Der Empfehlungsentwurf der STIKO bezieht sich auf alle Totimpfstoffe, die künftig simultan mit einer COVID-19-Impfung verabreicht werden können. Zwischen der COVID-19-Impfung und der Applikation anderer Totimpfstoffe muss danach kein Mindestabstand mehr eingehalten werden.
Die STIKO weist darauf hin, dass bei einer gleichzeitigen Anwendung Impfreaktionen häufiger als bei der getrennten Gabe auftreten könnten. Umfangreiche Erfahrungen mit Nicht-COVID-19-Impfstoffen zeigten jedoch, dass die Immunantwort und das Nebenwirkungsprofil nach gleichzeitiger Verabreichung verschiedener Impfstoffe im Allgemeinen dem bei jeweils alleiniger Anwendung entsprächen.
Die STIKO weist in ihrer wissenschaftlichen Begründung auf die Gefahr hin, dass sich die Influenza in der Saison 2021/22 stärker ausbreiten könnte. „Da die Risikogruppen für schwere Verläufe von COVID-19 und Influenza überlappen, ist unter diesen Umständen ein umfassender Influenza-Impfschutz in allen von der STIKO definierten Zielgruppen in den kommenden Monaten essenziell.“
Die STIKO hat außerdem eine Empfehlung zur Impfung von Personen mit einer Immundefizienz abgegeben. Sie sieht unter anderem vor, dass allen Personen mit einer Immundefizienz, zum Beispiel Krebspatienten unter aktiver Chemotherapie oder Patienten mit einer chronischen Niereninsuffizienz, sechs Monaten nach einer COVID-19-Grundimmunisierung (homologes oder heterologes Impfschema) eine zusätzliche Impfstoffdosis eines mRNA-Impfstoffs als Auffrischimpfung angeboten werden soll.