Die Honorarverhandlungen mit den Krankenkassen für das Jahr 2022 sind abgeschlossen. Die Gesamtvergütung in Bremen steigt um rund sieben Millionen Euro. Der regionale Orientierungspunktwert erhöht sich um 1,275 Prozent auf nunmehr 11,2662 Cent. Diese „Preiserhöhung“ betrifft alle EBM-Leistungen, also auch die extrabudgetären. Darüber hinaus wird nach Absenkungen in den Vorjahren die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung nun wieder um zirka 0,00675 Prozent minimal erhöht. Dies liegt an der nun gestiegenen Morbidität der Patienten im Land Bremen (MGV +0,03795 Prozent) unter Berücksichtigung der Beschlüsse des Bewertungsausschusses auf Bundesebene (MGV -0,0312 Prozent).
Ein wichtiger Diskussionspunkt in den diesjährigen Honorarverhandlungen war auch die Ausgestaltung eines möglichen regionalen Punktwertzuschlags auf den Orientierungspunktwert aufgrund erhöhter Praxis- und Personalkosten im Stadtstaat Bremen. Die Vertragspartner haben sich verständigt, hierzu im Jahr 2022 weiter im regelmäßigen Austausch zu bleiben.
Alle geförderten Leistungsbereiche bleiben bestehen und die entsprechenden Vergütungen für Schutzimpfungen, Augenhintergrunduntersuchungen, Allergologie, Pädaudiologie und Phoniatrie werden ebenso wie die Wegegelder bei Besuchen um 1,275 Prozent angehoben. Die bereits geförderten Stanzbiopsien werden im Jahr 2022 mit einem erhöhten Punktwertzuschlag vergütet, um eine Verlagerung dieser Leistungen vom ambulanten in den stationären Bereich zu verhindern.
Erstmalig in dieser Form wurde die „zweckgebundene Förderung von Leistungen förderungswürdiger Leistungserbringer in besonderen Einzelfällen zur Sicherstellung besonderer Versorgungsbedarfe“ vereinbart. Die KV Bremen und die Krankenkassen werden dazu im Jahr 2022 konkrete Förderanlässe und die zu fördernden Praxen/Ärzte konsentieren. Dafür stehen insgesamt bis zu 250.000 Euro zur Verfügung.
Darüber hinaus beteiligen sich die Krankenkassen mit 550.000 Euro an den Kosten für die Strukturen des Notdienstes (2021: 475.000 Euro). Gleichzeitig hat sich die KV Bremen mit den Krankenkassen verständigt, sich gemeinsam für die Einrichtung eines Long-/Post-Covid-Netzwerkes im Land einzusetzen, finanziert aus Mitteln des Bremen Fonds.