Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium

Liebe Patientin,

wenn Brustkrebs nach einer Ersterkrankung erneut auftritt oder erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt wird, kann dies Angst und Unsicherheit auslösen. Eine Brustkrebserkrankung verändert den Alltag von betroffenen Frauen und ihren Angehörigen. Doch je mehr Sie über Ihre Erkrankung und die unterschiedlichen Arten der Behandlung wissen, desto besser werden Sie ihr begegnen können.

 

Auf einen Blick: fortgeschrittener Brustkrebs

  • In folgenden Situationen spricht man von „fortgeschrittenem Brustkrebs“: wenn der Krebs erneut auftritt oder bereits gestreut hat.
  • Bei etwa 3 von 10 erkrankten Frauen schreitet Brustkrebs trotz Behandlung weiter fort.
  • Tritt der Krebs in der Brust wieder auf, empfehlen Experten bevorzugt eine Abnahme der Brust. Hat der Krebs gestreut, so können bestimmte Medikamente das Leben verlängern und die Lebensqualität möglichst erhalten.
  • Dank guter Behandlungsmöglichkeiten leben immer mehr Patientinnen viele Jahre mit dieser Erkrankung.

Die Erkrankung

Bei etwa einem Drittel aller erkrankten Frauen schreitet Brustkrebs trotz Behandlung weiter fort. Dies kann mehrere Gründe haben: Krebs entsteht erneut in der bereits operierten Brust oder im Brustbereich. Oder Krebszellen lösen sich ab und bilden an anderen Stellen des Körpers Absiedlungen – sogenannte Metastasen. In einigen Fällen wird Brustkrebs erst entdeckt, wenn er bereits in entfernt liegende Lymphknoten oder andere Organe gestreut hat. In allen genannten Fällen gelten die Behandlungsempfehlungen für den fortgeschrittenen Brustkrebs.

Bei fortgeschrittenem Brustkrebs ist nur in wenigen Ausnahmen eine Langzeitheilung zu erreichen. Doch dank guter Behandlungsmöglichkeiten leben immer mehr Patientinnen viele Jahre mit dieser Erkrankung.

Behandlung

Wie wird ein Rückfall behandelt?

Tritt Brustkrebs in der operierten Brust oder im Brustbereich erneut auf, empfehlen die Experten eine Operation, um den wiederkehrenden Krebs vollständig zu entfernen. So besteht eine Chance auf Heilung. Hier wird eine Abnahme der Brust bevorzugt, da es bei Operation mit Brusterhalt etwas häufiger zu einem weiteren Rückfall kommt. Eine Brust erhaltende Operation empfehlen Experten in besonderen Situationen: zum Beispiel wenn es sich bei dem Rückfall um eine Krebsvorstufe handelt oder wenn die erste Erkrankung
an Brustkrebs schon lange her ist. Nach Meinung der Experten kann eine Nachbestrahlung erfolgen, wenn die Stelle bisher nicht bestrahlt wurde oder wenn der wiederkehrende Krebs durch die Operation nicht komplett entfernt wurde.

Studien zeigen, dass eine zusätzliche Gabe von Medikamenten – etwa eine Chemotherapie, Antihormone, Antikörper – nach der Operation das Überleben nicht verbessert. Möglicherweise lässt sich dadurch bei manchen Frauen die Zeit bis zum Wiederauftreten der Krankheit verlängern. Experten vermuten, dass eine zusätzliche Behandlung mit Medikamenten Frauen mit hohem Risiko nutzen kann.

Wie wird metastasierter Brustkrebs behandelt?

Wenn der Tumor bereits gestreut hat, verfolgt die Behandlung zwei Ziele: das Leben zu verlängern und die Lebensqualität so gut wie möglich zu erhalten. Unter günstigen Voraussetzungen kann die Erkrankung oft jahrelang unter Kontrolle gehalten werden.

Die ärztliche Leitlinie empfiehlt folgende Behandlungen:

  • Antihormontherapie: Etwa drei Viertel der Brusttumore wachsen verstärkt unter dem Einfluss weiblicher Hormone. Ein Medikament kann diese eigenen Hormone ausschalten. Bestätigt ein Test die Hormonabhängigkeit, so wird der Betroffenen eine Antihormonbehandlung empfohlen. Sie verlangsamt oft das Krebswachstum.
  • Chemotherapie: Hier werden Medikamente eingesetzt, die die Zellteilung stören. Sie kommt für Frauen in Frage, deren Krebs nicht hormonabhängig wächst und die körperlich nicht zu geschwächt sind. So können Beschwerden gelindert und manchmal das Krebswachstum verzögert werden.
  • Antihormon- und Chemotherapie sollten nicht kombiniert werden, da sich das Überleben nicht verbessert, die Nebenwirkungen sich aber verstärken.
  • Zielgerichtete Therapie: Die eingesetzten Wirkstoffe, etwa Antikörper, richten sich gezielt gegen bestimmte Eigenschaften von Krebszellen. Ergibt ein Test, dass das Krebsgewebe hierfür geeignet ist, so können zielgerichtete Wirkstoffe zusätzlich oder im Anschluss an eine Chemotherapie eingesetzt werden. Dies verlängert manchmal das Leben.
  • Gezielte Bestrahlung: um Beschwerden zu lindern, zum Beispiel Schmerzen in den Knochen.

Alle Medikamente können teils erhebliche Nebenwirkungen hervorrufen. Einige dieser Nebenwirkungen lassen sich vorbeugend behandeln.

Sie können auch auf eine gegen den Krebs gerichtete Behandlung verzichten: zum Beispiel, wenn der Körper geschwächt ist. Dann werden nur die Folgen der Erkrankung wie Schmerzen wirksam behandelt. Die passende Behandlung zu finden, ist manchmal nicht einfach. Dabei kommt es vor allem auf Ihre persönlichen Ziele und Vorstellungen an. Ihr Arzt kann Sie ausführlich beraten und Vorschläge machen – die Entscheidung liegt aber bei Ihnen.

Was Sie selbst tun können

Bei der Behandlung Ihrer Krankheit geht es auch darum, Ihre Lebensqualität bestmöglich zu erhalten. Für viele bedeutet das, weitestgehend schmerzfrei und ohne größere Beschwerden leben zu können.

  • Entscheiden Sie selbst, welche Belastungen Sie durch die Therapie auf sich nehmen wollen. Sie können eine Behandlung auch abbrechen.
  • Sie müssen mögliche Schmerzen nicht tapfer aushalten. Mit der richtigen Behandlung können sie wirksam ausgeschaltet oder gelindert werden.
  • Zu jedem Zeitpunkt – auch nach Abschluss der Behandlung – können Sie auf psychologische oder psychotherapeutische Hilfe zurückgreifen.
  • Tauschen Sie sich mit anderen Betroffenen aus, zum Beispiel in einer Selbsthilfegruppe.
  • Für alle Probleme, die mit Krankschreibung, Arbeitsplatz, Versicherungen und Hilfen in der Familie zusammenhängen, sind der Kliniksozialdienst und Krebsberatungsstellen wichtige Anlaufstellen.

 

Informationsblatt

"Leben mit Brustkrebs" (pdf - 51 kB)

 

Quelle: Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ)

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