EBM-Reform im Überblick: Was ändert sich für wen?

04.03.2020 |

Nach jahrelangen Verhandlungen wurde zum 1. April 2020 der EBM reformiert. Der Gesetzgeber hatte vorgegeben, dass es kein zusätzliches Geld gibt und die sprechende Medizin zu Lasten der technischen Fächer aufgewertet wird. Hier gibt es die wichtigsten Änderungen zusammengefasst.

Seit 2012 haben die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband an einer Modernisierung des EBM gearbeitet. Medizinisch-technischer Fortschritt und die Möglichkeit zur Delegation von Leistungen hatten eine Überarbeitung des  Vergütungssystems notwendig gemacht.

Ziel war es, die betriebswirtschaftliche Kalkulation von ärztlichen und psychotherapeutischen Leistungen an tatsächliche Kostenstrukturen anzupassen. Außerdem sollten die Praxiskosten sowie die Zeiten für Untersuchung und Behandlung aktualisiert werden. Im vergangenen Jahr kamen noch die Vorgaben des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSGV) hinzu, das für die EBM-Reform eine Aufwertung der sprechenden Medizin und eine Senkung der Bewertung von technischen Leistungen vorschreibt.

Mehr Geld von den Krankenkassen gab es insgesamt nicht. Die Änderungen beschränken sich deshalb auf das Nötigste: Nur wenige Leistungen werden neu in den EBM aufgenommen, die Honorierung ändert sich kaum.

Fakt ist: Gesprächsleistungen werden ab 1. April besser vergütet. Von der Anhebung profitieren vor allem Hausärzte und die Fachgruppen der Psychotherapie, Psychosomatik, Psychiatrie, Neurologie und Nervenheilkunde. Auch grundversorgende Fachärzte sollen mit der EBM-Reform mehr Honorar für  Gesprächsleistungen bekommen. Das problemorientierte ärztliche Gespräch (GOP 03230/04230) in der Hausarztpraxis beispielsweise ist ab April mit 128 Punkten (14,06 Euro) bewertet – das sind 42 Prozent mehr als bisher. Das neurologische Gespräch (GOP 16220) steigt von 90 Punkten (9,89 Euro) auf 154 Punkte (16,92 Euro), ebenso das psychosomatische Gespräch.

Zugleich werden technische Leistungen, zum Beispiel Ultraschall- oder Röntgenuntersuchungen, ab April niedriger bewertet als bisher. Dies trifft vor allem Radiologen, Strahlentherapeuten, Nuklearmediziner sowie fachärztliche Internisten. Auch die Bewertung anderer EBM-Leistungen wurde angepasst. So werden die Versichertenpauschalen und deren Zusatzpauschalen (GOP 03040/04040) der Haus- und Kinder- und Jugendärzte abgesenkt. Dem gegenüber steht die Höherbewertung des problemorientierten ärztlichen Gesprächs (GOP 03230/04230).

Die wichtigsten Neuerungen und Änderungen der EBM-Reform, die ab 1. April gelten, haben wir hier – nach Fachgruppen geordnet – für Sie zusammengestellt.

 

Hausärzte | Kinder- und Jugendmediziner | Allergologie | Anästhesiologie Augenheilkunde | Dermatologie | Gynäkologie | HNO und Phoniatrie/ Pädaudiologie | Innere Medizin | - Gastroenterologie / Nephrologie | - Hämatologie / Onkologie | - Kardiologie | - Pneumologie | - Schlafmedizin | Kinder-/Jugendpsychiatrie /-psychotherapie | MKG-Chirurgie | Nervenheilkunde | Neurologie | Neuropsychologie | Nuklearmedizin | Physikalische und rehabilitative Medizin | Psychiatrie | Psychosomatik | Psychotherapie | Radiologie | Reproduktionsmedizin | Strahlentherapie | Urologie

Allgemeines und fachgruppenübergreifende Änderungen

Um klarzustellen, dass Versicherten-, Grund- und Konsiliarpauschalen ausschließlich in kurativen Behandlungsfällen und nicht in ausschließlich präventiven Behandlungsfällen berechnungsfähig sind, wird der erste Absatz der Nr. 4.1 der Allgemeinen Bestimmungen  entsprechend ergänzt und eine inhaltsgleiche achte Bestimmung zum Abschnitt 1.7 aufgenommen.

  • GOP 01102 (Samstagssprechstunde): Der Zeitraum der Berechnungsfähigkeit wird von bisher 07:00 Uhr bis 14:00 auf 07:00 Uhr bis 19:00 Uhr ausgedehnt.
  • Für die Durchführung der Echokardiographie/Sonographie mit Kontrastmittel wird die neue GOP 33046 als Zuschlag zu GOP 33020, 33021, 33022, 33030, 33031 und 33042 aufgenommen. Die Kontrastmitteleinbringungen waren bisher Bestandteil der GOP. Die GOP 33046 ist auch dann als Zuschlag zu anderen GOP berechnungsfähig, wenn mindestens eine Leistung nach den Ziffern 33020 bis 33022, 33030, 33031 und 33042 obligater oder fakultativer Leistungsinhalt dieser GOP ist.
  • Zu der GOP 33090 (Zuschlag Transkavitäre Untersuchung) wurde eine neue  Anmerkung aufgenommen, nach der die Ziffer bei transösophagealer Durchführung zweimal je Sitzung berechnungsfähig ist. Voraussetzung ist, dass mindestens eine gesicherte Diagnose aus einem Kreis definierter Diagnosen vorliegt.

Hausärzte und Kinder- und Jugendmediziner

  • Die GOP 01610 (Ausstellung Muster 55) wurde in die Präambel 3.1 Nr. 5 / 4.1 Nr. 5 als zusätzlich berechnungsfähige GOP aufgenommen und ist somit auch in einem Quartal ohne Versichertenpauschale berechnungsfähig.

Hausärzte

  • In die GOP 01745 (Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs) und GOP 01746 (Zuschlag zur GOP 01732 für die Früherkennung auf Hautkrebs) wurde die Auflichtmikroskopie/Dermatoskopie in den fakultativen Leistungsinhalt aufgenommen. Gleichzeitig findet eine Bewertungsanpassung der GOP 01745 von 214 auf 253 Punkte und bei der GOP 01746 von 170 auf 209 Punkte statt.

Kinder- und Jugendmedizin

  • Für das schwerpunktpädiatrische Gespräch wurde eine neue GOP 04231 (Gespräch, Beratung und/oder Erörterung; 128 Punkte) in den EBM aufgenommen. Durch die Regelung soll die Tätigkeit der Schwerpunktpädiater im fachärztlichen  Versorgungsbereich in der Abrechnung identifizierbar werden. Die GOP ist dementsprechend nur für Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin berechnungsfähig, die die Voraussetzung zur Abrechnung von GOP der schwerpunktorientierten Kinder- und Jugendmedizin (Abschnitt 4.4) oder von pädiatrischen GOP mit Zusatzweiterbildung (Abschnitt 4.5) erfüllen. Die GOP kann auch im Rahmen der Videosprechstunde abgerechnet werden.
  • Die GOP 04517 für die Rektumsaugbiopsie sowie die GOP 04521 für die Saugbiopsie des Dünndarms werden aus dem EBM gestrichen.
  • Die Zusatzpauschalen zur Behandlung von Leber-Transplantatträgern (GOP 04523) und Dünndarm-Transplantatträgern (GOP 04525) werden unter der GOP 04523 zusammengeführt. Die GOP 04525 wird gestrichen.
  • Die GOP 04527 wird beschränkt auf die Behandlung von Bauchspeicheldrüsen-Transplantatträgern. Die Behandlung von „Nieren-Bauchspeicheldrüsen-Transplantatträgern“ wird aus der Leistungsbeschreibung der GOP 04527 entfernt und künftig im Leistungsinhalt der GOP 04561 im Abschnitt 4.5.4 abgebildet. Hintergrund ist, dass die Behandlung ausschließlich durch qualifizierte Fachärzte mit der Zusatz-Weiterbildung „Kinder-Nephrologie“ erfolgt.
  • Die GOP 04335 für die Orientierende audiometrische Untersuchung nach vorausgegangener dokumentierter, auffälliger Hörprüfung ist künftig neben den Früherkennungsuntersuchungen nach GOP 01711 bis 01717, 01719 und 01723 berechnungsfähig.
  • Der obligate Leistungsinhalt der GOP 04536, 13256 und 36884 sowie die gleichlautende Teilleistung der GOP 13250 (Bestimmung des Säurebasehaushaltes und Blutgasanalyse) wird angeglichen.
  • Im obligaten Leistungsinhalt der GOP 04550 (Zusatzpauschale pädiatrische Rheumatologie) wird die Anforderung von mindestens zwei Arzt-Patienten-Kontakten im Behandlungsfall durch einen persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt ersetzt.
  • Die GOP 01510 bis 01512 (praxisklinische Betreuung), 02100 (Infusion) und 02101 (Infusionstherapie) sind künftig entgegen der Bestimmung des Anhang 1 EBM neben den Versichertenpauschalen nach GOP 04000 und 04030 berechnungsfähig. Dazu wurden die Bestimmungen zu Abschnitt 4.4.2, 4.5.1 und 4.5.3 angepasst. Die Ziffern sind in diesen Fällen mit dem Buchstaben „T“ zu kennzeichnen.
  • Die im obligaten Leistungsinhalt der GOP 04435 (Pädiatrische Schlaf-EEG-Untersuchung) festgelegte Ableitungsdauer von mindestens 2 Stunden wird auf mindestens 45 Minuten angepasst. Die Leistungsbeschreibung wird entsprechend auf „Pädiatrische Kurz-Schlaf-EEG-Untersuchung“ angepasst.
  • In dem Abschnitt 40.5 wird die Kostenpauschale 40157 in Höhe von 33,- Euro zur Abbildung der anfallenden Sachkosten im Zusammenhang mit der Durchführung eines Schweißtests nach GOP 04535 unter Nutzung eines Iontophorese- und Schweißsammelsystems aufgenommen.

Allergologie

  • Zur Abgrenzung einer allergologischen Anamnese von Allergie-Testverfahren wird der Abschnitt 30.1.1 in „Allergologische Anamnese“ und 30.1.2 in „Allergie-Testungen“ umbenannt.
  • In Kap. 30.1.1 wird die neue GOP 30100 (65 Punkte) für die spezifische allergologische Anamnese und/oder zur Beratung nach Vorliegen der Ergebnisse der Allergietestung aufgenommen. Diese kann je vollendete fünf Minuten höchstens vier Mal im Krankheitsfall berechnet werden. Die GOP 30100 ist auch viermal in einer Sitzung berechnungsfähig, wenn die Begrenzung im Krankheitsfall noch nicht ausgeschöpft ist.
  • Die bislang unter Abschnitt 30.1.1 verorteten GOP 30110 (258 Punkte) und 30111 (220 Punkte) zur allergologischen Diagnostik und/oder zum Ausschluss einer Allergie werden in den Abschnitt 30.1.2 überführt. Im obligaten Leistungsinhalt der GOP 30110 und 30111 wird der erste Spiegelstrich (spezifische allergologische Anamnese) gestrichen.
  • In den Abschnitt 40.7 werden zwei neue Kostenpauschalen nach GOP 40350 (Epikutantestung; 16,14 €) und 40351 (Pricktestung; 5,50 €) für die Durchführung der Testreihen aufgenommen. Bisher waren diese in den GOP 30110 und 30111 enthalten.

Anästhesiologie

  • GOP 01440 (Verweilen außerhalb der Praxis ohne Erbringung weiterer berechnungsfähiger GOP, wegen der Erkrankung erforderlich): Ergänzung der Abrechnungsausschlüsse um die GOP 01852, 01856, 01903 und 01913.
  • Nr. 5 der Präambel 5.1:
    • Anpassung an die erweiterten Vorgaben zum Anästhesiemanagement
    • Ergänzung „für sämtliche Anästhesieformen, in allen EBM-Abschnitten“
  • GOP 05310 (Präanästhesiologische Untersuchung): Erweiterung der Berechnungsmöglichkeit bei Eingriffen außerhalb der Abschnitte 31.2 und 36.2.
  • GOP 05330, GOP 31821 bis 31827 und 36821 bis 36827 (Anästhesie oder Kurznarkose): In der Leistungslegende wird „Kombinationsnarkose“ durch „Narkose“ ersetzt und „einschließlich Kapnometrie“ ergänzt.
  • GOP 05330 (Anästhesie oder Kurznarkose) und GOP 05370 (Anästhesie und/oder Narkose, bis zu einer Schnitt-Naht-Zeit von 15 Minuten): In den Leistungslegenden wird „zuzüglich der prä- und postanästhesiologischen Rüstzeiten“ durch „einschließlich der prä- und postanästhesiologischen Rüstzeiten“ ersetzt.
  • GOP 05340 (Überwachung der Vitalfunktionen): Aufnahme „Pulsoxymetrie“ in den obligaten Leistungsinhalt und Verschiebung „Kontinuierliches EKG-Monitoring“ vom obligaten in den fakultativen Leistungsinhalt.
  • GOP 30740: Klarstellende Ergänzung der Leistungslegende und Änderung der ersten Anmerkung: Nur bei implantierten Stimulationsgeräten berechnungsfähig.

Augenheilkunde

  • Mit einer Ergänzung nach GOP 06210 bis 06212 im fakultativen Leistungsinhalt wird klargestellt, dass die schriftliche Bestätigung der für die Anfertigung einer Sehhilfe notwendigen Werte Bestandteil der augenärztlichen Grundpauschale ist: „Ausstellung einer Sehhilfenverordnung und/oder schriftliche Bestätigung über die für die Erstellung bzw. Anpassung einer Sehhilfe erforderlichen und im Rahmen der augenärztlichen Untersuchung ermittelten Werte (ausgenommen…).“
  • Die Bewertungen der GOP 31351 und 36351 werden abgesenkt:
    • GOP 31351: von bislang 4.058 Punkte auf 3.754 Punkte
    • GOP 36351: von bislang 2.136 Punkte auf 1.976 Punkte

Dermatologie

  • In die GOP 01745 (Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs) und GOP 01746 (Zuschlag zur GOP 01732 für die Früherkennung auf Hautkrebs) wird die Auflichtmikroskopie/Dermatoskopie in den fakultativen Leistungsinhalt aufgenommen. Es gibt eine Bewertungsanpassung der GOP 01745 von 214 auf 253 Punkte und bei der GOP 01746 von 170 auf 209 Punkte.
  • Für die kurative Anwendung wird die Auflichtmikroskopie/Dermatoskopie in den fakultativen Leistungsinhalt der Grundpauschalen nach GOP 10210 bis 10212 aufgenommen.
  • Die Durchführung der GOP 30430 für die Selektive Phototherapie mittels indikationsbezogenen optimierten UV-Spektrums und die GOP 30431 (Zuschlag zu der GOP 30430 bei Durchführung der Phototherapie als Photochemotherapie) werden künftig der fachärztlichen Grundversorgung zugeordnet und lösen damit eine automatische Zusetzung der „Pauschale fachärztliche Grundversorgung“ (PFG) durch die KV aus. Die GOP 30430 und 30431 dürfen nicht bei selektiver UVA1 Bestrahlung abgerechnet werden.
  • Aus der GOP 33080 ging bisher eindeutig hervor, dass es sich nur um die Ultraschalldiagnostik von Teilen der Haut handelt. Die Leistungslegende wird nun angepasst: „Sonographische Untersuchung von Teilen der Haut und/oder Subkutis und/oder der subkutanen Lymphknoten mittels B-Mode-Verfahren“. Für die Untersuchung der Haut und des subkutanen Gewebes einschließlich Lymphknoten sind unterschiedliche Schallköpfe vorzuhalten. Neue Anmerkung: Bei Nichtvorhalten des Schallkopfes für die Haut wird ein Abschlag in Höhe von 12 Punkten auf die GOP 33080 vorgenommen und die Prüfzeit um eine Minute reduziert.

Gynäkologie

  • Zur GOP 01770 für die Betreuung einer Schwangeren gibt es neue Anmerkungen: Die Leistung ist höchstens viermal je Schwangerschaft und ausschließlich in Quartalen berechnungsfähig, in denen eine Schwangerschaft vorliegt. Die GOP 01770 ist somit nicht im Quartal nach der Entbindung berechnungsfähig. Die Bewertung wurde von bisher 1.093 Punkten auf 1.166 Punkten festgesetzt.
  • Bisher ist die GOP 01773 (Weiterführende sonographische Diagnostik II) neben der GOP 33042 in der Sitzung als auch im Behandlungsfall nicht berechnungsfähig. Der Ausschluss neben der GOP 33042 in derselben Sitzung bleibt bestehen und wird erweitert um den Ausschluss der GOP 33040. Der Ausschluss der GOP 01773 neben den GOP 33040 und 33042 im Behandlungsfall wird aufgehoben, sofern diese Leistungen nicht am Fötus erbracht werden.
  • Neben den GOP 01774 und 01775 (Weiterführende Dopplersonographie I und II) können künftig auch die Ultraschalleistungen nach GOP 33021, 33022, 33043, 33060, 33061, 33063 und 33070 bis 33075 im Behandlungsfall abgerechnet werden, sofern diese nicht am Fötus durchgeführt werden.
  • Die GOP 01816 für den Nachweis von Chlamydia trachomatis im Urin ist statt bisher einmal zukünftig höchstens zweimal im Krankheitsfall, jedoch nur einmal je Schwangerschaft, berechnungsfähig.
  • Bei der GOP 01822 handelt es sich im Unterschied zur GOP 01821 um eine Beratung mit Untersuchung im Rahmen der Empfängnisregelung. Zur Klarstellung wird die Untersuchung in den obligaten Leistungsinhalt der GOP 01822 aufgenommen und die Leistungslegende angepasst. Die Berechnungsfähigkeit für die GOP 01821 wird von bislang „einmal im Krankheitsfall“ auf „einmal im Behandlungsfall“ und für die GOP 01822 von bislang „einmal im Behandlungsfall“ auf „höchstens zweimal im Krankheitsfall“ festgelegt.
  • Zur Förderung der Teilnahmerate am Chlamydienscreening im Rahmen der Empfängnisregelung bei Patientinnen bis zum vollendeten 25. Lebensjahr werden zwei neue GOP in den Abschnitt 1.7.5 aufgenommen:
    • GOP 01823 (50 Punkte): Zuschlag zu der GOP 01821 und 01822 für die Beratung zum Chlamydienscreening / einmal im Krankheitsfall berechnungsfähig
    • GOP 01824 (50 Punkte): Veranlassung der Untersuchung der Urinprobe auf Chlamydia trachomatis nach GOP 01840 / einmal im Krankheitsfall berechnungsfähig.
      Um die GOP 01824 abrechnen zu können, muss eine gewisse Durchführungsquote zum Chlamydienscreening erfüllt sein. Diese wird je Praxis und Quartal durch den Anteil der GOP 01824 im Verhältnis zur Anzahl an Behandlungsfällen mit GOP 01823 ermittelt und wird wie folgt festgelegt:
      • 01.04.2020 – 31.12.2020: 30 Prozent
      • 01.01.2021 – 31.12.2021: 40 Prozent
      • Ab 01.01.2022: 50 Prozent
  • Die Abrechnungsbestimmung zur GOP 01828 für die Entnahme von Venenblut für den Varicella-Zoster-Antikörper-Nachweis wurde von bislang „einmal im Behandlungsfall“ auf „einmal im Krankheitsfall“ angepasst.
  • Zu den GOP 01901 (Untersuchung vor Abruptio) und 01904 (Abruptio, medizinische oder kriminologische Indikation, operativ) wurde ein gegenseitiger Abrechnungsausschluss im Behandlungsfall aufgenommen. Die Beratung über die Bedeutung des Eingriffs sowie über Ablauf, Folgen und Risiken möglicher physischer und psychischer Auswirkungen und die Durchführung eines Schwangerschaftsabbruchs muss gemäß der Richtlinie zur Empfängnisregelung und zum Schwangerschaftsabbruch des Gemeinsamen Bundesausschusses und gemäß § 218c StGB (Ärztliche Pflichtverletzung bei einem Schwangerschaftsabbruch) von unterschiedlichen Ärzten durchgeführt werden.
  • GOP 30600 (Zusatzpauschale Prokto-/Rektoskopie): In der ersten Bestimmung zum Abschnitt 30.6 wurde ein fünfter Spiegelstrich „Vertragsärzte mit der Zusatzbezeichnung Proktologie“ aufgenommen. Hintergrund ist, dass bisher nicht alle Fachärzte berücksichtigt waren, die die Zusatzbezeichnung Proktologie erlangen können (z. B. Fachärzte für Gynäkologie).

HNO und Phoniatrie/Pädaudiologie

  • Die Leistungslegende und der obligate Leistungsinhalt der GOP 09350 / 20334 (Wechsel und/oder Entfernung einer pharyngo-trachealen Sprechprothese) wird um „und/oder Wechsel einer Trachealkanüle“ ergänzt.
  • Die inhaltsgleichen GOP 09325 und 20325 werden in ihrem Wortlaut vereinheitlicht. Dazu werden der obligate Leistungsinhalt und die Leistungslegende der GOP 20325 angepasst.

Innere Medizin ohne Schwerpunkt

  • In den GOP 13250 und 13258 fallen die Kosten für die Testsubstanzen der allergologischen Basisdiagnostik weg. Kosten für Allergie-Testungen sind über die neue Kostenpauschale 40351 im Abschnitt 40.7 berechnungsfähig.
  • Der obligate Leistungsinhalt der GOP 04536, 13256 und 36884 und die Teilleistung der GOP 13250 (Bestimmung des Säurebasehaushaltes und Blutgasanalyse) werden angeglichen.

Innere Medizin mit Schwerpunkt

  • Bislang war die Beobachtung und Betreuung eines Patienten nach GOP 01510 bis 01512 bei der subkutanen Gabe von Trastuzumab nicht nach dem EBM berechnungsfähig. Um diese Behandlung abzubilden, wird der zweite Spiegelstrich des obligaten Leistungsinhalts dieser Leistungen im Abschnitt 1.5 des EBM angepasst und eine neue Anmerkung aufgenommen. Für die subkutane Gabe von Trastuzumab ist bei der ersten Injektion die GOP 01512 und bei allen weiteren Injektionen die GOP 01510 bzw. 01511 berechnungsfähig.

Innere Medizin mit Schwerpunkt Gastroenterologie / Nephrologie

  • Die GOP 13420 für die Saugbiopsie des Dünndarms beim Kleinkind oder Kind wird gestrichen.
  • Die Zusatzpauschalen zur Behandlung von Leber-Transplantatträgern nach GOP 13437 und Dünndarm-Transplantatträgern nach GOP 13438 werden in der GOP 13437 zusammengeführt. Die GOP 13438 wird gestrichen.
  • Die GOP 13439 wird beschränkt auf die Behandlung von Bauchspeicheldrüsen-Transplantatträgern. Die Behandlung von Nieren-Bauchspeicheldrüsen-Transplantatträgern wird aus der Leistungsbeschreibung der GOP 13439 entfernt und künftig im Leistungsinhalt der GOP 13601 im Abschnitt 13.3.6 abgebildet. Hintergrund ist, dass die Behandlung ausschließlich durch entsprechend qualifizierte Fachärzte für Nephrologie erfolgt.

Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie / Onkologie

  • Die GOP 01512 für die Ambulante Betreuung mit einer Dauer von mehr als sechs Stunden kann zukünftig in begründeten Ausnahmefällen auch für eine Behandlung mit monoklonalen Antikörpern berechnet werden.
  • Für die Durchführung der Aderlasstherapie wird die neue GOP 13505 in den Abschnitt 13.3.4 aufgenommen. Bislang ist die Aderlasstherapie Bestandteil der Versicherten- und Grundpauschalen. Die GOP 13505 kann nur von Fachärzten für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie und bei Patienten mit den Diagnosen Polsycythaemia vera (ICD-10-GM: D45) und/oder Hämochromatose (ICD-10-GM: E83.1) gesondert neben den GOP 13490 bis 13492 abgerechnet werden.
  • GOP 33081 (Sonographische Untersuchung von Organen oder Organteilen bzw mit mindestens einer der ICD-Diagnosen C81.- bis C96.
  • Die Umprogrammierung und/oder Wiederauffüllung einer Zytostatikapumpe sowie die Wiederauffüllung und Programmierung von Infusomaten und Perfusoren werden in den Anhang 1 zum EBM aufgenommen und sind so nicht gesondert berechnungsfähig.

Innere Medizin mit Schwerpunkt Kardiologie

  • Die Zusatzpauschale Kardiologie II nach GOP 13550 wird aus dem EBM gestrichen. Die Abrechnung von durchgeführten Stessechokardiographien ist künftig über die bereits bestehenden Einzelleistungen nach GOP 33030 bzw. 33031 in Kapitel 33 EBM berechnungsfähig. Der Berechnungsausschluss der kardiologischen Zusatzpauschale I nach GOP 13545 neben den GOP 33030 und GOP 33031 wird aufgehoben.
  • Im Abschnitt 40.6 (Leistungsbezogene Kostenpauschalen bei Herzkatheteruntersuchungen und koronaren Rekanalisationsbehandlungen) wurde die Laseratherektomie gestrichen. Damit ist diese kein Bestandteil mehr der Kostenpauschalen 40300, 40302 und 40304.
  • Ergänzend hat der Bewertungsausschuss zur Klarstellung zwei Protokollnotizen zu den Kostenpauschalen 40300, 40302 und 40304 beschlossen:
    • Die GOP 40300, 40302 und 40304 enthalten insbesondere arterielle Verschlusssysteme und Drug-Eluting Stents (mit Medikamenten beschichtete Stents).
    • Folgende Produkte sind nicht in den Kostenpauschalen 40300, 40302 und 40304 enthalten: Scaffolds (auflösbare Gefäßstütze), Drug-Coated Balloon (Medikamente freisetzender Ballonkatheter), Gecoverte Stents, Rotablator, Spezial- (Finecross, Guideliner) und CTO-Drähte (Rekanalisationsdrähte bei Gefäßverschlüssen)

Innere Medizin mit Schwerpunkt Pneumologie

  • Der obligate Leistungsinhalt der GOP 13661 (Bestimmung des Säurebasehaushaltes und Blutgasanalyse) wird angeglichen.
  • Die GOP 13652 (262 Punkte) wird neu in den Abschnitt 13.3.7 aufgenommen und ist ein Zuschlag zur GOP 13650. Damit sollen die im Rahmen der Erstverordnung der Sauerstofflangzeittherapie zusätzlich durchzuführenden Sauerstoffpartialdruckmessungen abgebildet werden. Die Leistung ist einmal im Krankheitsfall und nur bei Vorliegen einer der in der GOP 13652 benannten Diagnosen nach ICD-10-GM berechnungsfähig.

Innere Medizin, Schlafmedizin

  • Da die GOP 30901 (Kardiorespiratorische Polysomnographie gem. Stufe 4 der Richtlinie des G-BA) nur einmal je Nacht berechnungsfähig ist, wird die Abrechnungsbestimmung „je Sitzung“ aufgenommen.

Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

  • In der Präambel zum Kapitel 14.1 erfolgt eine Klarstellung, dass alle GOP des Kapitels (nicht nur die Grundpauschalen) für die Behandlung von Versicherten bis zum vollendeten 21. Lebensjahr berechnungsfähig sind. In weiteren GOP werden Verweise auf „Kleinkind, Kind oder Jugendliche“ dementsprechend aus den Legenden entfernt.
  • Die GOP 14220 für das Kinder- und jugendpsychiatrische Gespräch bzw. die Behandlung, Beratung, Erörterung und/oder Abklärung ist auch bei einem persönlichen ärztlichen Gespräch mit der Bezugsperson berechnungsfähig. Daher wurde der obligate Leistungsinhalt angepasst und die Abrechnungsausschlüsse zu den GOP 14310 und 14311 gestrichen.
  • Der Abrechnungsausschluss der GOP 14222 für die Anleitung der Bezugs- oder Kontaktpersonen neben den Grundpauschalen nach GOP 14210/14211 am selben Behandlungstag werden gestrichen. Damit müssen Bezugs- und Kontaktpersonen nicht an einem weiteren Tag erneut die Praxis aufsuchen. Bei der Nebeneinanderberechnung der GOP 14210, 14211 und 14222 ist jeweils eine Kontaktzeit von mindestens 20 Minuten Voraussetzung für die Berechnung der GOP 14222.
  • Die GOP 14310 (Einzelbehandlung) und die GOP 14311 (Gruppenbehandlung) für die Funktionelle Entwicklungstherapie sind künftig in derselben Sitzung nebeneinander berechnungsfähig. Der entsprechende Abrechnungsausschluss wird aufgehoben. Für die Nebeneinanderberechnung der beiden Leistungen ist jeweils eine Kontaktzeit von mindestens 30 Minuten Voraussetzung für die Berechnung.

MKG-Chirurgie

  • GOP 15345 (Zusatzpauschale Onkologie): Aufnahme des ICD-Kodes C85.1 (B-Zell-Lymphom, nicht näher bezeichnet) in die erste Anmerkung.

Nervenheilkunde

  • In der Präambel zu den Kapiteln 16.1 und 21.1 wird unter Nr. 2 eine neue Reglung aufgenommen, so dass Ärzte mit doppelter Fachgebietsbezeichnung (Facharzt für Neurologie und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie) die nervenärztlichen Grundpauschalen (GOP 21213 bis 21215) abrechnen können.

Neurologie

  • Die Praxisklinische Betreuung nach GOP 01510 bis 01512 wurde hinsichtlich der Beobachtung und Betreuung eines Kranken in einer Arztpraxis oder praxisklinischen Einrichtung gemäß § 115 Abs. 2 SGB V unter intravenöser Infusionstherapie mit hochdosierten Immunglobulinen (IVIG) zur Behandlung von Patienten mit neurologischen Autoimmunerkrankungen (multifokale motorische Neuropathie und chronisch inflammatorische Polyneuropathie) angepasst.
  • Im Kapitel 16 wird eine neue GOP 16223 (107 Punkte) für die psychiatrische Kontrolluntersuchung aufgenommen (auf zwei Jahre befristet, danach Überführung in die Grundpauschalen). Sie beinhaltet die psychiatrische Untersuchung sowie Zwischen- und/oder Fremdanamnese und kann einmal im Behandlungsfall abgerechnet werden.
  • Die Überprüfung einer Duodenal-DOPA-Pumpe bei Parkinsonpatienten kann zukünftig über die neue GOP 16225 (199 Punkte) einmal im Behandlungsfall abgerechnet werden.
  • Die Muskel- und/oder Nervensonographie zur weiteren Klärung einer peripheren neuromuskulären Erkrankung, inkl. Nervenkompressionssyndrom mittels B-Mode-Verfahren kann nach der neuen GOP 33100 (72 Punkte) berechnet werden.

Neuropsychologie

  • GOP 30930 (Krankheitsspezifische neuropsychologische Diagnostik mittels Testverfahren):
    • Anpassung der Punktzahlobergrenzen: bis zum vollendeten 21. Lebensjahr 1.636 Punkte und ab Beginn des 22. Lebensjahres 1.092 Punkte (alt: bis zum vollendeten 18. Lebensjahr 990 Punkte und ab Beginn des 19. Lebensjahres 651 Punkte)
    • Aufnahme einer Anmerkung, die eine grundsätzliche Delegierbarkeit der Leistung (mit Ausnahme der Indikationsstellung, der Bewertung bzw. der Interpretation und schriftlichen Aufzeichnung) ermöglicht
  • GOP 30931 (Probatorik): Aufnahme „Als Doppelsitzung bei zweimaligem Ansatz der Gebührenordnungsposition 30931“ in den fakultativen Leistungsinhalt Aufnahme der Abrechnungsbestimmung „je vollendete 50 Minuten“. Hintergrund: ermöglicht fachlich sinnvolle Doppelsitzungen
  • Die GOP 30930 und 30931 werden zukünftig als Leistungen der fachärztlichen Grundversorgung eingestuft.

Nuklearmedizin

  • GOP 17214: Die Indikationsstellung beim Einsatz von Radioaktivität bei Kindern sowie die dazu notwendige Aufklärung der Eltern erfordern einen erhöhten ärztlichen Beratungsaufwand. Neben einer Bewertungsanpassung auf 166 Punkte wird bei der GOP 17214 (Zuschlag zur Konsiliarpauschale 17210 bei Neugeborenen, Säuglingen, Kleinkindern und Kindern) der obligate Leistungsinhalt „Beratung der Eltern“ sowie die Abrechnungsbestimmung „einmal im Behandlungsfall“ aufgenommen.
  • GOP 17311 und 17312: Bei der Durchführung von Ganzkörperszintigraphien nach der GOP 17311 sind häufig Teilkörperszintigraphien erforderlich. Daher wird der fakultative Leistungsinhalt „Teilkörperszintigraphische Untersuchung“ in die GOP 17311 aufgenommen. Die GOP 17312 wird zur Anpassung an den Stand von Wissenschaft und Technik gestrichen und die entsprechende Leistung in den Anhang 1 EBM aufgenommen.
  • Abschnitt 40.10 Leistungsbezogene Kostenpauschalen für Radionuklide:
    • Die Bewertungen der Kostenpauschalen 40500 bis 40530 und 40554 wurden angepasst.
    • GOP 40536: Die Kostenpauschale 40536 wurde um die Ganzkörperszintigraphie (GOP 17311) bei Verwendung von J-123-MIBG erweitert.
    • GOP 40538: Die Kostenpauschale 40538 im Zusammenhang mit der Durchführung der Teilkörperszintigraphie (GOP 17310) wird um die „Demenz mit Lewy-Körperchen-Typ (DLB)“ ergänzt.
    • GOP 40542, 40544, 40564, 40566, 40570, 40574 und 40578: Im Zusammenhang mit der Überprüfung der Kostenpauschalen des Abschnitts 40.10 EBM werden die GOP 40542, 40544, 40564, 40566, 40570, 40574 und 40578 gestrichen. Dies erfolgt vor dem Hintergrund, dass bestimmte Nuklide in der ambulanten Versorgung keine Rolle mehr spielen oder die Radiotherapie nach der GOP 17370 aus Gründen des Strahlenschutzes nur bei kurativ-stationärer (belegärztlicher) Behandlung durchgeführt wird.
    • GOP 40551 (neu): Zur Abbildung der Sachkosten im Zusammenhang mit der Durchführung der Teil- (GOP 17310) oder Ganzkörperszintigraphie (GOP 17311) mittels Verwendung von Tc-99m-Tektrotyd wird eine neue Kostenpauschale 40551 (860,41 Euro) aufgenommen. Die Nebeneinanderberechnung der GOP 40550 und 40551 im Behandlungsfall wird durch die Aufnahme einer entsprechenden Anmerkung in den jeweiligen GOP ausgeschlossen.

Physikalische und rehabilitative Medizin

  • GOP 27320 (Elektrokardiographische Untersuchung): Streichung der GOP und Integration in die Grundpauschalen (GOP 27210 bis 27212)

Psychiatrie

  • Im Kapitel 21 wird eine neue GOP 21235 (107 Punkte) für die neurologische Kontrolluntersuchung aufgenommen (auf zwei Jahre befristet, danach Überführung in die Grundpauschalen). Sie beinhaltet die neurologische Untersuchung sowie Zwischen- und/oder Fremdanamnese und kann einmal im Behandlungsfall abgerechnet werden.

Psychosomatik

  • Aufnahme der GOP 01420 (Prüfung der Notwendigkeit und Koordination der häuslichen Krankenpflege) in die Nr. 2 der Präambel 22.1 als berechnungsfähige GOP
  • Aufnahme einer neuen GOP 22213 (206 Punkte) für die Fremdanamnese und/oder Anleitung bzw. Betreuung von Bezugspersonen schwer psychisch erkrankter Patienten mit dadurch gestörter Kommunikationsfähigkeit
  • GOP 30790 und 30791 (Akupunktur): Öffnung der Berechnungsfähigkeit für Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Psychotherapie

  • GOP 35111 bis 35113 (Übende Interventionen) und GOP 35120 (Hypnose):
    • Aufhebung der sitzungsbezogenen Abrechnungsausschlüsse zu den GOP 22220 und 23220 (psychotherapeutisches Gespräch) und zu GOP 35152 (Akutbehandlung).
    • Erhöhung der Arzt-Patienten-Kontaktzeit im Falle einer Nebeneinanderberechnung
  • GOP 35140 (Biographische Anamnese), 35141 (vertiefte Exploration) und 35142 (Zuschlag für die Erhebung ergänzender neurologischer und psychiatrischer Befunde):
    • Aufhebung der sitzungsbezogenen Abrechnungsausschlüsse zur probatorischen Sitzung (GOP 35150)
    • Erhöhung der Arzt-Patienten-Kontaktzeit im Falle einer Nebeneinanderberechnung.
  • Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapien als Gruppentherapien: GOP 35503 bis 35509 (Kurzzeittherapie) und 35513 bis 35519 (Langzeittherapie): Aufnahme einer ersten Anmerkung, so dass eine Halbierung der Sitzungsdauer möglich ist.
  • Erste Bestimmung zum Abschnitt 35.3: Anhebung der Altersgrenze, bis zu der das höhere Punktzahlvolumen abgerechnet werden darf, auf das vollendete 21. Lebensjahr.

Radiologie

  • GOP 34257 (Retrograde Pyelographie): Aufnahme einer klarstellenden Anmerkung, dass die GOP bei Patienten mit Zustand nach Zystektomie auch ohne Durchführung der Zystoskopie berechnungsfähig ist.
  • GOP 34283 (Serienangiographie): Aufnahme weiterer GOP und der Abschnitte 34.4.1 bis 34.4.6 in die zweite Anmerkung zur GOP 34283.
  • GOP 34271 (Zuschlag zu der GOP 34270):
    • Anpassung der Leistungslegende: Kürzung (teilweise Dopplungen zum obligaten Leistungsinhalt).
    • Ergänzung des obligaten Leistungsinhaltes: Präoperative Markierung vor einer neoadjuvanten Therapie.
    • Neue Anmerkung: Bei Patienten mit einer multifokalen oder multizentrischen bösartigen Neubildung der Brustdrüse (Mamma) bei ausgedehnten Befunden vor neoadjuvanter Therapie je Seite zweimal berechnungsfähig.

Reproduktionsmedizin

  • Der Abschnitt 8.5 mit den reproduktionsmedizinischen Komplexleistungen wurde nach Behandlungsphasen sowie extrakorporalen und korporalen Leistungsanteilen aufgeteilt und angepasst. Die bisherigen Leistungen des Abschnitts 8.5 beinhalteten Leistungen aus korporalen und extrakorporalen Maßnahmen und führten dadurch teilweise zu Abrechnungsproblemen bei gemischt versicherten Ehepaaren (GKV/PKV). Darüber hinaus wurden mit dem Ziel, Wartezeiten zu vermeiden, der Arztwechsel und der Wechsel zwischen allen Methoden der künstlichen Befruchtung im Behandlungsfall ermöglicht. Die Anpassungen führen zu Streichung der bestehenden GOP 08541, 08542, 08551, 08552, 08560 und 08561.
  • Neu aufgenommen bzw. angepasst werden folgende GOP:
    • GOP 08535 (1.991 Punkte) für die Stimulationsbehandlung. Diese entspricht inhaltlich und in der Bewertung der bisher in den Komplexleistungen (GOP 08550 bis 08552 und 08560 bis 08562) beinhalteten Stimulationsbehandlung und ist einmal im Zyklusfall berechnungsfähig.
    • GOP 08537 (365 Punkte) für die ultraschallgezielte und/oder laparoskopische Follikelpunktion zur intendierten Eizellentnahme (bisher GOP 08541).
    • GOP 08538 als Zuschlag zu der GOP 08537 bei ambulanter Durchführung.
    • GOP 08539 (157 Punkte) für die Identifizierung von Eizelle(n) und Beurteilung der Reifestadien der Eizellen (bisher GOP 08541). Die GOP kann nur nach Durchführung einer Follikelpunktion nach GOP 08537 abgerechnet werden und ist demnach im Zyklusfall nur im Zusammenhang mit dieser GOP berechnungsfähig.
    • Die GOP 08550 (5.488 Punkte) ist nun für die extrakorporale Befruchtung mit natürlicher Eizell-Spermien-Interaktion (In-vitro-Fertilisation IVF), inklusive Kultivierung abzurechnen. Die Bewertung der bisherigen Komplexleistung nach GOP 08550 wurde auf die Leistungen nach den GOP 08535, 08550 und 08558 aufgeteilt. Die Leistung ist im Zyklusfall nicht neben den GOP 08530, 08531 und 08555 berechnungsfähig.
    • GOP 08555 (9.074 Punkte) für die extrakorporale Befruchtung mittels intrazytoplasmatischer Spermieninjektion. Die GOP ist einmal im Zyklusfall und nur im Zusammenhang mit der GOP 08535 berechnungsfähig.
    • GOP 08558 (1.293 Punkte) für den Embryo-Transfer (ET). Die GOP ist nur im Zusammenhang mit der GOP 08335 und 08550 oder 08555 berechnungsfähig.

Strahlentherapie

  • GOP 01510 bis 01512 (Zusatzpauschalen für Beobachtung und Betreuung): Aufnahme in die Präambel 25.1 Nr. 2 als berechnungsfähige Leistungen

Urologie

  • Die Urethro(-zysto)skopie des Mannes nach GOP 26310 kann künftig mit einem starren oder flexiblen Endoskop erfolgen. Die Ergänzung wurde im ersten Spiegelstrich des obligaten Leistungsinhaltes aufgenommen und die Bewertung der GOP 26310 von bisher 444 Punkten auf 750 Punkte angehoben.
  • Bei der GOP 26313 (Zusatzpauschale apparative Untersuchung bei Harninkontinenz oder neurogener Blasenentleerungsstörung) wird die Anforderung „Messung des Abdominaldruckes“ im obligaten Leistungsinhalt gestrichen, da sie bereits der 1. Spiegelstrich enthält.
  • Die GOP 26322 bis 26324 (Einlegen / Wechsel / Entfernung einer Ureterverweilschiene) sind künftig keine Zuschlagsziffern mehr zu den GOP 26310 und 26311 und somit nicht mehr an die Durchführung einer Endoskopie gebunden. Die Leistungslegende und der obligate Leistungsinhalt werden dahingehend angepasst.

 

Euro-Beträge

Unter folgendem Link finden Sie ab Anfang April die Regionale Euro-Gebührenordnung der KV Bremen mit den ab 1. April 2020 gültigen Euro-Bewertungen: www.kvhb.de/ebm

 

Weiteres

  • Es wurden keine strukturellen Änderungen der Humangenetik, Laboratoriumsmedizin und Pathologie vorgenommen.
  • Folgende Themen sind bisher nicht umfassend mit dem GKV-Spitzenverband besprochen und sollen nachgelagert geprüft werden:
    • Anpassung ambulantes/belegärztliches Operieren im EBM
    • Zusammenlegung der Kapitel Orthopädie und Chirurgie im EBM
    • Strukturelle Überarbeitung des Kapitels Strahlentherapie im EBM