Senatorische Behörde, KV und Hausärzteverband setzen sich für schnelle Durchimpfung der Praxen ein

20.01.2020 |

Die senatorische Behörde, die KV Bremen und der Hausärzteverband Bremen haben sich darauf verständigt, dass entsprechend der neuen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) Ärzte und ihre Teams, die Pflegeheim-, Palliativ- oder onkologische Patienten versorgen, in die Priorisierungsgruppe 1 für die anstehende Corona-Impfkampagne aufgenommen werden.

Dazu erklärt Senatorin Claudia Bernhard: „Wir richten uns selbstverständlich nach den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts bzw. der Stiko und haben nun gemeinsam mit der KV Bremen und dem Hausärzteverband Bremen abgestimmt, Ärzte und Praxismitarbeiter, die hochvulnerable Patientengruppen betreuen, in die höchste Priorisierungsgruppe aufzunehmen.“

Die KV Bremen wird kurzfristig eine Liste der infrage kommenden Praxen an die zuständigen Stellen übersenden. Dabei geht es insbesondere um Haus- und Fachärzte, die Menschen in Pflege- und Altenheim betreuen, die in der Palliativversorgung tätig sind oder Krebspatienten versorgen. Nach den alten Empfehlungen des RKI bzw. der Stiko wurden Hausärzte und viele Facharztgruppen pauschal der zweiten Gruppe zugeordnet.

Die Vorstände der KV Bremen, Dr. Bernhard Rochell und Peter Kurt Josenhans, stellen in diesem Zusammenhang die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen der ärztlichen Verwaltung und der senatorischen Dienststelle heraus. „Wir finden nicht nur Gehör, unsere Anliegen werden auch berücksichtigt. Das sind gute Voraussetzungen, um die Krise im Schulterschluss bewältigen zu können.“

Für Dr. Hans-Michael Mühlenfeld ist die Höherpriorisierung vieler Hausarztpraxen folgerichtig: „Hausärzte stehen mit ihren Praxisteams seit Anbeginn der Krise in vorderster Front. Es ist nicht nur epidemiologisch sinnvoll, dass eine Gruppe mit so hohem Expositionsrisiko eine Schutzimpfung angeboten wird, es ist auch ein Ausdruck der Wertschätzung für die aufopfernde Arbeit der letzten Monate.“

Angesichts des akuten Mangels an Impfstoffen weisen die Partner darauf hin, dass aktuell noch keine konkreten Aussagen darüber getroffen werden können, wann den Praxen ein Angebot für die Corona-Schutzimpfung gemacht wird.