfähig. Voraussetzung ist, dass der Patient in dem Quartal nicht in der Praxis war oder per Videosprechstunde behandelt wurde, da die telefonische Beratung Bestandteil der Grundpauschale ist. Die GOP 01434 kann auch bei telefonischen Kontakten mit der Bezugsperson abgerechnet werden und ist im organisierten Not(-fall)dienst nicht berechnungsfähig. Die GOP 01434 ist für Gespräche im Zusammenhang mit Leistungen der Abschnitte 1.7.1 bis 1.7.5 nicht berechnungsfähig. Die GOP 01434 ist – mit Ausnahme der GOP 01435 und 40122 - nicht neben anderen GOP am Behandlungstag berechnungsfähig.
  • Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, Humangenetiker, Laborärzte, MKG, Nuklearmediziner, Pathologen, Radiologen, Strahlentherapeuten, PRM können pro Patient zwei Telefongespräche über die GOP 01434 als Zuschlag zur GOP 01435 (Haus-/Fachärztliche Bereitschaftspauschale) abrechnen. Die GOP 01435 ist wie bisher einmal im Arztfall berechnungsfähig. Voraussetzung ist, dass der Patient in dem Quartal nicht in der Praxis war oder per Videosprechstunde behandelt wurde, da die telefonische Beratung Bestandteil der Grundpauschale ist. Die GOP 01434 kann auch bei telefonischen Kontakten mit der Bezugsperson abgerechnet werden und ist im organisierten Not(-fall)dienst nicht berechnungsfähig. Die GOP 01434 ist für Gespräche im Zusammenhang mit Leistungen der Abschnitte 1.7.1 bis 1.7.5 nicht berechnungsfähig. Die GOP 01434 ist – mit Ausnahme der GOP 01435 und 40122 - nicht neben anderen GOP am Behandlungstag berechnungsfähig.

Praxisinfo der KBV zur MEHR KONSULTATIONEN PER TELEFON
https://www.kbv.de/media/sp/PraxisInfo_Coronavirus_Telefonkonsultation.pdf

Den dazugehörigen Beschluss finden Sie unter
https://institut-ba.de/ba/babeschluesse/2020-04-06_ba491.pdf

 

03.04.2020 | Folgeverordnungen auch nach telefonischer Anamnese

Mittlerweile können für viele verschiedene Leistungen Folgeverordnungen ausgestellt und per Post an die Patienten übermittelt werden. Voraussetzung ist, dass bereits zuvor aufgrund derselben Erkrankung eine unmittelbare persönliche Untersuchung durch den Vertragsarzt erfolgt ist. Diese Folgeverordnungen können auf diesem Wege ausgestellt werden:

  • Arzneimittel-Rezepte
  • Häusliche Krankenpflege
  • Heilmittel (auch Verordnungen außerhalb des Regelfalls)
  • Hilfsmittel auf Muster 16 (nur für zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel wie BZ-Teststreifen)
  • Krankenbeförderungen

Bei den Krankenbeförderungen muss der Patient in der Arzt-/oder Psychotherapeutenpraxis bekannt sein. Der Verordner muss sich zudem vom Zustand des Versicherten durch eingehende telefonische Befragung überzeugt haben.
 

03.04.2020 | Zusätzliches Honorar für Corona-Patienten: Neues Verfahren zur Kennzeichnung der Leistungen ab 1. April

Für die Kennzeichnung von Leistungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gibt es seit 1. April ein neues Verfahren. Damit werden weiterhin alle diese Leistungen von den Krankenkassen zusätzlich bezahlt.

Die Kennzeichnung erfolgt wie bisher mit der Ziffer 88240. Neu seit Quartalsbeginn ist:  Der Arzt dokumentiert die Ziffer 88240 an allen Tagen, an denen er den Patienten wegen des klinischen Verdachts auf eine Infektion oder wegen einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus behandelt. Dann bekommt er Folgendes extrabudgetär bezahlt:

  • alle Leistungen, die er an diesen Tagen für den Patienten durchführt
  • die Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale, auch wenn sie nicht an diesen gekennzeichneten Tagen abgerechnet wurde
  • die Zusatzpauschale für Pneumologie (GOP 04530 und 13650), auch wenn sie nicht an diesen gekennzeichneten Tagen abgerechnet wurde
  • die Zusatzpauschale fachinternistische Behandlung (GOP 13250), auch wenn sie nicht an diesen gekennzeichneten Tagen abgerechnet wurde.

 

03.04.2020 | Pneumokokken-Impfstoff Pneumovax in Kürze wieder verfügbar

Der Pneumokokken-Impfstoff Pneumovax 23 ist voraussichtlich ab 3. April in Deutschland wieder im Handel verfügbar. Darüber hat das Paul-Ehrlich-Institut informiert. Die Firma MSD hat zwei Chargen Pneumovax 23 aus Japan importiert. Das bedeutet, dass die Verpackung und die Gebinde in japanischer Kennzeichnung auf den Markt gebracht werden. Auch die Klebeetiketten mit der Charge für den Impfpass sind in japanischen Schriftzeichen. Ärzte müssen daher handschriftlich notieren, dass es sich um Pneumovax 23 handelt.

Die verfügbaren Impfstoffe sind für GKV-Patienten weiterhin genehmigungsfrei über den Sprechstundenbedarf zu beziehen (Muster 16a).

 

03.04.2020 | RKI-Empfehlungen zum Kontaktmanagement für Praxispersonal

Wie sollte eine Praxis vorgehen, wenn medizinisches Personal Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall hatte? Das stellt eine neue Infografik des Robert Koch-Institutes anschaulich dar. Auf einer extra Seite wird das flexiblere Vorgehen bei Personalmangel abgebildet.

Die Hinweise des RKI kommen bei Personalmangel insbesondere unter folgenden Umständen in Frage:

  • Exposition: Kategorie Ia

Medizinisches Personal mit hohem Expositionsrisiko, zum Beispiel ungeschützte relevante Exposition zu Sekreten, Exposition gegenüber Aerosolen von COVID-19-Fällen (z.B. im Rahmen von Bronchoskopie)

  • Exposition: Kategorie Ib

Medizinisches Personal mit begrenztem Expositionsrisiko, zum Beispiel medizinisches Personal mit Kontakt unter 2 Metern zu COVID-19-Fällen ohne Schutzausrüstung, ≥15 Minuten face-to-face Kontakt (ohne Exposition wie unter Ia beschrieben); grundsätzlich gilt: je länger und enger der Kontakt, desto höher das Risiko.

  • Medizinisches Personal mit Erkältungssymptomen
  • SARS-CoV-2-positives medizinisches Personal

Exponiertes medizinisches Personal kann demnach bei Personalmangel unter Beachtung der hygienischen Voraussetzungen weiterarbeiten:

  • bei der Konstellation Ia nach 7-tägiger häuslicher Absonderung und Symptomfreiheit (mit Mund-Nasen-Schutz)
  • bei der Konstellation Ib bei Symptomfreiheit (mit Mund-Nasen-Schutz)

Besonders zwei Prinzipien sind bei Einsatz medizinischen Personals unter den dargestellten Fallkonstellationen besonders zu beachten:

  • Medizinisches Personal mit Krankheitssymptomen muss umgehend getestet werden
  • Positiv getestetes medizinisches Personal darf nur in absoluten Ausnahmefällen weiterarbeiten und darf dann ausschließlich COVID-19-Patienten versorgen. Voraussetzung für die Wiederaufnahme der Versorgung von Nicht-COVID-19-Patienten ist Symptomfreiheit seit mindestens 48 Stunden und 2 negative SARS-CoV-2-Tests im Abstand von 24 Stunden.

www.rki.de

 

03.04.2020 | Genehmigungsverzicht bei Krankentransporten

Für das Fahren mit dem Krankentransport zu nicht aufschiebbaren, zwingend notwendigen ambulanten Behandlungen benötigen folgende Patienten vorerst keine Genehmigung ihrer Krankenkasse mehr:

  • Nachweislich an COVID-19-Erkrankte
  • Patienten, die aufgrund einer behördlichen Anordnung unter Quarantäne stehen

Die Verordnung der Krankenbeförderung muss entsprechend gekennzeichnet sein. Dazu wird auf dem Muster 4 angegeben, dass es sich um einen nachweislich COVID-19-Erkrankten oder einen Patienten in Quarantäne handelt.

Die Fristen für die Verordnung von Fahrten zur vor- oder nachstationären Behandlung wurden erweitert:

  • Fahrten zu vorstationären Behandlungen können für 3 Behandlungstage innerhalb von 28 Tagen vor Beginn der stationären Behandlung verordnet werden.
  • Fahrten zu nachstationären Behandlungen können für 7 Behandlungstage innerhalb von 28 Tagen verordnet werden.

 

02.04.2020 | Bei Substitution die Vergabe von Buprenorphin in Betracht ziehen

Unter den Bedingungen der Coronapandemie können Substitutionsärzte, wenn medizinisch vertretbar, auch auf die Gabe von Buprenorphin ausweichen. Darauf weist die KV Bremen hin.

Die derzeitige Situation verlangt von substituierenden Ärzten eine pragmatische Abwägung zwischen suchtmedizinischen und infektionspräventiven Aspekten.  Grundsätzlich müssen Substitutionsmitteln unter persönlicher Aufsicht in der Praxis ausgegeben werden. Aus infektionspräventiven Gründen kann unter den aktuellen Bedingungen dies möglicherweise zu Komplikationen führen.

Für das Wochenende wäre das Ausstellen so genannter Z-Rezepte möglich. Die KV Bremen weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass Z-Rezepte nur für die Fälle vorgesehen sind, in denen die Substitutionsbehandlung nicht anderweitig gewährleistet werden kann. Voraussetzung dafür ist, dass der Verlauf der Behandlung die kurzfristige „Take- Home-Versorgung“ zulässt. Außerdem müssen Risiken der Selbst- oder Fremdgefährdung von dem behandelnden Arzt eindeutig ausgeschlossen werden.

Ist das nicht gewährleistet, empfiehlt die KV Bremen, weiterhin die Sicht-Vergabe unter Einhaltung der derzeitig vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen vorzunehmen, oder auf die alternierende Sicht-Vergabe von Buprenorphin – falls medizinisch vertretbar- alle zwei oder maximal drei Tage auszuweichen.

 

02.04.2020 | Häusliche Krankenpflege kann länger als 14 Tage verordnet werden

Bei der Verordnung häuslicher Krankenpflege (Muster 12) gelten ab sofort weitere Erleichterungen:

  • Die Erstverordnung kann nach individuellem Bedarf auch für längere Zeiträume ausgestellt werden. Die Beschränkung auf 14 Tage ist damit aufgehoben.
  • Folgeverordnungen können rückwirkend für bis zu 14 Tage ausgestellt werden.
  • Ebenfalls ausgesetzt werden Regelungen, wonach die Notwendigkeit für eine längere Dauer medizinisch begründet werden muss und die Folgeverordnung in den letzten 3 Arbeitstagen vor Ablauf des verordneten Zeitraums auszustellen ist.

Auch bei den Folgeverordnungen für häusliche Krankenpflege gilt, dass diese ohne direkten Patienten-Kontakt ausgestellt werden können. Der Postversand der Folgeverordnung wird mit der Gebührenordnungsposition 40122 geltend gemacht. 

 

01.04.2020 | Sind Ärzte für Beendigung der Quarantäne zuständig? Nein - aber für die Versorgung schon.

Seit der Allgemeinverfügung zur Absonderung von Personen vom 20. März gilt im Bundesland Bremen eine von Amtswegen verhängte Quarantäne für Menschen mit einer bestätigten Infektion. Behandelnde Ärzte sind für die Aufhebung der Quarantäne nicht zuständig, sie können dies lediglich empfehlen.

In der Allgemeinverfügung zur Absonderung von Personen, die mit dem Corona-Virus (SARS-CoV 2) infiziert sind oder Kontakt mit infizierten Personen hatten vom 20. März heißt es: „Personen, bei denen eine Infektion mit Corona-Viren (auch SARS-CoV 2) labordiagnostisch bestätigt wurde, wird ab der labordiagnostischen Bestätigung einer Infizierung untersagt, ihre Wohnung ohne ausdrückliche Zustimmung des Gesundheitsamtes zu verlassen.“ Dies gilt auch für Menschen, die Kontakt mit bestätigten Fällen hatten (z.B. mindestens 15 Minuten von Angesicht zu Angesicht im Abstand von weniger als zwei Metern oder sehr engem Kontakt für einen kürzeren Zeitraum). Eine Quarantäne wird also nicht mehr im Einzelfall auf Weisung eines Amtes angeordnet, sondern tritt automatisch in den oben genannten Fällen in Kraft.

Die Quarantäne endet nach der Allgemeinverfügung von Amtswegen, wenn folgende drei Punkte zutreffen:

  • Frühestens 14 Tage nach Symptombeginn bei Erfüllung aller folgender Kriterien:

  • Symptomfreiheit seit mind. 48 Stunden bezogen auf die akute COVID-19 Erkrankung und

  • nach Rücksprache mit der „ärztlichen Betreuung“

Nach Rechtsauffassung der KV Bremen steht der Patient in der Verantwortung, die Rücksprache mit seinem behandelnden Arzt zu suchen, der nach medizinischer Abwägung seinem Patienten lediglich empfehlen kann, die Quarantäne fortzuführen oder zu beenden. Die Entscheidung obliegt dem Patienten. Insofern ist es auch nicht notwendig, dass der Arzt ein „Gesundheitsattest“ ausstellt. Wichtig: Die medizinische Versorgung des Patienten bleibt natürlich in der Hand des behandelnden/überweisenden Arztes.

Eine alte Anordnung, wonach zwei negative Abstriche im Abstand von 24 Stunden zu entnehmen sind, um das Ende der Infektion zweifelsfrei nachzuweisen, ist nicht mehr gültig!

Die zitierte Allgemeinverfügung zur Absonderung von Personen, insbesondere die automatische Quarantäne von Amtswegen, gilt ausdrücklich nicht für im Gesundheitswesen beschäftigte Menschen. Das bedeutet, dass für Ärzte, Psychotherapeuten und medizinisches Fachpersonal, die Quarantäne nicht automatisch in Kraft gesetzt wird.

Unter die Allgemeinverfügung fallen die meisten Fälle, die relevant sind im Praxisalltag. Allerdings können Gesundheits- bzw. Ordnungsamt nach wie vor direkt eine Quarantäne verhängen. In diesen Fällen ist das Amt auch zuständig für die Beendigung der Quarantäne.

Hinweise zu Quarantäne und AU-Bescheinigung

Bei der Ausstellung von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen während einer Quarantäne ist folgendes zu beachten:

  • Ist der Patient krank, weil er zum Beispiel Schnupfen und leichte Halsschmerzen hat, stellt der Arzt eine AU-Bescheinigung aus. Eine AU kann auch nach telefonischer Anamnese für bis zu zwei Wochen ausgestellt und per Post zugesandt werden.
  • Zeigt der Patient keine Symptome, darf der Arzt keine AU-Bescheinigung ausstellen. Das gilt auch, wenn die Person auf das Virus positiv getestet wurde.

Symptomfreie Patienten in Quarantäne (zum Beispiel am Ende der Krankheit, aber noch vor Ablauf der 14-Tage-Regel) haben keinen Anspruch auf eine Verlängerung der AU. Etwaige Forderungen ihrer Arbeitgeber können diese Patienten mit Verweis auf die Allgemeinvergütung beantworten. Der Arbeitgeber kann sich nach dem Infektionsschutzgesetz die Lohnfortzahlung über die zuständigen Behörden erstatten lassen.

 

31.03.2020 | Zuständigkeiten bei Überweisungen an Radiologen beachten

Die Fachgruppe der Radiologen hat als Reaktion auf die Coronakrise für ausgewählte radiologische Leistungen Zuständigkeiten und Zeitfenster definiert. Überweisende Ärzte werden gebeten, den Einsatzplan zu beachten.

  • Radiologie am SJS, Schwachhauser Heerstraße 54, 28209 Bremen: Konventionelle Röntgenaufnahmen und Computertomographien der Lunge zunächst zeitlich organisatorisch begrenzt wochentags von 16:00 bis 18:00 Uhr.
  • MVZ am RKK, St.-Pauli-Deich 24, 29211 Bremen steht ein separater Thorax- Röntgenraum für Verdachtsfälle von 08:00 bis 17:00 Uhr zur Verfügung. Computertomographien der Lunge wochentags von 16:00 bis 17:00.
  • ZEMODI Sonneberger Straße 5, 28325 Bremen: Konventionelles Röntgen und Computertomographie  der Lunge: Dienstag bis Freitag 11:00 bis 13:00.
  • ZEMODI Bremen-Nord, Gerhard-Rohlfs-Str. 39, 28757 Bremen, können Mo., Di., Do., Fr. von 15:00 -17:00 Uhr und Mi. 11:00 -12:00 Konventionelles Röntgen und Computertomographie  der Lunge.
  • ZEMODI Bremen-Mitte, MRT für Notfälle bei Corona-Patienten: Montag bis Freitag von 19:00 – 21:00.
  • Sollten die CT-Kapazitäten nicht ausreichen, werden auch am Standort ZEMODI, Schwachhauser Heerstraße 63a, 28209 Bremen CT-Untersuchungen angeboten.
  • Bremerhaven IRNB, Bürgermeister-Smidt-Straße 166, 27568 Bremerhaven: Röntgen und CT der Lunge nach telefonischer Rücksprache.
  • GPX am DIAKO und LDW bitte nach telefonischer Rücksprache. (Telefonische Erreichbarkeit von 8:00 Uhr bis 12:00 Uhr und 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr)

 

31.03.2020 | Schnelle Informationen in Krisenzeiten: Nennen Sie der KV Ihre E-Mail-Adresse!

Das Fax hat ausgedient und ist fehleranfällig, die Post zu langsam: Die KV Bremen bittet alle Mitglieder darum, E-Mail-Adressen über ein Online-Formular zu melden bzw. zu  aktualisieren.

Die Coronakrise zeigt, dass das Informationsbedürfnis auch bei niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten riesig ist. Schnelle Kommunikation ist insbesondere in einer sehr dynamischen Entwicklung unentbehrlich. Die KV Bremen geht deshalb dazu über, ihre Mitglieder neben der Homepage per E- Mail (Newsletter) auf dem Laufenden zu. Dies hat den Vorteil, bestimmte Informationen schnell an ausgewählte Fachgruppen zu verteilen bzw. regional zu steuern. Deshalb bittet die KV Bremen alle niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten gegebenenfalls ihre E-Mail-Adressen zu melden bzw. zu aktualisieren. Dieser Appell geht insbesondere an die Mitglieder, die in den vergangenen Tagen keine E-Mail-Mitteilung von der KV Bremen erhalten haben.

Onlineformular

 

31.03.2020 | ICD-10 GM Kodierung COVID-19

Um durch Labortest gesicherte COVID-19-Infektionen von klinisch-epidemiologisch diagnostizierten abzugrenzen, hat die WHO eine Modifikation des Kodes U07.1 COVID-19 vorgenommen und zusätzlich die nichtbelegte Schlüsselnummer U07.2 der ICD-10 mit Inhalt belegt. Die Umsetzung in der ICD-10-GM erfolgt als Zusatzkodes (Ausrufezeichenkodes).

  • U07.1! ist für COVID-19-Fälle zu verwenden, bei denen das Virus SARS-CoV-2 durch Labortest nachgewiesen wurde.
  • U07.2! ist für COVID-19-Fälle zu verwenden, bei denen SARS-CoV-2 nicht durch Labortest nachgewiesen wurde, sondern die Infektion klinisch-epidemiologisch bestätigt wurde.

Bitte beachten Sie für die Kriterien der klinisch-epidemiologischen Bestätigung die Falldefinition des RKI.
Einige Fallkonstellationen und die jeweils klassifikatorisch korrekte Kodierung unter Berücksichtigung der Falldefinition des RKI vom 24.03.2020 sind in der Tabelle aufgeführt. Bitte beachten Sie: Die Falldefinition wird seitens des RKI ggf. angepasst.

Labor-diagnostischer Nachweis*
Klinisches Bild*
Epidemiologische Bestätigung*
CD-10-GM-Kodes
(§ 301 SGB V)
ICD-10-GM-Kodes mit Zusatz-kennzeichen für Diagnosen-sicherheit
(§ 295 SGB V)
Positives Testergebnis liegt vor
Nicht vorhanden
Nicht relevant
Z22.8
plus U07.1!
Z22.8 G
plus U07.1! G
Positives Testergebnis liegt vor
Vorhanden
Nicht relevant
Kode für die Manifestation, z.B. J12.8,
plus U07.1!
Kode für die Manifestation, z.B. J12.8 G,
plus U07.1! G
Positives Testergebnis liegt nicht vor**
Vorhanden: unspezifisch oder spezifisch
Positiv
Kode für die Manifestation, z.B. J12.8,
plus Z20.8
plus U07.2!
Kode für die Manifestation, z.B. J12.8 G,
plus Z20.8 G
plus U07.2! G
Positives Testergebnis liegt nicht vor**
Vorhanden
Negativ
Kode für die Symptomatik oder Erkrankung, z.B. J12.8, bei
Vorliegen einer Viruspneumonie
Kode für die Symptomatik oder Erkrankung, z.B. J12.8 G, bei
Vorliegen einer Viruspneumonie

 

30.03.2020 | Schmerztherapeutische Beratung jetzt auch per Video

Schmerztherapeutische Gespräche können ab 1. April auch per Video erfolgen. Diese Möglichkeit besteht nicht nur während der Coronavirus-Pandemie, sondern dauerhaft. Das hat der Bewertungsausschuss heute beschlossen.

Die Voraussetzung zur Abrechnung der Gebührenordnungsposition 30708 für die Beratung und Erörterung und/oder Abklärung im Rahmen der Schmerztherapie wird im EBM-Abschnitt 30.7.1 entsprechend angepasst. Mit dieser Entscheidung wurde der Einsatz der Videosprechstunde erneut erweitert.

 

30.03.2020 | Covid-Gesetz enthält Finanzhilfen für Praxen

Das Gesetz zum Ausgleich finanzieller Belastungen in Gesundheitseinrichtungen infolge von COVID-19 hat im Eilverfahren Bundestag und Bundesrat passiert. Es enthält auch Umsatzgarantien für Praxen von niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten.  
Ziel des Gesetzes ist es, die ambulante Versorgung der Bevölkerung während der Coronavirus-Pandemie auch bei reduzierter Inanspruchnahme durch Patienten zu sichern und drohende Praxisschließungen abzuwenden. Es enthält zugleich umfangreiche Finanzhilfen für den Krankenhaus- und Pflegebereich.

Für den ambulanten Bereich sieht das Gesetz vor, dass die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV) trotz reduzierter Leistungsmenge im regulären Umfang ausgezahlt wird. Die Krankenkassen müssen also genauso viel Geld für die Versorgung der Patienten bereitstellen wie zu „normalen“ Zeiten.

Voraussetzung für eine Ausgleichszahlung ist eine Fallzahlminderung in einem Umfang, die die Fortführung der Arztpraxis gefährden würde. Die Entscheidung darüber, wann eine solche Fallzahlminderung vorliegt, haben die KVen im Benehmen mit den Krankenkassen zu treffen.
Die Entscheidung hat sich an dem Ziel zu orientieren, die gesamte MGV an die Vertragsärzte und -psychotherapeuten auszuzahlen. In den Honorarverteilungsmaßstäben sind entsprechende Regelungen für den Ausgleich vorsehen.
Ärzte und Psychotherapeuten haben zudem Anspruch auf eine Ausgleichszahlung für extrabudgetäre Leistungen wie Früherkennungsuntersuchungen und ambulante Operationen. Dafür muss allerdings der Gesamtumsatz ihrer Praxis (EGV und MGV) um mindestens zehn Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal sinken und die Fallzahl zurückgehen. 
Durch die Entschädigungen sind die Honorarverluste in der EGV zu 90 Prozent auszugleichen. Zudem ist geregelt, dass Ausgleichszahlungen mit Entschädigungen, die beispielsweise nach dem Infektionsschutzgesetz bei einer angeordneten Quarantäne gezahlt werden, verrechnet werden müssen.
 

27.03.2020 | Praxis offen oder zu? Wöchentliche Statusmeldung über Online-Formular

Aktuelle Informationen über die Versorgungssituation in Bremen und Bremerhaven sind vor allem in der Krise unerlässlich. Deshalb weist die KV Bremen alle niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten an, wöchentlich über ein Online-Formular Meldung zu erstatten, ob die Praxis weiterhin am Netz ist oder geschlossen wurde: Statusmeldung

 

27.03.2020 | Kontaktlos mit der KV Bremen kommunizieren

Die KV Bremen hat interne Abläufe umgestellt und Verfahrensregeln geändert, die es Praxen erlauben, kontaktlos mit der KV-Verwaltung zu kommunizieren.

  • Bitte senden Sie schriftliche Unterlagen, wie Quartalserklärungen, Abrechnungsscheine, Anträge etc., nur noch per Post oder werfen Sie diese in den Briefkasten der KV Bremen! Die KV-Mitarbeiter dürfen diese nicht persönlich entgegennehmen und auch keine Empfangsbestätigung ausfüllen. Dies gilt insbesondere für die Termine der Abrechnungsabgabe 1/2020 in Bremerhaven und Bremen.
  • Alternativ können Sie folgende Unterlagen - ausgefüllt und unterschrieben - auch eingescannt per E-Mail an die KV Bremen versenden:
  • Bitte sehen Sie von telefonischen Nachfragen des Eingangs Ihrer Quartalsabrechnung ab! Sollten Ihre Abrechnung oder wichtige Unterlagen fehlen, wird der zuständige Mitarbeiter der Abrechnung sich mit Ihnen in Verbindung setzen.
  • Formulare können Sie „kontaktlos“ bei der Abteilung Zentrale Dienste unter zd@kvhb.de bestellen! Die Formulare stehen dann drei Werktage später im Eingang des Empfangs der KV Bremen fertig gepackt und beschriftet zur Abholung für Sie bereit. Beispiel: Sie bestellen am Freitag die Formulare, dann können Sie am Mittwoch Ihr Paket abholen.
  • Datenmüll kann derzeit nicht bei der KV Bremen entsorgt werden.
  • Ebenso können Sie derzeit keine Gebühren am Empfang der KV Bremen per Kartenzahlung durchführen, sondern nur per Überweisung.
  • Da uns viele Anfragen zur Corona-Pandemie erreichen, bitten wir um Ihr Verständnis, dass es zu Verzögerungen bei der Beantwortung von Anfragen sowie bei der Bearbeitung von Anträgen, Widersprüchen und Honorarkorrekturen kommen kann

Erklärung in eigener Sache: „Auch wenn die Ihnen bekannten Mitarbeiter der KV Bremen gerade nicht persönlich für Sie da sind, stehen wir Ihnen selbstverständlich telefonisch und per E-Mail gerne zur Verfügung.“

Zu bestimmten Fragestellungen im Zusammenhang mit Corona können Sie sich an diese zentralen Rufnummern wenden:

  • Corona-Ambulanz/Fieberambulanz: 0421/3404-328 und -181
  • Abrechnung Corona: 0421/3404-300 und -301
  • Videosprechstunde: 0421/3404-118 und -301
  • Schutzmittel: 0421/3404-178 und -105
  • Entschädigung: 0421/3404-150 und -341

 

27.03.2020 | Therapeutische Alternativen zu Paracetamol prüfen

Aktuell bestehen Lieferengpässe bei paracetamolhaltigen Arzneimitteln. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) fordert daher dazu auf, dass verschreibungspflichtige paracetamolhaltige Arzneimittel nur nach Prüfung therapeutischer Alternativen und nur in der medizinisch notwendigen Packungsgröße verordnet werden sollen.
Darüber hinaus hat sich das BMG auch zu sogenannten Vorratsverordnungen geäußert. Die Verordnung von Medikamenten insbesondere bei chronisch kranken Patienten sollte im gewohnten Umfang fortgesetzt werden, zum Beispiel mit einer N3-Packung. Ferner sollte auf eine zusätzliche Ausstellung von Privatrezepten, soweit sie aus ärztlicher Sicht nicht erforderlich sind, verzichtet werden. Damit sollen Versorgungsengpässe vermieden werden.

 

27.03.2020 | Dialyse-Versorgung in Zeiten des Coronavirus

Um die Versorgung von Dialyse-Patienten in Zeiten des Coronavirus sicherzustellen, haben KBV und GKV-Spitzenverband einen Notfallplan verabschiedet. Dieser ist am 23.03.2020 in Kraft getreten und vorerst bis zum 30.06.2020 befristet.

Durch Einführung der Notfallmaßnahmen können Dialyseeinrichtungen bei Bedarf schnell und unbürokratisch reagieren und von den Vorgaben der Anlage 9.1 BMVÄ (Versorgung chronisch niereninsuffizienter Patienten) und der QS-Vereinbarung zu den Blutreinigungsverfahren (§ 135 Abs. 2 SGB V) abweichen. So könnten zum Beispiel unkompliziert Patienten anderer Praxen übernommen werden, falls diese krankheitsbedingt ausfallen oder Einrichtungen aus Gründen des Infektionsschutzes nicht in dem gewohnten Umfang weiterarbeiten können.

Auch muss im Bedarfsfall reagiert werden, wenn sich Dialyse-Patienten mit dem Virus infiziert haben. So könnte es sinnvoll sein, dass einige Dialysepraxen ausschließlich Patienten versorgen, die sich mit dem COVID-19-Virus angesteckt haben. Durch diese Trennung kann das Infektionsrisiko für alle anderen Dialyse-Patienten verringert werden.

Sollte von den eigentlich geltenden Dialyse-Vorgaben abgewichen werden, benötigt die KV Bremen darüber eine Information der Praxis. Diese kann auch im Rahmen der Quartalsabrechnung erfolgen, indem zu den abgerechneten Leistungsziffern ein Hinweis im „freien Begründungstext“ erfolgt (z.B. „Patient übernommen von Praxis XY.“; Feldkennung 5009).

Zuschlagsziffern für die Infektionsdialyse

Zusätzlich sind die Gebührenordnungspositionen 40835 (Zuschlag zu den Kostenpauschalen nach 40816, 40823 oder 40825) und 40836 (Zuschlag zu den Kostenpauschalen 40815, 40817, 40818, 40819, 40824, 40826 bis 40828) für die Infektionsdialysen nun auch bei folgenden Patientengruppen berechnungsfähig:

  • Patienten, die mit dem COVID-19-Virus infiziert sind
  • Patienten, die gemäß §§ 28 und 30 IfSG unter Quarantäne gestellt sind
  • Kontaktpersonen der Kategorie I des Robert-Koch-Instituts.

Sofern die GOP 40835 bzw. 40836 bei einem Patienten der o. g. Gruppen abgerechnet wird, denken Sie bitte an die entsprechende ICD-10-Kodierung: Im Zusammenhang mit COVID-19 kodieren Ärzte die jeweiligen Erkrankungen oder Symptome und geben zusätzlich den Kode U07.1 an. Angaben zur Diagnosesicherheit erfolgen über das Zusatzkennzeichen „V“ für Verdacht oder „G“ für gesichert. Bitte beachten Sie folgende Erläuterungen und Beispiele der KBV unter: www.kbv.de/html/1150_44884.php .

Abrechnung: Daniela Scheglow: 0421.34 04-315 | d.scheglow@kvhb.de
QS-Vereinbarung: Alexandra Thölke, 0421.3404-330 | a.thoelke@kvhv.de

 

27.03.2020 | Desinfektionsmittel in Bremer Apotheken verfügbar

Bremer Apotheken verfügen aktuell wieder über Bestände an selbst gefertigten Desinfektionsmitteln. Das teilt der Bremer Apothekerverband teilt mit.

Die KV Bremen weist deshalb darauf hin, dass sich Praxen mit Desinfektionsmitteln über Apotheken ausstatten können. Da nicht sämtliche Apotheken eigene Desinfektionsmittel herstellen, gilt die Empfehlung, gegebenenfalls mehrere Apotheken zu kontaktieren. Da die Lieferung von Rohstoffen an Bremer Apotheken weiter läuft, wird auch in der kommenden Woche mit der Verfügbarkeit von Mitteln zur Oberflächendesinfektion gerechnet. Grundsätzlich seien die Preise etwas höher und entsprächen nicht den gewohnten Großhandels-Konditionen, teilt der Apothekerverband mit.

 

27.03.2020 | Videoanleitung zum richtigen Umgang mit Schutzmitteln

In Krisenzeiten mit knappen Ressourcen ist der korrekte Umgang mit Schutzmitteln wichtiger denn je. In einer Videoanleitung erklärt der Bremer Arzt Dr. Uwe Schwichtenberg, wie eine Schutzausrüstung richtig angelegt und ausgezogen wird. Außerdem gibt es nützliche Tipps zum ressourcensparenden Umgang mit Schutzmasken. Video bei Youtube: https://youtu.be/03e1-8Wk_Tc

 

26.03.2020 | Abstriche: Wer wird getestet? Und wer nicht?

Risikopatienten mit akuten respiratorischen Symptomen sollen vorrangig auf das Coronavirus getestet werden. Das sehen die neuen Kriterien des Robert Koch-Instituts vor. Menschen ohne Krankheitszeichen sollen danach grundsätzlich nicht getestet werden, Menschen mit akuten respiratorischen Symptomen ohne Vorerkrankungen nur bei ausreichender Testverfügbarkeit.

Wer mild erkrankt, kein Risikopatient sei und mangels Testkapazitäten derzeit nicht getestet werden könne, solle zu Hause bleiben und Abstand zu anderen halten, stellte RKI-Präsident Prof. Lothar H. Wieler heute bei der Vorstellung der Test-Kriterien vor Journalisten klar.

Zu den Fällen, die weiterhin labordiagnostisch abgeklärt werden, gehören Personen mit akuten respiratorischen Symptomen, die in den vergangenen 14 Tagen Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall hatten. Das bisherige Kriterium, dass ein Patient in einem Gebiet mit COVID-19-Fällen gewesen sein muss, entfällt angesichts der immer weiteren Ausbreitung des Erregers.

Ein Test soll nach den neuen Kriterien auch durchgeführt werden, wenn es klinische oder radiologische Hinweise auf eine virale Pneumonie gibt. Außerdem werden jetzt Beschäftigte in Arztpraxen, im Pflegebereich und Krankenhaus besonders berücksichtigt. Dort Tätige müssen bei akuten respiratorischen Symptomen auf das SARS-CoV-2 getestet werden.
 

26.03.2020 | U-Untersuchungen: Untersuchungszeiträume ab U6 ausgesetzt

Ärzte können Kinder-Früherkennungsuntersuchungen ab der U6 jetzt auch durchführen und abrechnen, wenn die vorgegebenen Untersuchungszeiträume und Toleranzzeiten überschritten sind.
Die Zeiträume für die Kinder-Früherkennungsuntersuchungen sind in der Kinder-Richtlinie geregelt und entsprechend im EBM festgelegt. KBV und GKV-Spitzenverband haben nun vereinbart, dass diese festen Zeiträume für die U6, U7, U7a, U8 und U9 bis zum 30. September 2020 ausgesetzt werden.

 

26.03.2020 | Vorübergehend kein Mammographie-Screening

Angesichts der Infektionsgefahr durch das Coronavirus wird das Mammographie-Screening vorerst ausgesetzt. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss gestern in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Gesundheit beschlossen. Die Standorte aller Screening-Einheiten werden zum Ende dieser Woche vorübergehend geschlossen. Bis zum 30. April werden keine Einladungen verschickt. Nach Beendigung der Aussetzung wird der Einladungsversand umgehend nachgeholt.

 

25.03.2020 | Übersicht Corona-Ambulanzen

 

Corona Ambulanz Bremen-Stadt (nahe Galopprennbahn)

Die niedergelassenen Ärzte in Bremen-Stadt sind über Verfahren und Ansprechpartner informiert.

 

Corona Ambulanz Bremen-Nord

Die niedergelassenen Ärzte in Bremen-Nord sind über Verfahren und Ansprechpartner informiert.

 

Corona Ambulanz Messehallen

Fax für Überweisungen: 0421/35059211
Hinweis: Bitte auf der Überweisung die Faxnummer für etwaige Rückmeldungen lesbar notieren.

Messehalle 5 und 6 - Messe Bremen, Theodor-Heuss-Allee 15, 28215 Bremen
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 bis 14 Uhr
Homepage

 

Corona Ambulanz Bremerhaven

Fax für Überweisungen: 0471/98216660
Hinweis: Bitte auf der Überweisung die Faxnummer für etwaige Rückmeldungen lesbar notieren.

Dr. Franz Mehrtens Straße 4, 27580 Bremerhaven
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 16 bzw. 17 Uhr, Samstag und Sonntag 9 bis 12 bzw. 13 Uhr
Homepage

 

25.03.2020 | Auch Postversand bestimmter Hilfsmittelrezepte wird erstattet

Auch für den Postversand bestimmter Hilfsmittelrezepte werden Ärzten vorübergehend die Portokosten erstattet. Konkret geht es um Hilfs- und Verbandmittel, die auf Muster 16 verordnet werden, zum Beispiel Blutzuckerstreifen oder Produkte zur Inkontinenzversorgung. Das hat der Bewertungsausschuss beschlossen. Grund ist auch hier der gestiegene Bedarf für nicht persönliche Arzt-Patienten-Kontakte im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie. Die Regelung gilt nicht für Seh- und Hörhilfen, die auf Muster 8 beziehungsweise auf Muster 15 verordnet werden. Bei ihnen ist vor einer Verordnung in der Regel eine ärztliche Überprüfung der Werte medizinisch erforderlich. Die Portokosten werden wie beim Versand von Arzneirezepten oder Überweisungen (die PraxisNachrichten berichteten) in Höhe von 90 Cent erstattet. Die Abrechnung erfolgt über die Gebührenordnungsposition (GOP) 40122. Die Regelung ist zunächst zeitlich befristet bis 30. Juni 2020.

Hinweise zu GOP 01430 und 01435

Außerdem hat der Bewertungsausschuss etwas klargestellt: Die Abrechnung des Portos ist vorübergehend auch neben der GOP 01430 für den sogenannten Verwaltungskomplex und neben der GOP 01435 für die Bereitschaftspauschale berechnungsfähig. Konkret heißt das für die Praxis: Auch wenn ein Patient am Praxistelefon mit dem medizinischen Personal gesprochen hat, nicht aber mit dem Arzt selbst, darf dieser das Porto für die Rezeptzusendung abrechnen. Voraussetzung für jede Zusendung ist, dass der Patient bei dem Arzt in Behandlung ist.

Vorlage der eGK nicht erforderlich

Da es sich um bekannte Patienten handelt, gilt für das Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) das übliche Verfahren: Findet in einem Quartal ausschließlich ein telefonischer Kontakt statt, übernehmen Ärzte die Versichertendaten aus der Patientenkartei. Die Vorlage der eGK ist in diesem Fall nicht erforderlich.

 

25.03.2020 | KV-Vorstand Dr. Jörg Hermann: Jede Maske hilft!

Warum einfache Schutzmasken derzeit nahezu genauso gut schützen wie FFP2/3-Masken, schildert Dr. Jörg Hermann, Vorstandsvorsitzender der KV Bremen, in einer persönlichen Mitteilung an die Mitglieder der KV Bremen.

OP-Gesichtsschutzmasken aus mehrlagigem Papier halten Tröpfchen fern. Besonders wichtig bei infektiösen, hustenden und niesenden Patienten vor deren Nase, zum Schutz anderer.

Als sinnvoller Schutz von nicht-infiziertem Medizinpersonal wurden sie bisher nicht angesehen, hier wurden FFP2 oder 3 Filtermasken empfohlen. Der Unterschied in der Schutzwirkung ist entscheidend: FFP wirken gegen Aerosol-Übertragung, Papiermasken und alle Hilfskonstrukte nur gegen Tröpfchenübertragung.

Aerosolübertragung ist bekannt von Masern und Windpocken (daher die hohe Kontagiosität). Bei Cov-2 geht man heute mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von ausschließlicher Tröpfchenübertragung aus. Leider landen die Tröpfchen auch auf Oberflächen, wo das Virus u.U. mehr als einen Tag ansteckungsfähig bleiben könnte.

Die Folgerung hieraus ist:

  1. Hände waschen/ desinfizieren ist mit Abstand die wichtigste Maßnahme für Laien und Medizinpersonal.
  2. Regelmäßige Oberflächenreinigung (-desinfektion, wenn vorhanden) ist essenziell.
  3. Einfache Schutzmasken haben sicher nahezu die gleiche Schutzwirkung wie Masken mit Filtern. Schals, Tücher, Bastelmasken sind besser als nichts.

Wie komme ich zu dieser Einschätzung:

„The weight of the evidence suggests that the new coronavirus can exist as an aerosol only under very limited conditions, and that this transmission route is not driving the pandemic. But “limited” conditions does not mean “no” conditions, underlining the need for health care workers to have high levels of personal protection, especially when doing procedures such as intubation that have the greatest chance of creating coronavirus aerosols. “I think the answer will be, aerosolization occurs rarely but not never,” said microbiologist and physician Stanley Perlman of the University of Iowa. “You have to distinguish between what’s possible and what’s actually happening.”

When researchers in Singapore tested the air in the rooms of three Covid-19 patients, they found no virus particles on cleaned surfaces or in the air even when they took samples on days the patients were symptomatic and presumably shedding virus into the air, they reported this month in the Journal of the American Medical Association. In the room of the third patient, who shed more virus, virus particles were present on ventilation fans and numerous surfaces — but all air samples were negative. “( Published Online: March 4, 2020. doi:10.1001/jama.2020.3227)

 

24.03.2020 | Psychotherapie: Sprechstunde und probatorische Sitzungen jetzt auch per Video

Um die psychotherapeutische Versorgung während der Coronavirus-Krise zu erleichtern, haben KBV und GKV-Spitzenverband einige Sonderregelungen beschlossen. Sie gelten ab sofort und betreffen die Videosprechstunde und die Umwandlung von Gruppen- in Einzeltherapien. Die Durchführung von Psychotherapeutischen Sprechstunden und probatorischen Sitzungen (auch neuropsychologische Therapie) werden zunächst bis zum 30. Juni 2020 auch im Rahmen der Videosprechstunde ermöglicht.
Bislang war dies nur bei bestimmten Leistungen der Richtlinien-Psychotherapie möglich und nur, wenn vorher ein persönlicher Kontakt zwischen Patient und Psychotherapeut stattgefunden hat.

Video-Lösung nur für Einzelfälle

Grundsätzlich erfordert die Psychotherapeutische Sprechstunde weiterhin die Anwesenheit der Patienten: Insbesondere für Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung ist der unmittelbare persönliche Kontakt im Regelfall notwendig. Gegebenenfalls muss die Sprechstunde auf ein Mindestmaß reduziert werden, um Infektionsrisiken zu minimieren.
Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie kann es im Einzelfall sinnvoll sein, Patienten den Weg in die Praxis nicht zuzumuten, wenn dadurch andere Gefahren vermieden werden können. Hierfür wurde die Psychotherapie-Vereinbarung jetzt entsprechend für einen begrenzten Zeitraum angepasst.
Dies erlaubt es, diagnostische Einschätzungen und eine Einleitung von Psychotherapie auch per Video vorzunehmen. Eine Psychotherapie kann somit auch ohne persönlichen Kontakt zwischen Patient und Therapeut beginnen. Dies sollte besonderen Einzelfällen vorbehalten bleiben.
Zudem müssen die Vorgaben der Landeskammer zur Berufsordnung in Bezug auf die Gestaltung der Erstkontakte beachtet werden.

Hinweise zur Abrechnung

Zur Umsetzung der Sonderregelungen wurde der EBM so angepasst, dass die entsprechenden Gebührenordnungspositionen bis zum 30. Juni auch abgerechnet werden dürfen, wenn die Leistungen in einer Videosprechstunde durchgeführt wurden.
Videosprechstunde: Übersicht zur Vergütung KBV (pdf)

Umwandlung von Gruppentherapie

Genehmigte Leistungen einer Gruppenpsychotherapie können übergangsweise in Einzelpsychotherapie umgewandelt werden, ohne dass hierfür eine gesonderte Antragstellung bei der Krankenkasse oder Begutachtung erfolgen muss. Auch diese Regelung gilt bis 30. Juni. Die Umwandlung erfolgt über die „Therapieeinheit“ und muss lediglich formlos der Krankenkasse mitgeteilt werden (kein Formular notwendig).
Für je eine Therapieeinheit genehmigte Gruppentherapie (entspricht einer Sitzung mit 100 Minuten) kann bei Bedarf maximal je Patient der Gruppe eine Einzeltherapie (entspricht einer Sitzung mit 50 Minuten) durchgeführt und abgerechnet werden.
Durch die Umwandlung von Gruppen- in Einzelsitzungen können im unmittelbaren persönlichen Kontakt Infektionsrisiken minimiert werden, wenn dies erforderlich ist. Ein weiterer Vorteil: Einzelsitzungen können auch in einer Videosprechstunde durchgeführt werden.

Hinweise zu Hygiene- und Schutzmaßnahmen für Psychotherapeuten

Psychotherapeutische Behandlungen sind auch im unmittelbaren persönlichen Kontakt weiterhin notwendig und sinnvoll. Zur Versorgung der Bevölkerung müssen die Praxen daher, soweit es die äußeren Umstände erlauben, auch physisch für Patienten erreichbar bleiben.
Insbesondere in Akutfällen und gerade in Zeiten, die die psychische Belastbarkeit zunehmend herausfordern, ist eine therapeutische Konstante am Ort der Praxis wichtig.
Die Durchführung von Gruppentherapien ist weiterhin zulässig, da es sich hierbei um medizinisch notwendige Maßnahmen handelt.
Ob eine Durchführung weiterhin zumutbar ist, müssen Therapeuten im Rahmen ihrer Verantwortung abwägen. Sie sollten kritisch prüfen, ob dies unter Beachtung des Infektionsschutzes möglich ist oder gegebenenfalls ein verstärktes Angebot von Einzelkontakten über einen begrenzten Zeitraum sinnvoller ist.

 

24.03.2020 | Verdachtsabklärung: RKI veröffentlicht neue Kriterien zur Testung und Meldung

Das Robert Koch-Institut hat heute seine Kriterien zur Verdachtsabklärung angepasst. Danach sollen nur Personen mit Symptomen auf das Coronavirus getestet werden, insbesondere solche, die zu einer Risikogruppe gehören.

RKI-Kriterien für die Testung auf SARS-CoV-2

Egal, ob der Patient einen Arzt per Video oder Telefon konsultiert oder in die Praxis kommt, eine der häufigsten Fragen ist: Wer wird getestet? Die Entscheidung trifft der Arzt auf Basis der Kriterien des Robert Koch-Institutes (RKI). Danach sollte eine Testung nur bei Vorliegen von Krankheitssymptomen erfolgen und zwar in diesen Fällen:

  1. Akute respiratorische Symptome und Kontakt zu einer infizierten Person in den letzten 14 Tagen
  2. Klinische oder radiologische Hinweise auf eine virale Pneumonie im Zusammenhang mit einer Fallhäufung in Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern
  3. Klinische oder radiologische Hinweisen auf eine virale Pneumonie ohne Hinweis auf eine andere Ursache
  4. Akute respiratorische Symptome bei Risikogruppen (Alter über 60, immunsupprimiert, onkologische Behandlung etc.) oder Beschäftigten im Pflegebereich, in Arztpraxen oder Krankenhäusern
  5. Nur bei ausreichender Testverfügbarkeit: akute respiratorische Symptomen ohne Risikofaktoren

Die Konstellationen 1 und 2 gelten als begründeter Verdachtsfall und müssen dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet werden.
Die Kassen übernehmen die Kosten, wenn der Arzt den Test für medizinisch notwendig erachtet.

Weitere Informationen: www.kbv.de

 

24.03.2020 | HanseSani soll überflüssige Transporte verhindern

Seit dem 23. März 2020 hat der Rettungsdienst im stadtbremischen Rettungsdienst ein neues Rettungsmittel in Betrieb genommen. Ein erfahrener Notfallsanitäter fährt Einsatzstellen an, bei denen es gemäß telefonischen Meldebild in der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle fraglich ist, ob ein Transport in eine Klinik notwendig ist.

Ziel des Konzeptes HanseSani ist, überflüssige Transporten und Klinikaufnahmen zu vermeiden. Sollte sich nach der Untersuchung durch den HanseSani herausstellen, dass ein Transport des Patienten zum Hausarzt, KV-Bereitschaftsdienst oder Krankenhaus unvermeidlich ist, wird durch den HanseSani ein geeignetes Transportmittel alarmiert. Bei akut überwachungspflichtigen Patienten werden Fahrzeuge des Rettungsdienstes (NTW, RTW, Notarzt) alarmiert. Sollte dieses allerdings nicht erforderlich sein, so kann der HanseSani eine Transportbescheinigung ausstellen. Damit ist ein Transport zum Beispiel mit einem KTW eines privaten Unternehmens oder mit einem Taxi möglich. Mit der Bescheinigung soll dann ein Transportschein nach Beendigung des Patiententransportes in einer Praxis bzw. Krankenhaus durch die Praxis ausgestellt werden. Dieses Verfahren ist mit den Kostenträgern abgestimmt.

Im Rahmen der Dienstgruppe HanseSani sind immer zwischen 1 und 3 parallel im Dienst. Diese speziell ausgebildeten Notfallsanitäter haben alle erforderlichen Ausstattungen dabei, Patienten zu untersuchen. Auch eine kleine Bedarfsmedikation (ACC, PCM und Otriven) kann ausgeteilt werden. Es besteht immer ein CallBack-Verfahren zur Ärztlichen Leitung Rettungsdienst.

 

24.03.2020 | AU-Bescheinigung per Telefon von 7 auf 14 Tage ausgeweitet

Vertragsärzte dürfen Patienten ab sofort bis zu 14 Tage am Telefon krankschreiben. Voraussetzung ist, dass es sich um eine leichte Erkrankung der oberen Atemwege handelt. In solchen Fällen ist die telefonische AU auch möglich, wenn der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus besteht.
Bereits seit etwa zwei Wochen dürfen Ärzte nach telefonischer Anamnese eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung beziehungsweise eine ärztliche Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei der Erkrankung eines Kindes für bis zu einer Woche ausstellen.

Telefonische AU auch im Verdachtsfall
Jetzt haben KBV und Krankenkassen die Regelung noch einmal erweitert. Neu neben der längeren Dauer von bis zu 14 Tagen ist, dass unter die Regelung auch Patienten fallen, bei denen ein Infektionsverdacht besteht. Voraussetzung ist immer, dass es sich um leichte Beschwerden der oberen Atemwege handelt.
Damit können Patienten im Verdachtsfall zu Hause bleiben und müssen nicht wegen der bloßen Attestierung einer Arbeitsunfähigkeit extra in die Praxis kommen. Gleichzeitig soll das Risiko für eine Ausbreitung des Virus reduziert werden.

Arzt informiert über Test
Sollte bei einem Patienten mit Infektionsverdacht eine Labordiagnostik (nach RKI-Kriterien) erforderlich sein, informiert der Arzt ihn darüber, wo er sich testen lassen kann und schickt an die entsprechende Corona-Ambulanz (Testzentrum) die Überweisung für den Patienten. Der Arzt muss außerdem darauf hinweisen, dass der Patient unverzüglich einen Arzt aufsucht – nach telefonischer Anmeldung –, falls es ihm gesundheitlich schlechter geht.

Die Regelung zur telefonischen AU ist bis zum 23. Juni befristet.

AU-Bescheinigung per Telefon

Abrechnung:

  • Versicherten- bzw. Grundpauschale plus GOP 40122 für das Porto (0,90 Euro): Der Patient war in dem Quartal mindestens einmal in der Praxis oder hatte einen Arzt-Kontakt per Videosprechstunde
  • GOP 01435 (88 Punkte / 9,67 Euro) plus GOP 40122 für das Porto (0,90 Euro): Der Patient war in dem Quartal weder in der Praxis noch in einer Videosprechstunde

Verwendung der eGK
Auch für die telefonische AU-Bescheinigung benötigen Ärzte für die Abrechnung die Versichertenstammdaten des Patienten. Hierbei gibt es folgende drei Konstellation:

  • Der Patient war in dem Quartal in der Praxis, die elektronische Gesundheitskarte wurde eingelesen: Die Versichertendaten liegen bereits vor.
  • Der Patient ist der Praxis bekannt, war in dem Quartal aber nicht da: Die Praxis übernimmt die Versichertendaten aus der Patientenakte.
  • Der Patient ist unbekannt, er war noch nicht in der Praxis. Das Praxispersonal erfragt am Telefon die Versichertendaten und pflegt sie händisch ein:
            -  Name des Versicherten
            - Wohnort des Versicherten (PLZ)
            - Geburtsdatum des Versicherten
            - Krankenkasse
            - Versichertenart (Mitglied, Familienversichert, Rentner)

Alle Regelungen gelten auch für die Ausstellung einer ärztlichen Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei der Erkrankung eines Kindes (Muster 21).

 

23.03.2020 | Spahn sagt Praxen Unterstützung zu

In einem offenen Brief wendet sich Gesundheitsminister Jens Spahn an alle niedergelassenen Ärzte. Er verspricht, alle gesetzlichen Maßnahmen zu prüfen, um Verluste durch die Coronakrise auszugleichen.

Offener Brief von Gesundheitsminister Spahn (pdf - 226 kB)
 

23.03.2020 | Versand von Folgerezepten, Überweisungen und andere Verordnungen per Post kann abgerechnet werden

Bei medizinischer Notwendigkeit können im Rahmen eines anderen Arzt-Patienten-Kontaktes Folge-Arzneimittelverordnungen (Wiederholungsrezepte), Überweisungsscheine und/oder anderen ärztlichen Verordnungen ausgestellt und diese per Post an den Versicherten versendet und abgerechnet werden. Konkret umfasst sind von der getroffenen Regelung:

  • Folge-Arzneimittelverordnungen(auch BtM-Rezepte),
  • Verordnungen einer Krankenbeförderung (Muster 4),
  • Überweisungen (Muster 6 und 10) und
  • Folgeverordnungen für die häusliche Krankenpflege (Muster 12) sowie für Heilmittel (Muster 13, 14, und 18)

gemäß den Vordrucken für die vertragsärztliche Versorgung (Anlage 2 zum BMV-Ärzte).

Voraussetzung für die Ausstellung ist, dass der Patient im laufenden Quartal oder im Vorquartal in der Arztpraxis persönlich vorstellig war.

Ärzte rechnen für den Versand des Wiederholungsrezeptes, des Überweisungsscheines oder einer anderen Verordnung die Gebührenordnungsposition 40122 (Transport von Briefen bis 50 g (Kompaktbrief)) ab, die mit 90 Cent dotiert ist.
Die in den Allgemeinen Bestimmungen 7.1 getroffene Regelung, dass Versand- und Transportkosten grundsätzlich in den Gebührenordnungspositionen enthalten sind, wird somit übergangsweise ausgesetzt.

Das Unterschriftenverfahren für den Beschluss des Bewertungsausschusses ist eingeleitet. Der Beschluss tritt mit Unterzeichnung in Kraft und ist befristet bis zum 30. Juni 2020.

 

20.03.2020 | Honorareinbußen nach Corona: KV Bremen spannt Schutzschild

Die KV Bremen spannt einen Schutzschild, um Honorareinbußen und Liquiditätsengpässe als Folge der Coronakrise in den Praxen in Bremen und Bremerhaven zu minimieren.

Während der ersten drei Quartale 2020 zahlt die KV Bremen Abschläge in der bisher festgelegten Höhe. Die RLV der Zukunft werden auf „normale“ Quartale aufgesetzt: Wenn es Einbußen aufgrund Coronakrise  gab, werden die Quartale 1-3/2021 nicht auf dem entsprechenden Vorjahresquartal aufgesetzt. Weiterführende Informationen sowie Angaben zu Entschädigungszahlungen und Kurzrarbeit hat die KV Bremen in einem Infoblatt zusammengefasst:
Informationen zu Entschädigungszahlungen und Kurzarbeit (pdf - 89 kB)

 

20.03.2020 | Infos zu Kurzarbeit, Praxisorganisation und Finanzen

Der NAV-Virchowbund hat einige nützliche Informationen zu den Themen Kurzarbeit, Praxisorganisation sowie Recht und Finanzen.

 

20.03.2020 | So stellen Praxen einen Passierschein aus

Um auf eine etwaige Ausgangssperre vorbereitet zu sein, empfiehlt die KV Bremen ihren Mitgliedern präventiv für das Praxispersonal einen Berechtigungs- bzw. Passierschein auszustellen. Es sollte sich um ein Dokument auf dem offiziellen Briefpapier der Praxis handeln, das mit der Unterschrift des Praxisinhabers versehen ist und die Angaben zur Person enthält.

Folgende Textbausteine sind sinnvoll:

  • „Erklärung über das Bestehen dringender beruflicher Gründe – wichtiges Dokument – sorgfältig aufbewahren und mitzuführen“
  • „Die oben genannte Person ist in der Arztpraxis _____________ tätig und muss zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung den Arbeitsplatz in ________________________ erreichen.“
  • „Die oben genannte Person ist gehalten, den einfachsten und sichersten Weg zu wählen und nach Beendigung der Tätigkeit umgehend den Wohnort aufzusuchen.“

 

20.03.2020 | Verteilung von Schutzmitteln: KV informiert rechtzeitig über das Verfahren

Dieser Tage erreichen Lieferungen vom Bundesbeschaffungsamt mit Schutzmitteln die Landes-KVen. Die KV Bremen wird ihre Mitglieder rechtzeitig darüber informieren, wie die Verteilung an die Praxen vorgenommen wird. Dies wird frühestens in der 13. Kalenderwoche der Fall sein.

Die KV Bremen empfiehlt ihren Mitgliedern, sich über die Coronaseite auf www.kvhb.de auf dem Laufenden zu halten bzw. Faxe oder E-Mail-Nachrichten von der KV Bremen zu beachten. Auf diesen Kanälen werden die Informationen zum Prozedere veröffentlicht.

Die KV Bremen bittet ihre Mitglieder eindringlich darum, von telefonischen Nachfragen Abstand zu nehmen. Es werden keine Bestellungen aufgenommen.

Die Lieferungen vom Bundesbeschaffungsamt sind in der Menge stark begrenzt, so dass lediglich kleine Mengen an Praxen distribuiert werden können. Es ist davon auszugehen, dass diese Kleinstmengen lediglich zur Überbrückung von wenigen Tagen dienen, bis die „normale“ Lieferkette wieder in Gang kommt.

 

20.03.2020 | PM: KV Bremen ruft zu Spende von Schutzmaterial und Desinfektionsmittel auf (pdf - 74 kB)

 

19.03.2020 | Corona-Ambulanz in Bremerhaven nimmt Betrieb auf: Das müssen Ärzte wissen

Die Corona-Ambulanz in Bremerhaven nimmt am Freitag, den 20. März, den Betrieb auf. Ärzte können ab diesem Tag begründete Verdachtsfälle auf eine Infektion mit dem Coronavirus nach RKI-Systematik an die Ambulanz überweisen.

Die Faxnummer lautet: 0471.98216660

Öffnungszeiten: MO bis Fr  9 bis 16 bzw. 17 Uhr, Sa und So 9 bis 12 bzw. 13 Uhr.

Adresse: Dr. Franz Mehrtens Straße 4

Derzeit wird ein detailliertes Ablaufschema für überweisende Ärzte ausgearbeitet und alsbald auf der Homepage der KV Bremen veröffentlicht.

 

19.03.2020 | Hinweis der KV Bremen für ambulante OP-Zentren: Nicht alle OP sind verboten

Für die Stadtgemeinde Bremen gilt seit dem 19. März eine Allgemeinverfügung, die unter anderem Regelungen für ambulante OP-Einrichtungen enthält. Darin heißt es im Wortlaut: „Krankenhäusern und Einrichtungen für ambulantes Operieren wird untersagt, bis auf Weiteres planbare Aufnahmen, Operationen und Eingriffe, die die Belegung eines Krankenhausbettes erforderlich machen, durchzuführen, sofern die Verschiebung der Aufnahme, der Operation oder des Eingriffs medizinisch vertretbar ist.“

Die KV Bremen interpretiert diese Anordnung folgendermaßen: Operationen, bei denen nur im Falle einer seltenen Komplikation eine Krankenhausaufnahme nötig ist, können weiter durchgeführt werden, allerdings ohne Begleiter und Besucher. Selten in diesem Sinne sind nach Auffassung der KV Bremen ein Prozent oder weniger. Dies gilt auch für Eingriffe außerhalb von OP-Zentren und Krankenhäusern, insbesondere in Praxen, wenn Komplikationen mit Krankenhauseinweisungen vorkommen. Auch dort dürfen aus Gründen des gesunden Menschenverstandes derzeit Eingriffe nur durchgeführt werden, wenn stationäre Nachbehandlungen selten im oben genannten Sinne sind.
 

17.03.2020 | Videosprechstunden unbegrenzt möglich

Ärzte und Psychotherapeuten können ihren Patienten jetzt öfter eine Videosprechstunde anbieten. Angesichts der weiteren Ausbreitung des Coronavirus wurden die Begrenzungsregelungen aufgehoben. Damit sind Fallzahl und Leistungsmenge nicht limitiert. Die Begrenzung wurde zunächst für das zweite Quartal ausgesetzt, über eine Verlängerung wird zeitnah verhandelt. Für das laufende erste Quartal gibt es keine Aussetzung, da davon auszugehen ist, dass die 20-Prozent-Marke nicht erreicht wird.
 

17.03.2020 | Shutdown-Verfügung: Praxen sollen geöffnet bleiben

Das öffentliche Leben wird  in weiten Teilen lahmgelegt. Bundesregierung und die Länder haben sich auf Leitlinien zum einheitlichen Vorgehen zur weiteren Beschränkung von sozialen Kontakten geeinigt. Praxen sind vom sogenannten „Shutdown“ allerdings explizit ausgenommen. In der entsprechenden Verfügung heißt es: „Alle Einrichtungen des Gesundheitswesens bleiben unter Beachtung der gestiegenen hygienischen Anforderungen geöffnet".

 

13.03.2020 | Präsentation der Infoveranstaltung vom 12. März

Präsentation vom 12.03.2020 in der KV Bremen (pdf - 1 602 kB)

 

13.03.2020 | Ausnahmesituation: Schutzmasken sollten mehrfach genutzt werden

Die KV Bremen empfiehlt ihren Mitgliedern, ab sofort die vom Robert-Koch-Institut vorgeschlagenen Maßnahmen zum Ressourcen-schonenden Einsatz von Schutzmasken anzuwenden. Dies gilt vornehmlich für Praxen, deren Vorrat kurzfristig aufgebraucht sein wird. Die Handlungsempfehlung beschreibt, wie bereits genutzte Masken wiederverwendet werden können.

RKI: Ressourcenschonender Einsatz von Mund-Nasen-Schutz (MNS) und FFP-Masken (21.2.2020) - pdf

 

12.03.2020 | Corona-Ambulanz in Bremerhaven: Ärzte zur Unterstützung gesucht!

Auch Bremerhaven richtet nun eine Corona-Ambulanz ein. Um den Betrieb zu gewährleisten, wird noch medizinisches Personal, insbesondere Ärzte, gesucht.
Wer Kapazitäten hat und Dienste übernehmen will, wendet sich an Christoph Fox (0421.3404-328 oder c.fox@kvhb.de).

Da die Ambulanz im Aufbau begriffen ist, sind noch nicht alle Details abschließend geklärt. Bisher gilt:

  • Die KV Bremen garantiert eine Stundenpauschale von 100 Euro.
  • Folgende Öffnungszeiten sind geplant: werktags 9 bis 16 bzw. 17 Uhr, Wochenende 9 bis 12 bzw. 13 Uhr.
  • Die medizinischen Aufgaben umfassen Beratung, Untersuchung und ggf. die Entnahme von Abstrichen.
  • Schutzmittel, Ablaufpläne sowie alle erforderlichen Materialien werden selbstverständlich gestellt.

10.03.2020 | "Schnelltests" liefern kein zuverlässiges Ergebnis

Aktuell angebotene „Schnelltests“ zum Nachweis des neuartigen Coronavirus liefern kein zuverlässiges Ergebnis. Die Kosten werden deshalb auch nicht von den Krankenkassen übernommen.
Die „Schnelltests“, die derzeit auf dem Markt sind, suchen nicht nach Erregern, sondern nach Antikörpern. Antikörper sind bei Virusinfektionen meist frühestens eine Woche nach Erkrankungsbeginn nachweisbar, in der Regel sogar erst nach 14 Tagen.

 

09.03.2020 | Handlungsanleitung und Informationen zur Corona-Ambulanz (CorA)

Die Corona-Ambulanz (CorA) hat am 9. März die Arbeit aufgenommen. CorA ist die Anlaufstelle für Patienten mit begründetem Verdacht auf eine Coronainfektion. CorA wird nur auf Überweisung tätig. Die KV Bremen hat in Abstimmung mit dem Hausärzteverband Bremen sowie mit den zuständigen Stellen folgendes Ablaufschema erarbeitet:

  • Patient nimmt telefonisch Kontakt mit der Praxis auf. Es findet eine Anamnese durch den Arzt bzw. durch die medizinische Fachkraft statt. Der Hausärzteverband hat eine Checkliste für Telefon-Befragungen erarbeitet, die als Orientierungshilfe dient: „Corona-Schnittstellen Checkliste“ für die Telefon-Beratung für Bremen (pdf - 361 kB)
  • Eine Indikation zur Vorstellung bei CorA besteht, wenn Symptome vorliegen und ein Aufenthalt in einem Krisengebiet (14 Tage vor Beginn der Krankheit) oder ein direkter Kontakt mit einem bestätigten Coronakranken (15 Minuten) vorliegt.
  • Die Praxis sendet per Fax einen Überweisungsschein an CorA (Fax: 0421.497-3358). Hinweis: Natürlich kann die Praxis die Abklärung auch in Eigenregie vornehmen. Die Ambulanz ist lediglich ein Unterstützungsangebot.
  • Der Patient stellt sich in der Ambulanz vor und verbleibt entweder in häuslicher Quarantäne oder wird stationär aufgenommen.
  • Der Patient und die Praxis (per Fax!) werden nach dem Vorliegen des Abstrichergebnisses informiert.

Ärztehotline CorA: 0421-49770676
Achtung: Diese Nummer ist ausdrücklich nur als Hotline für medizinisches Personal gedacht und darf nicht an Patienten ausgegeben werden!
CorA-Fax: 0421-4973358
Öffnungszeiten CorA: werktags 8 bis 16 Uhr, Wochenende 10 bis 14 Uhr
Lageplan Corona-Ambulanz (pdf - 348 kB)

 

09.03.2020 | Arzneimittel nur in üblichen Mengen verordnen

Viele Patienten möchten sich derzeit bevorraten und bitten die Vertragsärzte um mehrfache bzw. vorzeitige Verordnung von Medikamenten. Auf Kassenrezept (Muster 16) darf aber weiterhin grundsätzlich nur der notwenige Quartalsbedarf verordnet werden. Wunschverordnungen können nur auf einem Privatrezept erfolgen.

Apotheken und einzelne Krankenkassen bewerben unabhängig davon schon das sogenannte Wiederholungsrezept (§ 31 Abs. 1b SGB V). Damit könnten für ein Jahr wiederholt (bis viermal) Arzneimittel mit nur einem entsprechend gekennzeichneten Rezept abgegeben werden. Eine Verpflichtung zur Ausstellung gibt es aber nicht. Die Entscheidung liegt im ärztlichen Ermessen. Zudem fehlt es derzeit noch an konkreten Umsetzungsbestimmungen (Art d. Kennzeichnung etc.).

 

06.03.2020 | Corona-Ambulanz wird eröffnet: Ärzte zur Unterstützung gesucht!

Bremen richtet eine Corona-Ambulanz ein. Dies soll Anfang der 11. Kalenderwoche geschehen. Um den Betrieb zu gewährleisten, wird noch medizinisches Personal, insbesondere Ärzte, gesucht. Mit einem entsprechenden Gesuch ist Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard an die KV Bremen herangetreten.

Die Corona-Ambulanz wird auf dem Gelände des Krankenhauses Bremen-Mitte (Haus 99) eingerichtet. Auf diese Weise sollen Corona-Verdachtsfälle von „normalen“ Patienten und vom laufenden klinischen Betrieb separiert werden. Die Anlaufstelle soll sowohl den Öffentlichen Gesundheitsdienst als auch die Vertragsärzte und die Notaufnahmen entlasten, ohne die bestehenden Versorgungsverpflichtungen aufzugeben.

Die senatorische Behörde weist darauf hin, dass der Betrieb der Corona-Ambulanz ausschließlich mit Krankenhauspersonal über einen längeren Zeitraum nicht aufrechterhalten werden kann und bittet um Unterstützung. Die KV Bremen übernimmt die Ansprache der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte.

Interessierte Ärztinnen und Ärzte können sich telefonisch unter 0421.3404-328 (Herr Fox) an die KV Bremen wenden.

Da die Ambulanz unter Hochdruck eingerichtet wird, sind noch nicht alle Details abschließend geklärt. Bisher gilt:

  • Senatorische Behörde und KV Bremen garantieren eine Stundenpauschale von mindestens 100 Euro.
  • Folgende Öffnungszeiten sind geplant: werktags 8 bis 16 Uhr, Wochenende 10 bis 14 Uhr.
  • Die medizinischen Aufgaben umfassen Beratung, Untersuchung und ggf. die Entnahme von Abstrichen.
  • Schutzmittel sowie alle erforderlichen Materialien werden selbstverständlich gestellt.

Sofern weitere Details zu der Corona-Ambulanz bekannt werden, wird die KV Bremen ihre Mitglieder informieren. Dies gilt insbesondere für die Frage, welche Patienten niedergelassene Ärzte an die Anlaufstelle verweisen können und welche Patienten nach wie vor ambulant behandelt werden sollten.

 

06.03.2020 | RKI stuft Südtirol als Krisengebiet ein

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat am Donnerstagabend auch Südtirol als Risikogebiet eingestuft. Daneben gelten auch die italienischen Regionen Emilia-Romagna, Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien als Risikogebiete - ebenso wie Regionen in China, Südkorea und dem Iran.
 

06.03. 2020 | AU-Bescheinigung auch telefonisch möglich

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen können auch auf telefonische Bitte ausgestellt werden, wenn Ärzte die Patienten „nicht gesehen“ haben. Diese Auffassung vertritt die KV Bremen angesichts des sich ausbreitenden Coronavirus. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Arzt nicht über ausreichend Schutzkleidung verfügt, den Patienten kennt und zudem im Rahmen des Telefonats zu der Einschätzung gelangt ist, dass der Patient tatsächlich krank ist.

06.03.2020 | RKI hat Ablaufschema aktualisiert

Patienten mit einer leichten COVID-19-Erkrankung können ambulant versorgt werden. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat seine Empfehlungen zu Verdachtsabklärung und Maßnahmen entsprechend angepasst. Bislang sollten Patienten mit einem positiven Laborbefund stationär behandelt werden. Das Flussschema „COVID-19: Verdachtsabklärung und Maßnahmen“ dient als Orientierungshilfe. Es erläutert, wie Ärzte im Verdachtsfall vorgehen sollen – vom Erstkontakt über die Prüfung klinisch-epidemiologischer Kriterien und die ambulante Diagnostik bis zur Betreuung eines erkrankten Patienten.

Zudem hat das RKI seine Empfehlungen zu Hygienemaßnahmen im Rahmen der Behandlung von COVID-19-Patienten angepasst, auf die im Flussschema verwiesen wird (s. Infobox). Danach richtet sich das Tragen einer persönlichen Schutzausrüstung je nach Art und Umfang der Exposition. Bei Maßnahmen, die Tröpfchen und Aerosole freisetzen, wird eine FFP2-Maske empfohlen. 

 

06.03.2020 | Apotheker dürfen Desinfektionsmittel herstellen

Ab sofort dürfen die Apotheken in Deutschland bestimmte Desinfektionsmittel für die Hände herstellen. Damit wird auf den Lieferengpass infolge der Ausbreitung des Coronavirus reagiert. Dies hat die Bundesstelle für Chemikalien entschieden und eine sogenannte Allgemeinverfügung erlassen.

05.03.2020 | Aushang für Corona-Verdachtspatienten: „Bitte betreten Sie nicht die Praxis“

Die KV Bremen stellt einen Praxisaushang zum Download bereit. Der Aushang richtet sich an Patienten, die glauben, am Coronavirus erkrankt zu sein, und fordert sie auf, die Praxis nicht zu betreten und stattdessen telefonisch Kontakt aufzunehmen. Der Aushang ist im Word-Format abrufbar, sodass Praxen das Dokument gegebenenfalls anpassen können. Der Download ist verfügbar in den Formaten Din A 4 und Din A3.

04.03.2020 | Vorgaben zur Videosprechstunde gelockert

Angesichts des sich ausbreitenden Coronavirus lockert die KV Bremen zunächst für den Monat März die Vorgaben zur Videosprechstunde. Auf diese Weise soll es Praxen erleichtert werden, Patientenkontakte online abzuwickeln.

Aufgrund von Nachfragen unserer Ärzte zu Besuchen und Visiten, insbesondere in Pflegeheimen und die Möglichkeit dies aus infektionsprophylaktischer Sicht auf das Notwendigste zu reduzieren, vereinfacht die KV Bremen das Verfahren zur Videosprechstunde.

Normalerweise müssen Ärzte und Psychotherapeuten gegenüber der KV Bremen formlos erklären, dass sie für die Leistungen im Rahmen der Videosprechstunde einen zertifizierten Videodienstanbieter (gem. Anlage 31b zum BMV-Ä) nutzen. Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus verzichtet die KV Bremen auf eine solche Erklärung im März. Einige PVS stellen ihren Kunden die Software derzeit kostenlos zur Verfügung.

Die KV Bremen hat zudem beschlossen, dass vorübergehend im 1. Quartal auch nicht zertifizierte Videotelefonie-Software genutzt und über den EBM abgerechnet werden kann.

Was kann abgerechnet werden:

  • der Telefonische Kontakt ist mit der Versicherten- und Grundpauschale (VP/ GP) abgegolten bzw. bei nicht vorhandenem persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt im Arztfall über die GOP 01435 berechnungsfähig
  • die Videosprechstunde ist ebenfalls mit der VP und GP abgegolten. Wenn nur ein Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen der Videosprechstunde und kein persönlicher Kontakt stattgefunden hat, muss die GOP 88220 angesetzt werden und es erfolgt ein Abschlag auf die VP/GP. Die Anzahl dieser Fälle ist auf 20 Prozent aller Behandlungsfälle je Vertragsarzt (nicht je Betriebsstätte) begrenzt.
  • für die Videofallkonferenz zwischen der Pflegekraft eines chronisch pflegebedürftigen Patienten und des Arztes kann die GOP 01442 abgerechnet werden. Die GOP 01442 ist maximal dreimal im Krankheitsfall berechnungsfähig. Außerdem muss ein Pflegeheimvertrag gem. Anlage 31b BMV-Ä zwischen Pflegeheim und Arzt vorliegen.

Beachten Sie bitte die ausführlichen Abrechnungsregeln im EBM und LRS Oktober 2019, S. 26-27 unter https://www.kvhb.de/landesrundschreiben-oktober-2019.

 

04.03.2020 | Rachenabstrich mit trockenem Stäbchen

Der Bewertungsausschuss hat zum 28. Februar EBM-Anpassungen zur GOP 32816 für den Nukleinsäurenachweis des Coronavirus vorgenommen. Demnach ist das bevorzugte Untersuchungsmaterial ein Oropharynx- und/oder Nasopharynx-Abstrich, wie auch bei der Influenza-Diagnostik. Der Abstrich ist mit einem trockenen Stäbchen durchzuführen. Die Labore können die GOP 32816 nach der Aktualisierung einmal am Behandlungstag abrechnen (bisher: je Material, maximal 2 mal am Behandlungstag). Den Labortest dürfen nur Fachärzte und -ärztinnen für Laboratoriumsmedizin oder Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie durchführen. Für die Abrechnung wurde die GOP 32816 in den EBM aufgenommen. Fälle, bei denen ein klinischer Verdacht vorliegt oder eine Infektion mit dem SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde, sind mit der Ziffer 88240 zu kennzeichnen. Dies ist wichtig für die Erstattung der Behandlungskosten. Ärzte veranlassen den Labortest auf SARS-CoV-2 wie gewohnt mit einer Laborüberweisung (Muster 10) bei ihrem Labor. Dieses leitet die Probe ggfs. weiter an ein Labor für virologische Spezialdiagnostik.

 

03.03.2020 | Bremen will Anlaufstelle für Corona-Verdachtsfälle einrichten

Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Die Linke) hat angekündigt, in Bremen eine zentrale Anlaufstelle für Corona-Verdachtsfälle einzurichten. Ort und weitere Details sind aktuell (Stand 3. März) unbekannt. Die KV Bremen wird umgehend informieren, sobald die Einzelheiten bekannt werden.

 

03.03.2020 | RKI arbeitet an Handlungsanleitung für Schutzbekleidung

Die KBV befindet sich zum Thema Schutzausrüstung in enger Abstimmung mit dem Robert Koch-Institut (RKI). Das RKI bereitet derzeit Empfehlungen für niedergelassene Ärzte zum ressourcenschonenden Umgang mit Schutzausrüstung und erforderlichen Schutzmaßnahmen vor. Über die Details werden wir baldmöglichst informieren.

 

03.03.2020 | Vorschlag zur Erhöhung der Karenztage

Um Infektionsketten zu vermeiden, will die KBV erreichen, dass möglichst viele Menschen mit leichten Beschwerden zu Hause bleiben. Die KBV hat deshalb die Arbeitgeberverbände, Tarifpartner und Unternehmen aufgerufen, Mitarbeitern mit leichten Atemwegsinfekten vorübergehend die Möglichkeit einzuräumen, vier bis sechs Tage auch ohne Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu Hause bleiben zu dürfen. Damit sollen auch die Praxen entlastet werden.

 

03.03.2020 | Entschädigung für Praxisschließung

Ärzte haben Anspruch auf Entschädigung, wenn der Praxisbetrieb aus infektionsschutzrechtlichen Gründen untersagt wird.
Praxisinformation der KBV zur Entschädigung für Praxisschließung (pdf - 387 kB)

 

02.03.2020 | Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte in Bremen und Bremerhaven appellieren: Zuhause bleiben und die Praxis anrufen!

Kaum noch Schutzkleidung lieferbar: KV Bremen fordert Unterstützung aus staatlichen Beständen an

PM: Coronavirus - Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte in Bremen und Bremerhaven appellieren: Zuhause bleiben und die Praxis anrufen! (pdf - 64 kB)

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