„Die Apotheker tun das, was sie gut können – die Ärzte das Ihre“, so die KV-Vorstände. Ganzheitliche Medizin und insbesondere der Impfschutz müssen im Ganzen betrachtet werden. Dazu gehört die Anamnese, die Aufklärung, der Ausschluss von Kontraindikationen sowie bei bestehenden Erkrankungen die Bewertung, ob eine Impfung vorgenommen werden kann. „All dies setzt eine ärztliche Aus- und Weiterbildung voraus, über die Apotheker nicht verfügen.“
Mittlerweile haben sich einige ABDA-Landesverbände von der Initiative ihrer Bundesvereinigung distanziert. Die Vorstände der KV Bremen drücken ihre Hoffnung aus, dass sich weitere Landesverbände anschließen: „Eine Ablehnung auf breiter Front wäre wünschenswert.“
In Bremen und Bremerhaven wurden in den Praxen mittlerweile 300.000 Coronaschutzimpfungen verabreicht. „Wenn die Impfkampagne ins Stocken gerät, dann liegt das nicht an der Bereitschaft der Praxen, Impfungen anzubieten“, so Dr. Bernhard Rochell und Peter Kurt Josenhans. Die Ärztinnen und Ärzte sowie ihre Praxisteams tun Alles, um die Impfskeptiker zu überzeugen.“
Wenn aber die Versorgung durch Aufhebung der Sektorengrenzen vermeintlich optimiert werden soll, dann sprechen sich die Vorstände der KV Bremen dafür aus, keine Einbahnstraße zu etablieren: „Es wäre nur fair und konsequent über ein erweitertes Dispensierrecht für Ärzteinnen und Ärzte zu sprechen. Wenn Apotheken impfen, dann können Praxen erst recht Medikamente ausgeben.“