Rahmenvereinbarung „Bremer Ärzte“ startet zum 1. Oktober

14.09.2017 |

Zum 1. Oktober tritt die Rahmenvereinbarung „Bremer Ärzte“ mit AOK, hkk und IKK in Kraft. Sie ersetzt die Versorgungsverträge mit diesen Krankenkassen. Wichtigste Neuerung: Praxen und Patienten müssen aktiv eingeschrieben werden. Ein kleiner Trost ist, je Versicherten gibt es eine Einschreibepauschale von fünf Euro.

Zwei Millionen Euro sind im vergangenen Jahr über die Versorgungsverträge der KV Bremen an Haus- und Fachärzte in Bremen und Bremerhaven geflossen. Für einige Praxen sind die Einnahmen daraus ein erkleckliches Zubrot, andere wiederum haben nie teilgenommen. Im Januar sind die Regeln für solche Verträge nun verschärft worden. Landauf, landab sind so genannte Betreuungsstrukturverträge entweder gekündigt oder angepasst worden. Vor diesen zwei Alternativen stand auch die KV Bremen. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, erklärt KV-Vorstand Dr. Jörg Hermann. „Aber letzten Endes haben wir die Verträge nach den Vorgaben angepasst, damit unsere Mitglieder selbst die Wahl haben.“ Eine der neuen gesetzlichen Vorgaben sieht ein Einschreibeverfahren vor. Demnach müssen Praxen eine Teilnahmeerklärung abgeben. Aber auch Patienten müssen eingeschrieben werden.

Das Einschreibeverfahren bedeutet zweifelsohne einen erheblichen organisatorischen Aufwand. Daher sieht das geänderte Vertragswerk, die Rahmenvereinbarung „Bremer Ärzte“, eine Einschreibepauschale von fünf Euro für jeden Versicherten vor, die bis zum 31. März 2018 bezahlt wird. Abgesehen davon bleiben viele für die Praxen relevanten Aspekte wie gehabt: die Vergütungsstruktur, die Abrechnungsziffern und die ICD-10-Liste, die jetzt „Liste der Krankheitsbilder“ heißt.

Der Rahmenvertrag „Bremer Ärzte“ gilt bisher für die beiden großen Bremer Krankenkassen AOK Bremen/Bremerhaven und hkk sowie für die IKK gesund plus und die IKK Nord. Die Versorgungsverträge der anderen Kassen, zum Beispiel der TK, laufen bis auf weiteres unverändert weiter.

 

Das ist Neu

  • Inkrafttreten: 1. Oktober 2017
  • Name: Rahmenvereinbarung „Bremer Ärzte“
  • Krankenkassen: AOK Bremen/Bremerhaven, hkk, IKK gesund plus, IKK Nord
  • Teilnahmeerklärung Arzt: Ja
    (siehe Starterpaket und www.kvhb.de/rahmenvereinbarung)
    • Die Teilnahmeerklärung gilt für alle teilnehmenden Krankenkassen und muss nur einmalig erklärt werden.
    • Mehrere Ärzte in einer Praxis erklären ihre Teilnahme nur mit einer Teilnahmeerklärung.
  • Teilnahmeerklärung Patient: Ja
    (siehe Starterpaket und www.kvhb.de/rahmenvereinbarung)
    • Der Patient erhält eine Teilnahmeerklärung mit Begrüßungsschreiben seiner Krankenkasse auf der Rückseite.
    • Kopie der Teilnahmeerklärung bleibt in der Praxis.
    • Einschreibepauschale: Patienten mit gesicherter Diagnose eines Krankheitsbildes der Anlage 1 werden mit der GOP 99420 eingeschrieben.
    • Die Ersteinschreibung wird bis zum 31. März 2018 mit fünf Euro je Versicherten und Betriebsstätte als Entschädigung für den höheren organisatorischen Aufwand in der Einführungsphase vergütet.
  • Die teilnehmenden Praxen sind über KV-SafeNet miteinander vernetzt und können mit KV-Connect Befunde und Therapieempfehlungen untereinander austauschen.

 

Das bleibt

  • Vertragsgegenstand: Umfassende, engmaschige und kontinuierliche medizinische Betreuung
  • Kollegialer Austausch, insbesondere mittels e-Arztbrief, zu den betreuen Erkrankungen
  • Teilnahmeberechtigt: Alle Fach- und Hausärzte sowie Psychotherapeuten
  • Gilt für alle Versicherten der teilnehmenden Krankenkassen (auch Patienten unter 18 Jahren).
  • Aufgaben: Intensive Betreuung von Chronikern, langwierig und schwer erkrankten sowie multimorbiden Patienten. Fachgerechte Diagnosestellung.
  • Relevante Diagnosen im Hausarzt- und Rahmenvertrag sind identisch
  • Die ICD-Liste (Anlage 1) bleibt inhaltlich unverändert. Die Liste der Krankheitsbilder hat lediglich ein neues Format (www.kvhb.de/rahmenvereinbarung).

 

Hinweise zur Abrechnung

  • Ab dem 1. Oktober 2017 müssen Versicherte, die an der Rahmenvereinbarung „Bremer Ärzte“ teilnehmen, mit der KV-internen GOP 99420 bei Haus- und Fachärzten eingeschrieben werden. Die Einschreibung wird in 4/2017 und 1/2018 mit fünf Euro extrabudgetär vergütet.
  • Eine Einschreibung mit der GOP 99420 ist nur mit Einlesedatum vollständig. Mehrfacheinschreibungen innerhalb einer Betriebstätte sind ausgeschlossen, ebenso die Einschreibung von Patienten aus einem Hausarztvertrag. Beachten Sie auch dies: Sie müssen im Quartal der Einschreibung neben der GOP 99420 auch mindestens eine der GOP 99421 bis 99423 (Pauschalen nach Betreuungsstufe) für den eingeschriebenen Patienten verwenden.
  • Die GOP 99421-99423 können nur abgerechnet werden, wenn der Versicherte in der Rahmenvereinbarung eingeschrieben ist und ein passender ICD-10 aus der Liste der Krankheitsbilder vorhanden ist.
  • Die Regelung zu den Chronikerzuschlägen aus den KV-Hausarztverträgen nach den GOP 99421-99423 bleibt hiervon unberührt.

 

Gonarthrose-Modul (AOK)

Orthopäden, die am Gonarthrose-Modul der AOK Bremen/Bremerhaven teilnehmen oder teilnehmen möchten, müssen zusätzlich ihre Teilnahme an der Rahmenvereinbarung „Bremer Ärzte“ erklären. Ebenso müssen Patienten in die Rahmenvereinbarung eingeschrieben werden. Dies gilt auch für diejenigen, die im Rahmen des Gonarthrose-Vertrages bereits in Behandlung sind. Die Ersteinschreibung wird bis zum 31. März 2018 über die GOP 99420 mit fünf Euro vergütet.