Laborreform verschoben: Ein Ausblick auf die Änderungen zum 1. April 2018

06.12.2017 |

Bereits Ende 2016 hatte die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) eine neue Trennungsvorgabe für das Labor beschlossen. Aus dem Grundbetrag Labor, der in der Gesamtvergütung vorweg abgezogen wurde („Vorwegabzug“) und daher von Fach- und Hausärzten bezahlt wird, sollten künftig nur noch der Wirtschaftlichkeitsbonus und über das Muster 10 veranlasste Laborleistungen finanziert werden. Alle anderen Posten, z.B. die Leistungen für Akutlabore und für die Laborgemeinschaften (Muster 10A), wandern entsprechend „ihrer Zugehörigkeit“ in den Grundbetrag für Fachärzte oder den Grundbetrag für Hausärzte. Außerdem will die KBV eine neue Laborquote und einen Wirtschaftlichkeitsbonus entwickeln, der seinen Namen auch verdient: Der jetzt gültige Wirtschaftlichkeitsbonus bringt wenig, denn niemand versteht ihn.

Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Spitzenverband) hat die KBV-Pläne nun ausgebremst, so dass die avisierte Umsetzung zum 1. Januar 2018 vom Tisch ist. Die Kassen stellen sich nicht grundsätzlich gegen eine Laborreform, interessanterweise
monieren sie unter anderem aber eine Geldverschiebung vom fachärztlichen Versorgungsbereich in den hausärztlichen Honorartopf. Daher gebe es noch „Beratungsbedarf“. Es ist allerdings erklärter Wille von KBV und GKV-Spitzenverband, eine Annäherung zu finden, so dass die Laborreform zum 1. April 2018 in Kraft treten kann.

Hintergrund ist ein seit Jahren schwelender Streit um die Laborkosten. Triebfeder ist der Deutsche Hausärzteverband, der argumentiert: Hausärzte sollten nicht für Laborleistungen bezahlen, weil das Labor zum fachärztlichen Versorgungsbereich gehört und daher auch aus dem fachärztlichen Honorartopf bezahlt werden müsste. Das Gegenargument der Fachärzte ist, dass Laborleistungen zu einem guten Teil von Hausärzten veranlasst werden, so dass das Veranlasserprinzip gelten sollte. Folgerichtig fühlt sich der Hausärzteverband durch die Verschiebung im Nachteil, während zum Beispiel der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) zum Stopp der Laborreform aufruft.

In Bremen kann man die Situation etwas entspannter sehen, da das ausgezahlte Geld für die Laborleistungen sich mit der zur Verfügung stehenden Honorarsumme weitgehend deckt.

Nichtsdestotrotz: Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es zum 1. April eine Änderung der Systematik geben. Inwieweit es in Bremen zu Honoraverschiebungen kommt, wird sich zeigen müssen. Das Kernproblem allerdings bleibt: Die Kosten fürs Labor steigen schneller als die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung. Daher kann jede Reform allenfalls bremsend wirken. Eine extrabudgetäre Finanzierung von Laborleistungen wäre die Lösung – die allerdings mit den Krankenkassen kurzfristig nicht zu machen ist.

 

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