Mit der Erhöhung der Umlage reagiert die KV Bremen auf eine sich seit Jahren abzeichnende Entwicklung. Ausgaben im Verwaltungshaushalt steigen kontinuierlich und können nicht mehr durch Rücklagen kompensiert werden. Kostentreiber sind insbesondere:
- Gesetzliche Vorgaben: Der Gesetzgeber überträgt zunehmend Aufgaben auf die KVen, ohne für eine vollständige Gegenfinanzierung zu sorgen. Dies betrifft zum Beispiel den Betrieb der Terminservicestellen und der Bereitschaftsdienste. Auch die Förderung der Weiterbildungsstellen ist nicht ausreichend finanziert und muss zu großen Teilen aus dem Verwaltungshaushalt der KV getragen werden.
- Personalkosten und Tarifsteigerungen: Tarifsteigerungen für Angestellte der KVen und medizinische Fachangestellte führen zu höheren Personalausgaben. Diese sind entscheidend, um Fachkräfte zu halten und die Dienstleistungen auf hohem Niveau anzubieten.
- Digitalisierung und Modernisierung: Um zukunftsfähig zu bleiben, investiert die KV Bremen in die Digitalisierung der Verwaltung und in die Modernisierung der Verwaltungsprozesse. Dazu hat die Vertreterversammlung der KV Bremen bereits in den Vorjahren diverse Projekte angeschoben, die insbesondere den Sach- und Personalausbau des IT-Betriebs erfordern.
- Regulatorische Anforderungen: Neue gesetzliche Vorgaben, z. B. im Bereich Datenschutz, der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung und Government-Regularien bringen zusätzliche Dokumentations- und Verwaltungspflichten mit sich, die refinanziert werden müssen.
- Instandhaltung KV-Gebäude: Um größere Schäden zu vermeiden und die Arbeitsfähigkeit der KV-Verwaltung zu sichern, sind kurz- bis mittelfristig umfangreiche Sanierungsarbeiten am Gebäude der KV Bremen in der Schwachhauser Heerstraße unausweichlich. Davon betroffen sind insbesondere die Sanitäranlagen und das Dach.
Zu den steigenden Ausgaben im KV-Verwaltungshaushalt und der Erhöhung der Verwaltungskostenumlage erklären die Vorstände der KV Bremen Dr. Bernhard Rochell und Peter Kurt Josenhans: „Wir sind uns sehr bewusst, dass eine solche Nachricht für unsere Mitglieder angesichts der ohnehin schlechten Rahmenbedingungen zur Unzeit kommt. Deshalb haben wir uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Die Erhöhung der Umlage ist allerdings unausweichlich und kommt auch nicht überraschend. Seit Jahren stehen wir zu dieser Frage im Austausch mit der Vertreterversammlung. Es sind vor allem die gesetzlichen Vorgaben, die uns ohne bzw. ohne hinreichende Gegenfinanzierung aufgebürdet werden, die uns zu schaffen machen. Wir werden nicht müde, den Gesetzgeber aufzufordern, für Abhilfe zu sorgen. Was Politik und Kassen bestellen, muss in Zukunft auch solide finanziert werden!“
Auf den Umsatz jedes KV-Mitglieds wird eine Verwaltungskostenumlage erhoben, um sämtliche Leistungen zu finanzieren, zu denen die KV Bremen gesetzlich verpflichtet ist. Die Verwaltungskostenumlage der KV Bremen ist zuletzt im Jahr 2006 angehoben worden und konnte somit fast 20 Jahre konstant gehalten werden.