Laboraufträge: Vitamine, Vitamine und noch mehr Vitamine

09.03.2016 |

Obwohl Leitlinien und Fachgesellschaften davon abraten, werden Vitamin-Screenings vermehrt auch bei gesunden Menschen ohne Hinweis oder Risikofaktoren vorgenommen. Diesen Schluss lassen die Zahlen aus Bremer Labors zu. Die Steigungsraten sind eklatant hoch.
 
Veranlasste Laborleistungen im Bereich der KV Bremen
 
„Bei gesunden Menschen ohne Hinweis auf einen Vitamin-D-Mangel ist von einer Spiegelbestimmung abzusehen. Bei Risikogruppen soll im Einzelfall über die Notwendigkeit eines Tests entschieden werden.“ So oder so ähnlich lauten die Empfehlungen der Fachgesellschaften, heißt es in den Leitlinien und Bestimmungen. Doch offensichtlich erleben Vitamin-Screenings einen Boom, der durch nichts zu rechtfertigen ist. Der Einzelfall wird zum Regelfall. Das zumindest deuten die Abrechnungszahlen der Bremer Labors aus dem Quartal 3/2015 an. So sind beispielsweise die Anforderungen für die Vitaminbestimmung nach der EBM-Nummer 32306 im Vergleich zum Vorjahresquartal um rund 34.000 Euro oder 22,7 Prozent gestiegen. Vitamin D, Vitamin B 12 und Vitamin D3 – überall dasselbe Bild (siehe Tabelle). Die KV Bremen regt daher an, dass Vertragsärzte entsprechende Laborleistungen nur bei klarer Indikation veranlassen. Praxen, die weit überdurchschnittlich Vitamin-Screenings beauftragen, werden auf kurz oder lang zum Fall für die Wirtschaftlichkeitsprüfung. 
 

 

Vitamin D-Test
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D3