Videosprechstunde für Ärzte und Psychotherapeuten

Aktuelle Nachrichten

19.05.2020 | Neue Leistung für die funktionelle Entwicklungstherapie per Video - zeitlich befristet

28.04.2020 | Videosprechstunde: Korrekte Abrechnung der GOP 88220

21.04.2020 | Kennzeichnung einer Probatorischen Sitzung (35150) ab April

30.03.2020 | Schmerztherapeutische Beratung jetzt auch per Video

24.03.2020 | Psychotherapie: Sprechstunde und probatorische Sitzungen jetzt auch per Video

17.03.2020 | Videosprechstunden unbegrenzt möglich

04.03.2020 | Vorgaben zur Videosprechstunde gelockert

 

Die Videosprechstunde kann von allen Ärzten und Psychotherapeuten sowie ermächtigten Ärzten außer Laborärzten, Pathologen, Radiologen und  Nuklearmedizinern durchgeführt werden.

GOP Kurzbeschreibung / wichtige Anmerkung
88220 Wenn der Patient in einem Quartal ausschließlich die Videosprechstunde „aufsucht", kennzeichnet die Praxis den Behandlungsfall mit der GOP 88220.
01442
64 Pkt.

Videofallkonferenz mit Pflegekräften (Anlage 31b BMV-Ä)

  • dreimal im Krankheitsfall
01444
10 Pkt.

Zuschlag Authentifizierung eines unbekannten Patienten (Anlage 4b und 31b BMV-Ä) (Definition unbekannter Patient = im laufenden Quartal oder Vorquartal nicht in der Praxis gewesen)

  • einmal im Behandlungsfall
  • zeitlich befristet bis 30.09.2021
01450
40 Pkt.

„Technikzuschlag“ je Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen der Videosprechstunde

  • auf max. 1.899 Punkte gedeckelt
01451
92 Pkt.

Anschubförderung Videosprechstunde (Anlage 31b BMV-Ä)

  • KVHB setzt GOP automatisch zu, darf nicht von der Praxis angeschrieben werden
  • Praxen erhalten den Zuschlag für bis zu 50 Videosprechstunden im Quartal
  • Voraussetzung ist, dass sie mindestens 15 Videosprechstunden im Quartal durchführen
  • zeitlich befristet bis 30.09.2021

Die Videosprechstunde wurde in die Vergütungssystematik der Versicherten-, Grund- und Konsiliarpauschalen integriert. Fachgruppenspezifischen Versicherten- und Grundpauschalen (außer GOP 03030, 04030, 12220 und 12225) und die Konsiliarpauschale GOP 25214 der Strahlentherapie können jetzt beim ersten Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde berechnet werden oder wie bisher beim ersten kurativ-ambulanten persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt.

 

Kennzeichnung der Behandlungsfälle

Findet im Quartal kein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt, sondern ausschließlich ein Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen der Videosprechstunde, muss die Versicherten-, Grund- und Konsiliarpauschale mit der GOP 88220 gekennzeichnet werden, da die Anzahl dieser Fälle auf 20 Prozent aller Behandlungsfälle je Vertragsarzt (nicht je Betriebsstätte) und je Quartal begrenzt ist. Wegen der Coronavirus-Krise wird die Begrenzungsregelung von 20% zunächst bis zum 30.06.2020 aufgehoben. Kommt in einem Behandlungsfall ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt zustande, muss die Kennzeichnung 88220 wieder gelöscht werden. Sonst erfolgt ein Abschlag der Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale.

 

Abschläge

In Behandlungsfällen in denen lediglich eine Videosprechstunde zustande kommt, wird ein prozentualer Abschlag auf die jeweilige Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale und die berechnungsfähigen Zuschläge / Zusatzpauschalen vorgenommen. Der Abschlag entfällt, wenn im selben Behandlungsfall ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt erfolgt. Die Höhe des Abschlages wird wie folgt differenziert und wird von der KV Bremen vorgenommen:

Abschlag von 20% Abschlag von 25% Abschlag von 30%
  • Hausärzte
  • Kinder- und Jugendmedizin
    Kinder- und Jugendpsychiatrie / -psychotherapie
  • Neurologie / Neurochirurgie
  • Psychosomatik / Psychotherapie / Psychiatrie
  • Strahlentherapie (nur GOP 25214)*
  • Schmerztherapie
  • Ermächtigte Ärzte (GOP 01320, 01321)
  • Chirurgie
  • Gynäkologie
  • Dermatologie
  • Humangenetik
  • Innere Medizin
  • Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
  • Orthopädie
  • Urologie
  • Physikalische und Rehabilitative Medizin
  • Anästhesie
  • Augenheilkunde
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde / Phoniatrie
*Die strahlentherapeutischen Konsiliarpauschalen nach GOP 25210 und 25211 sind weiterhin nur im persönlichen Arzt-Patient-Kontakt berechnungsfähig.

 

Technikzuschlag

Die GOP 01450 (40 Punkte / 4,39 Euro) gilt als Zuschlag zur Versicherten- und Grundpauschale oder den Konsiliarpauschalen nach GOP 25214 und 30700 für die Betreuung eines Patienten im Rahmen einer Videosprechstunde.

Für die GOP 01450 wird ein Punktzahlvolumen je Arzt gebildet, aus dem alle gemäß der GOP 01450 erbrachten Leistungen im Quartal zu vergüten sind. Der Höchstwert für das Punktzahlvolumen für die GOP 01450 beträgt 1.899 Punkte je abrechnenden Vertragsarzt.

Aufgrund der Coronavirus-Krise kann der Technikzuschlag ohne einen vorherigen persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt abgerechnet werden.

 

Psychotherapie

Übersicht der Therapien, die im Rahmen der Videosprechstunde erfolgen dürfen:

Einzelpsychotherapien

GOP

Kurzbeschreibung

35401

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

(Kurzzeittherapie 1, Einzelbehandlung)

35402

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (Kurzzeittherapie 2, Einzelbehandlung)

35405

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (Langzeittherapie, Einzelbehandlung)

35411

Analytische Psychotherapie (Kurzzeittherapie 1, Einzelbehandlung)

35412

Analytische Psychotherapie (Kurzzeittherapie 2, Einzelbehandlung)

35415

Analytische Psychotherapie (Langzeittherapie, Einzelbehandlung)

35421

Verhaltenstherapie (Kurzzeittherapie 1, Einzelbehandlung)

35422

Verhaltenstherapie (Kurzzeittherapie 2, Einzelbehandlung)

35425

Verhaltenstherapie (Langzeittherapie, Einzelbehandlung)

Weitere psychotherapeutische Leistungen (Kapitel 35)

GOP

Kurzbeschreibung

35110

Verbale Intervention bei psychosomatischen Krankheitszuständen

35111

Übende Interventionen als Einzelbehandlung

35112

Übende Interventionen als Gruppenbehandlung bei Erwachsenen

35113

Übende Interventionen als Gruppenbehandlung bei Kindern und Jugendlichen

35141

Vertiefte Exploration

35142

Zuschlag Erhebung neurologischer und psychiatrischer Befunde

35150U

Probatorische Sitzung

35150W Probatorische Sitzung (Bezugsperson)

35151

Psychotherapeutische Sprechstunde

35600

Standardisierte Testverfahren

35601

Psychometrische Testverfahren nur bei Erwachsenen

Neuropsychologische Therapie (Abschnitt 30.11)

GOP

Kurzbeschreibung

30931

Probatorische Sitzung

30932

Neuropsychologische Therapie (Einzelbehandlung)


Übergangsregelung in der Psychotherapie wegen der Coronavirus-Krise

Um die psychotherapeutische Versorgung während der Coronavirus-Krise zu erleichtern, haben die KBV und der GKV-Spitzenverband einige Sonderregelungen zunächst bis 30.06.2020 beschlossen.

Die Durchführung von Psychotherapeutischen Sprechstunden nach GOP 35151 und probatorischen Sitzungen nach GOP 35150 (auch neuropsychologische Therapie nach GOP 30931) sind auch im Rahmen der Videosprechstunde ermöglicht, ohne dass vorher ein persönlicher Kontakt zwischen Patient und Psychotherapeut stattgefunden hat. Wird eine probatorische Sitzung nach GOP 35150 im Rahmen der Videosprechstunde durchgeführt, muss diese ab dem 1. April 2020 mit dem Buchstaben "U" bzw. "W" gekennzeichnet werden.

Kennzeichnung einer Probatorischen Sitzung ab April

Probatorische Sitzung
Kennzeichnung als Videosprechstunde
Kennzeichnung als Videosprechstunde mit einer Bezugsperson
35150 35150U 35150W

Im Einzelfall kann es sinnvoll sein, Patienten den Weg in die Praxis nicht zuzumuten, wenn dadurch andere Gefahren vermieden werden können. Es ist daher nun erlaubt, diagnostische Einschätzungen und eine Einleitung von Psychotherapie auch per Video vorzunehmen. Eine Psychotherapie kann somit auch ohne persönlichen Kontakt zwischen Patient und Therapeut beginnen. Dies sollte besonderen Einzelfällen vorbehalten bleiben.
Zudem müssen die Vorgaben der Landeskammer zur Berufsordnung in Bezug auf die Gestaltung der Erstkontakte beachtet werden.

Genehmigte Leistungen einer Gruppenpsychotherapie können übergangsweise in Einzelpsychotherapie umgewandelt werden, ohne dass hierfür eine gesonderte Antragstellung bei der Krankenkasse oder Begutachtung erfolgen muss. Die Umwandlung erfolgt über die „Therapieeinheit“ und muss lediglich formlos der Krankenkasse mitgeteilt werden (kein Formular notwendig).
Für je eine Therapieeinheit genehmigte Gruppentherapie (entspricht einer Sitzung mit 100 Minuten) kann bei Bedarf maximal je Patient der Gruppe eine Einzeltherapie (entspricht einer Sitzung mit 50 Minuten) durchgeführt und abgerechnet werden. Durch die Umwandlung von Gruppen- in Einzelsitzungen können im unmittelbaren persönlichen Kontakt Infektionsrisiken minimiert werden, wenn dies erforderlich ist. Ein weiterer Vorteil: Einzelsitzungen können auch in einer Videosprechstunde durchgeführt werden.

Bei psychotherapeutischen Leistungen aus dem Kapitel 35 und des Abschnitts 30.11 ist die Videosprechstunde auch ohne vorherigen persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt zur Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung möglich.

Die GOP 35110, 35111, 35112, 35113, 35141, 35142, 35600, 35601 sind im Rahmen der Videosprechstunde auch ohne vorherigen persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt zur Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung berechnungsfähig. In der Regel ist der persönliche Kontakt erforderlich.

 

Verschiedenes

Gespräche

Die Gespräche nach GOP 03230, 04230, 04355, 04430, 14220, 14222, 16220, 21216, 21220, 22220, 22221, 23220 und 30708 (ab 01.04.2020) können in einer Videosprechstunde erfolgen.

Chronikerpauschalen

Bei der Regelung zu den Arzt-Patienten-Kontakten der Chronikerpauschale im Zeitraum der letzten vier Quartale, kann nun einer der zwei persönlichen Arzt-Patienten-Kontakte auch im Rahmen der Videosprechstunde erfolgen. Für die GOP 03220/04220 und GOP 03221/04221 muss in mindestens zwei Quartalen ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt stattgefunden haben, wobei davon ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt auch als Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde erfolgen kann.

Videofallkonferenzen

Für die Videofallkonferenz zwischen der Pflegekraft eines chronisch pflegebedürftigen Patienten und des Arztes wurde die GOP 01442 (64 Punkte / 6,93 Euro) in den EBM neu aufgenommen. Die GOP 01442 ist maximal dreimal im Krankheitsfall berechnungsfähig.

Die Fallkonferenzen und Fallbesprechungen gemäß den GOP 30210, 30706, 30948, 37120, 37320 und 37400 sind auch als Videofallkonferenz durchführbar.

Die Abrechnung des Technikzuschlags (GOP 01450) erfolgt durch den Arzt, der die Videofallkonferenz initiiert. Die Videofallkonferenz und die Videosprechstunde muss gemäß Anlage 31b zum Bundesmantelvertrag Ärzte (BMV-Ä) durchgeführt werden.

Übersicht der Videofallkonferenzen und Videofallbesprechungen

GOP

Kurzbeschreibung/Anmerkung

01442

 

Videofallkonferenz mit Pflegekräften (Anlage 31b BMV-Ä)

- dreimal im Krankheitsfall

30210

Teilnahme an einer multidisziplinären Fallkonferenz zur Indikationsüberprüfung eines Patienten mit diabetischem Fußsyndrom

30706

Teilnahme an einer schmerztherapeutischen Fallkonferenz

30948

Teilnahme an einer MRSA-Fall- und/oder regionalen Netzwerkkonferenz

37120

Fallkonferenz Pflegeheim (Anlage 27 BMV-Ä)

37320

Fallkonferenz Palliativversorgung (Anlage 30 BMV-Ä)

37400

Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase

Authentifizierung

Es gibt eine neue GOP 01444 (10 Punkte/1,08 Euro) zur Authentifizierung im Rahmen der Videosprechstunde für einen in der Praxis unbekannten Patienten, da die erforderlichen Stammdaten nicht über die elektronische Gesundheitskarte automatisiert erfasst werden können. Mit einem unbekannten Patient ist hier ein Patient gemeint, der im aktuellen Quartal oder im Vorquartal in der Praxis nicht behandelt wurde. Die GOP 01444 ist einmal im Behandlungsfall berechnungsfähig. Die Details werden in einer neuen Anlage 4b zum BMV-Ä ausgestaltet, die zum 01.10.2019 in Kraft getreten ist.

Die GOP 01444 wird extrabudgetär vergütet und ist für zwei Jahre befristet in den EBM aufgenommen. Anschließend sollen neue technische Verfahren den Zusatzaufwand zur Authentifizierung in der Praxis obsolet machen.

 

Genehmigung / Technische Anforderungen an die Praxis

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass ab dem 01.04.2020 nur noch zertifizierte Anbieter für die Videosprechstunde zu verwenden sind und der KVHB angezeigt werden müssen. Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus verzichtete die KV Bremen auf eine solche Erklärung bis Ende März 2020.

Für die Anzeige einer Videosprechstunde reichen Sie bitte folgendes bei uns ein: „Hiermit erkläre ich, dass ich für die Leistungen im Rahmen der Videosprechstunde einen zertifizierten Videodienstanbieter gem. Anlage 31b zum BMV-Ä nutze.“  Datum, Unterschrift

Zertifizierte Videodienstanbieter finden Sie hier:
www.kbv.de/media/sp/Liste_zertifizierte_Videodienstanbieter.pdf

Die technischen Anforderungen für die Praxis und den Videodienst wurden in der Anlage 31b des Bundesmantelvertrages-Ärzte vereinbart:
www.kbv.de/media/sp/Anlage_31b_Videosprechstunde.pdf

Förderung der Videosprechstunde bis zu 500 Euro pro Praxis

Zur Förderung der Videosprechstunde wurde eine neue GOP 01451 - Anschubförderung für Videosprechstunden - in den EBM aufgenommen, die auf zwei Jahre befristet ist. Die Bewertung beträgt 92 Punkte, das sind ca. 10 Euro. Sofern die Praxis mindestens 15 Videosprechstunden im Quartal durchführt wird die GOP 01451 automatisch als Zuschlag von der KV Bremen zugesetzt. Der Höchstwert je Praxis beträgt 4.620 Punkte im Quartal, das sind maximal 500 Euro bei maximal 50 Videosprechstunden.

 

Allgemeine Übersichten zur Videosprechstunde der KBV

www.kbv.de/html/videosprechstunde.php

www.kbv.de/media/sp/Videosprechstunde__uebersicht_Verguetung.pdf  
 

Video
Videosprechstunde