Drei neue GOP für die Verordnung von Cannabis

25.10.2017 |

Rückwirkend zum 1. Oktober 2017 werden drei neue GOP für die Versorgung mit Cannabis bei Versicherten mit schwerwiegenden Erkrankungen in den EBM aufgenommen. Damit soll dem zusätzlichen Aufwand der Vertragsärzte Rechnung getragen werden.

Jeder Haus- und Facharzt darf getrocknete Cannabisblüten und -extrakte sowie Arzneimittel mit den Wirkstoffen Dronabinol und Nabilon auf einem Betäubungsmittelrezept verordnen. Die Verordnung ist seit März 2017 gesetzlich erlaubt.

Das sind die neuen Leistungen:

GOP 01460 (28 Punkte / 2,95 Euro)

  • Aufklärung des Patienten über die verpflichtende Datenerhebung

GOP 01461 (92 Punkte / 9,69 Euro)

  • Datenerfassung und deren elektronische Übermittlung an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zur Begleiterhebung.
  • Die Leistung kann berechnet werden:
    • entweder nach Ablauf eines Jahres nach Beginn der Therapie
    • oder bei Beendigung der Therapie vor Ablauf eines Jahres zum Zeitpunkt des Therapieendes.
  • Bei Therapiewechsel ist die GOP 01461 erneut ansetzbar, jedoch höchstens viermal im Krankheitsfall.

Ein Wechsel innerhalb der unterschiedlichen Verabreichungsmöglichkeiten (getrocknete Blüten, Extrakte, Arzneimittel mit dem Wirkstoff Dronabinol oder mit dem Wirkstoff Nabilon) gilt als neue Therapie. Hierfür muss der Patient einen Antrag bei seiner Krankenkassen stellen, um eine erneute Genehmigung zu bekommen.

Die GOP 01460 und 01461 sind befristet in den EBM aufgenommen worden und können nur bis zum 31. März 2022 abgerechnet werden.

GOP 01626  (143 Punkte / 15,06 Euro):

  • Ärztliche Stellungnahme für die Krankenkasse bei Beantragung einer Genehmigung
  • Unterstützung des Patienten durch den Arzt bei Antragstellung auf Versorgung mit Cannabis bei der Krankenkasse
  • einmal je Erstverordnung
  • Bei Therapiewechsel ist die GOP 01626 höchstens viermal im Krankheitsfall berechnungsfähig.

Die drei neuen GOP werden extrabudgetär vergütet.