Test auf DPD-Mangel wird Kassenleistung

12.10.2020 |

Die Testung auf einen Mangel des Enzyms Dihydropyrimidin-Dehydrogenase ist ab 1. Oktober Kassenleistung. Für die Untersuchung des Metabolisierungsstatus des Enzyms Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD) im Zusammenhang mit der Gabe von fluorouracilhaltigen Arzneimitteln wird dafür eine neue GOP 32867 in den EBM aufgenommen. Die GOP 32867 ist mit 120 Euro bewertet und einmal im Krankheitsfall berechnungsfähig. Die Vergütung läuft zunächst extrabudgetär.

Mit Aufnahme der Leistung werden Empfehlungen des Ausschusses für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz der Europäischen Arzneimittelagentur sowie des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte umgesetzt. Beide Institutionen präferieren einen Test auf das Fehlen oder den partiellen Mangel des Enzyms DPD bei Patienten vor Gabe von fluorouracilhaltigen Arzneimitteln oder verwandten Wirkstoffen (Capecitabin und Tegafur), die im Körper in Fluorouracil umgewandelt werden. Patienten, die unter dem Fehlen oder einem Mangel des DPD-Enzyms leiden, haben ein erhöhtes Risiko für schwere beziehungsweise lebensbedrohliche Toxizität. Fluorouracilhaltige Arzneimittel werden insbesondere in der Krebstherapie eingesetzt.